Neurodermitis-Prävention: Vollziegenmilch senkt Risiko um 64%
04.07.2026 - 06:18:09 | boerse-global.de
Das Präparat Linola Akut enthält Prednisolon (0,2 Prozent) und Salicylsäure (0,4 Prozent) und ist in Apotheken erhältlich.
Hergestellt wird das Mittel von der Dr. August Wolff GmbH. Die Rezeptur ist bereits seit 2005 zugelassen – damals noch als verschreibungspflichtiges Alpicort. Die neue OTC-Version kommt in einer 50-ml-Packung und kostet 21,95 Euro.
Nur für Erwachsene und maximal drei Wochen
Die Anwendung ist auf erwachsene Patienten beschränkt. Die Behandlung sollte nicht länger als drei Wochen dauern. Ziel ist die Linderung milder Entzündungen der Kopfhaut. Während Prednisolon als Glucocorticoid entzündungshemmend wirkt, sorgt die Salicylsäure für eine bessere Aufnahme des Wirkstoffs durch die Haut.
Dermatologin Dr. Marianne Meli warnt jedoch vor unbedachtem Gebrauch. „Minoxidil sollte nicht prophylaktisch eingesetzt werden“, betont sie. Es fehlten Studien zur Prävention, und mögliche Nebenwirkungen wie Juckreiz oder verstärkter Haarausfall zu Beginn der Anwendung sprächen dagegen.
Digitale Akte: Auch OTC-Medikamente werden sichtbar
Ab Mitte Juli 2026 startet ein Pilotprojekt: Apotheken in ausgewählten Modellregionen können dann auch rezeptfreie Arzneimittel und Betäubungsmittel in der elektronischen Patientenakte (ePA) ergänzen. Die Hersteller Rise und Bitmarck haben mit dem schrittweisen Roll-out begonnen.
Für Versicherte gibt es seit Anfang Juli Push-Nachrichten. Ein elektronischer Medikationsplan (eMP) wird ebenfalls pilotiert. Bis Ende 2026 soll die ePA um eine Volltextsuche erweitert werden. Das Ziel: mehr Transparenz in der Selbstmedikation und eine bessere Arzneimitteltherapiesicherheit. Denn auch rezeptfreie Käufe wie die neuen Prednisolon-Lösungen werden dann für behandelnde Ärzte sichtbar.
Apotheken unter Druck: Weniger Neueröffnungen, mehr Schließungen
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Der Markt für dermatologische Therapeutika steht unter dem Einfluss weitreichender gesetzlicher Änderungen. Seit dem 2. Juli 2026 gilt das Apotheken-Verwaltungs-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG). Es bringt Erleichterungen für Zweigapotheken und erweiterte Vertretungsbefugnisse für pharmazeutisch-technische Assistenten (PTA).
Gleichzeitig steigen die finanziellen Belastungen. Seit dem 1. Juli 2026 erhalten Apotheken pro verschreibungspflichtiger Packung 9,00 Euro statt bisher 8,35 Euro. Für 2027 ist eine weitere Erhöhung auf 9,50 Euro geplant. Doch die wirtschaftliche Lage bleibt angespannt. Im Kammerbezirk Nordrhein gab es im ersten Halbjahr 2026 nur vier Neueröffnungen – bei 14 Schließungen.
Milliardengesparte: Das GKV-Spargesetz kommt
Zusätzliche Belastungen drohen durch das GKV-Spargesetz. Der Bundestag stimmt voraussichtlich am 10. Juli 2026 darüber ab. Die Bundesregierung unter Kanzler Merz plant, die Krankenkassen bis 2027 um mindestens 16,3 Milliarden Euro zu entlasten. Vorgesehen ist unter anderem eine Erhöhung der Zuzahlungen für Medikamente um 50 Prozent ab 2027.
Dorothee Brakmann von Pharma Deutschland warnt: „Die kumulativen Instrumente des Gesetzes – darunter Herstellerabschläge und Preis-Mengen-Regelungen – könnten die Versorgung mit innovativen Arzneimitteln für chronisch Kranke gefährden.“
Prävention: Vollziegenmilch senkt Neurodermitis-Risiko
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In der dermatologischen Forschung zeichnen sich neue präventive Ansätze ab. Eine Studie im Fachjournal Clinical Nutrition (GIraFFE-Studie) mit über 2.000 Teilnehmern zeigt: Die Ernährung mit Vollziegenmilch-Formulanahrung kann das Risiko für ärztlich diagnostizierte Neurodermitis bei familiär vorbelasteten Kindern um 64 Prozent senken.
Solche Erkenntnisse unterstreichen die wachsende Bedeutung präventiver Strategien – neben der medikamentösen Therapie akuter Entzündungszustände.
