Neurodermitis, Patienten

Neurodermitis: Bei 30% der Patienten steuert Ernährung Symptome

Veröffentlicht am: 02.08.2026 um 14:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Studien zeigen: Mediterrane Kost lindert Psoriasis, Stallbakterien schützen vor Allergien, Antihistaminika wirken kaum bei Ekzemen.

Neue Forschungsergebnisse: Ernährung und Bakterien als Schlüssel bei Hauterkrankungen
Frische mediterrane Lebensmittel auf einem rustikalen Holztisch als Symbol für Ernährung bei Hauterkrankungen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Mediterrane Kost, Stallbakterien und Co.: Die Forschung zu chronisch-entzündlichen Hauterkrankungen liefert neue Ansätze. Besonders die Ernährung rückt in den Fokus – mit teils überraschenden Ergebnissen.

Mediterrane Kost lindert Schuppenflechte

Eine Umstellung auf mediterrane Ernährung kann die Symptome von Psoriasis deutlich verbessern. Das zeigt eine Studie im Fachmagazin JAMA Dermatology mit 38 Erwachsenen mit leichter bis mittelschwerer Erkrankung. Nach 16 Wochen diätetischer Intervention erreichten 47,4 Prozent der Teilnehmer eine Symptomreduktion von 75 Prozent – die Kontrollgruppe zeigte keine vergleichbaren Verbesserungen.

Bemerkenswert: Die Effekte traten unabhängig von Gewichtsverlust auf. Auch Lebensqualität, Schlaf und Angstsymptome besserten sich. Für Betroffene könnte die Ernährung damit eine sinnvolle Ergänzung zur klassischen Therapie sein.

Neurodermitis: Gene und gezielte Ernährung

Bei Neurodermitis spielt die genetische Veranlagung eine große Rolle. Ist ein Elternteil betroffen, liegt das Erkrankungsrisiko bei 60 Prozent – sind beide betroffen, steigt es auf 80 Prozent. Doch die Ernährung kann gegensteuern: Bei etwa 30 Prozent der Patienten lassen sich die Symptome durch gezielte Kost kontrollieren.

Experten empfehlen Omega-3-Fettsäuren, Antioxidantien und Probiotika. Gleichzeitig sollten stark verarbeitete Produkte, Zucker und rotes Fleisch reduziert werden. Rund 90 Prozent der nahrungsmittelbedingten Reaktionen gehen auf sieben Hauptallergene zurück – darunter Milch, Eier, Nüsse und Soja. Wer die Auslöser kennt, kann gezielt gegensteuern.

Bauernhof-Effekt: Bakterien schützen vor Allergien

Forscher der LMU München und von Helmholtz Munich haben die Bakterien identifiziert, die für den sogenannten Bauernhof-Effekt verantwortlich sind. In einer Studie mit rund 1.000 Kindern, veröffentlicht in NEJM Evidence, isolierten sie neun Gruppen grampositiver Bakterien – darunter Romboutsia timonensis und Glutamicibacter arilaitensis. Diese Bakterien leben primär im Kuhdarm und werden über die Stallluft verbreitet.

Anzeige

Chronischer Juckreiz trotz Therapie? Bei etwa 30 Prozent der Neurodermitis-Patienten lassen sich die Symptome durch gezielte Ernährung kontrollieren. Dieser kostenlose Guide zeigt Ihnen die wichtigsten Schritte – von entzündungshemmenden Lebensmitteln bis zum cleveren Umgang mit den 7 Hauptallergenen. Jetzt kostenlosen Ernährungs-Guide anfordern

Sie erklären etwa zwei Drittel der Schutzwirkung vor Asthma sowie rund 50 Prozent des Schutzes vor Heuschnupfen und Neurodermitis. Ihre Stoffwechselprodukte – wie Kynurenin, Xanthin und Alpha-Linolensäure – aktivieren Rezeptoren, die Entzündungen bremsen. Studien aus Frankreich und Finnland bestätigen diese Ergebnisse.

Antihistaminika: Kaum Nutzen bei Ekzemen

Eine systematische Übersichtsarbeit im The BMJ stellt den Nutzen von Antihistaminika bei atopischen Ekzemen infrage. Die Analyse von 47 Studien mit 6.230 Teilnehmern zeigt: Die Medikamente lindern Juckreiz und Ekzeme nur minimal – ohne klinisch spürbaren Nutzen. Auch Schlafstörungen und Krankheitsschübe bleiben unbeeinflusst.

Die deutschen Leitlinien raten bereits von einer Langzeitanwendung ab. Dennoch nutzen in den USA etwa 50 Prozent und in Großbritannien rund 20 Prozent der Betroffenen diese Medikamente. Fachleute erklären das mit der Pathogenese: Das atopische Ekzem wird primär über Interleukine wie IL-4, IL-13 und IL-31 gesteuert – nicht über Histamin.

Mikrobiom: Von der Geburt bis zur Hautpflege

Die Darmflora prägt das Immunsystem – und das beginnt bereits bei der Geburt. Studien deuten darauf hin, dass die Art der Geburt die Besiedlung mit wichtigen Bakterien beeinflusst und damit das Allergierisiko senken kann. Bei Neurodermitis-Patienten finden sich zudem vermehrt entzündungsfördernde Bakterien auf der Haut.

Auch topische Inhaltsstoffe werden diskutiert:

Anzeige

Antihistaminika lindern Ekzeme kaum – das zeigt eine große Übersichtsarbeit. Doch es gibt einen anderen Hebel: Ihre Ernährung. Erfahren Sie, wie Sie mit den richtigen Lebensmitteln Ihre Hautbarriere stärken und Schübe reduzieren können. Ernährungs-Guide jetzt sichern

  • Süßholzwurzelextrakt wirkt als Anti-Irritant und stärkt die Hautbarriere bei Rosazea und Neurodermitis.
  • Kokosöl kann bei seborrhoischer Dermatitis lindern – birgt aber Risiken bei fettiger Haut, da es den Hefepilz Malassezia nähren kann.
  • Antioxidantien aus Tomaten, Karotten und grünem Tee reduzieren UV-bedingte Hautschäden – ersetzen aber keinen Sonnenschutz.

Bei mechanischen Hilfsmitteln wie Hornhautentfernern raten Podologen zur Vorsicht – besonders bei Psoriasis oder Diabetes, um Verletzungen der beanspruchten Hautbarriere zu vermeiden.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.

de | wissenschaft | 69910350 |