Neurodermitis: 3,5 Millionen Betroffene brauchen konsequente Basispflege
Veröffentlicht am: 09.10.2026 um 18:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Fachbeiträge und dermatologische Diskussionen beleuchten zunehmend das Zusammenspiel aus gezielter Hautbarrierepflege und modernen Behandlungsstrategien. Im Mittelpunkt stehen dabei natürliche Inhaltsstoffe wie phenolische Verbindungen, darunter Coffeesäure, sowie strukturierte Ansätze zur Linderung chronisch-entzündlicher Hauterkrankungen wie der atopischen Dermatitis.
Phenolische Verbindungen und pflanzliche Extrakte im Fokus
Ein zentraler Aspekt aktueller kosmetischer Fachbetrachtungen ist der Einsatz sekundärer Pflanzenstoffe. Coffeesäure, eine phenolische Verbindung, wird aufgrund ihrer antioxidativen und entzündungshemmenden Eigenschaften beschrieben.
Der Wirkstoff kann freie Radikale neutralisieren und dazu beitragen, Hautreizungen sowie Rötungen zu mindern. Wissenschaftliche Untersuchungen widmen sich dabei den zugrundeliegenden entzündlichen Signalwegen und einem potenziellen Schutz vor Umweltbelastungen wie UV-Strahlung und Luftverschmutzung.
Ergänzend dazu beschreibt die Rohstoffforschung den Kaffeesäurephenethylester (CAPE), der aus Bienenpropolis gewonnen wird. Dem Stoff werden antioxidative, entzündungshemmende sowie immunmodulatorische Merkmale zugeschrieben, die für Hautpflege- und Nahrungsergänzungsanwendungen erforscht werden.
Neben diesen Säurederivaten gewinnen weitere pflanzliche Extrakte an Bedeutung:
- Portulak (Portulaca oleracea): Der Extrakt liefert Antioxidantien, Omega-3-Fettsäuren, Aminosäuren und Polysaccharide. Er wird herangezogen, um oxidativen Stress zu mindern, die Hautbarriere zu stärken und den transepidermalen Wasserverlust zu verringern.
- Bakuchiol: Gewonnen aus den Samen von Psoralea corylifolia, gilt der Inhaltsstoff als pflanzliche Alternative zu Retinol mit antibakteriellen sowie entzündungshemmenden Merkmalen zur Talgregulierung und Behandlung von Pigmentflecken.
- Kamille und Beinwurz: Kamillenextrakt (Chamomilla recutita) enthält die entzündungshemmende Verbindung Bisabolol, während Beinwurz-Wurzelextrakt über Inhaltsstoffe wie Allantoin und Rosmarinsäure Feuchtigkeit bindet und gereizte Haut beruhigt.
- Karottensamenöl: Es enthält Beta-Carotin sowie die Vitamine A und E für den antioxidativen Schutz und die Barrierepflege.
Versorgungsbedarf und Basispflege bei Neurodermitis
Die Diskussion um wirksame Hautpflege berührt unmittelbar therapeutische Fragestellungen. In Deutschland sind nach Angaben von Prof. Matthias Augustin rund 3,5 Millionen Menschen von Neurodermitis betroffen, darunter etwa 1,5 Millionen Kinder.
Rund 3,5 Millionen Menschen in Deutschland leben mit Neurodermitis — und viele werden nicht leitliniengerecht behandelt. Dabei gilt die konsequente Basispflege mit Emollienzien als am besten belegte Grundlage, um Feuchtigkeitsverluste der gestörten Hautbarriere auszugleichen und den Juckreiz zu lindern. Unser kostenloser Ratgeber zeigt Ihnen in fünf Schritten, wie Sie beruhigende Wirkstoffe wie Bisabolol, Allantoin und Portulak sinnvoll in Ihre Pflegeroutine einbauen. Jetzt kostenlosen Pflege-Ratgeber anfordern
Augustin betonte die Notwendigkeit einer frühzeitigen Erkennung und Intervention und wies darauf hin, dass viele Betroffene bislang nicht modern und leitliniengerecht behandelt würden. Zudem deutet eine aktuelle Studie darauf hin, dass häufige und langwierige Atemwegsinfekte in der Kindheit mit einem erhöhten Risiko für atopische Dermatitis in Verbindung stehen könnten.
In Fortbildungsformaten wie dem vom Ärzteverband Deutscher Allergologen (AeDA) unterstützten DigiPat-Webinar mit Dr. med. Avend Bamarni vom Universitätsklinikum Freiburg stehen neben der Lebensqualität und modernen Systemtherapien vor allem die individuelle Basispflege und Emollienzien im Fokus.
Fachgesellschaften weisen darauf hin, dass eine konsequente Pflege mit Emollientien die am besten belegte Grundlage bildet, um Feuchtigkeitsverluste der gestörten Hautbarriere auszugleichen und Symptome wie anhaltenden Juckreiz zu lindern.
Qualitätssicherung pflanzlicher Rohstoffe
Mit dem steigenden Interesse an pflanzlichen Pflegestoffen rücken auch regulatorische Standards stärker in den Vordergrund. Bei der Verarbeitung natürlicher Pflanzenextrakte verweisen Branchenleitfäden auf verbindliche Qualitätsprüfungen.
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Für Hersteller und Formulierer sind lückenlose Analysezertifikate, Produktspezifikationen sowie die Einhaltung von Standards wie Sicherheitsdatenblättern (MSDS) und den Richtlinien der Guten Herstellungspraxis (GMP) entscheidend, um Reinheit und gleichbleibende Qualität im kosmetischen Einsatz zu gewährleisten.
