Alzheimer-Therapien, Lecanemab

Neue Alzheimer-Therapien: Lecanemab und Donanemab seit Juni für 120.000 Patienten

30.06.2026 - 10:19:06 | boerse-global.de

Flüssigkeitsmangel erhöht Alzheimer-Marker, Fischöl zeigt keine kognitiven Vorteile. Neue Antikörper-Therapien in Deutschland verfügbar.

Demenzrisiko: Neue Studien zu Trinkmenge, Fischöl und Medikamenten
Alzheimer-Therapien - Ein klares Glas Wasser neben einem Gehirn aus fließendem, durchscheinendem Wasser, das Hydration und Gehirngesundheit symbolisiert. 30.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Neue Studien zeigen überraschende Zusammenhänge zwischen Alltagsgewohnheiten und Demenzrisiko.

Die tägliche Flüssigkeitsaufnahme könnte eine unterschätzte Rolle bei der Alzheimer-Prävention spielen. Eine Kohortenstudie mit 287 Teilnehmern zwischen 55 und 90 Jahren untersuchte den Zusammenhang zwischen Trinkmenge und Amyloid-?-Ablagerungen – einem charakteristischen Alzheimer-Marker.

Das Ergebnis: Wer weniger als fünf Tassen Flüssigkeit pro Tag zu sich nimmt, weist ein höheres Maß an diesen schädlichen Ablagerungen auf. Der Effekt zeigte sich besonders bei Personen ohne das Risiko-Gen ApoE4.

Ernüchterung bei Fischöl

Ganz anders sieht es bei Omega-3-Fettsäuren aus. Eine placebokontrollierte Doppelblindstudie der Keck Medicine of USC mit 365 Teilnehmern prüfte die Wirkung von Docosahexaensäure (DHA) aus Fischöl. Die tägliche Einnahme von 2.000 Milligramm über zwei Jahre erhöhte zwar die DHA-Konzentration im Liquor um 17 Prozent.

Doch klinische Vorteile blieben aus: Weder Gedächtnis noch kognitive Leistung verbesserten sich. Auch die Schrumpfung des Hippocampus – ein frühes Alzheimer-Anzeichen – wurde nicht verlangsamt.

Medikamente: Gewinner und Verlierer

Differenzierte Entwicklungen zeigen sich bei der medikamentösen Prävention. Diabetes-Wirkstoffe senken das Alzheimer-Risiko erheblich: SGLT2-Inhibitoren um 43 Prozent, GLP-1-Agonisten um 33 Prozent. Sogar eine Gürtelrose-Impfung reduziert das Demenzrisiko um bis zu 24 Prozent.

Doch einige Medikamente wirken gegenteilig. Anticholinergika erhöhen das Risiko um 54 Prozent, Protonenpumpenhemmer um 44 Prozent. Auch der Blutdruck spielt eine kritische Rolle: Hypertonie steigert das Risiko um den Faktor 1,57, dauerhaft niedriger Blutdruck sogar um 2,74.

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Seit Juni 2026 stehen in deutschen Kliniken mit Lecanemab und Donanemab zwei neue Antikörper-Therapien zur Verfügung. Sie zielen darauf ab, Amyloid-Plaques im Gehirn abzubauen. Schätzungsweise 120.000 der rund 1,2 Millionen Alzheimer-Patienten in Deutschland kommen dafür infrage.

KI erkennt Risiko Jahre vor Symptomen

Die Früherkennung macht große Sprünge. KI-gestützte Netzhautscans können ein Alzheimer-Risiko bis zu 8,55 Jahre vor Symptombeginn identifizieren. Der Markt für solche Analysen wächst rasant und soll bis 2033 ein Volumen von 9,4 Milliarden US-Dollar erreichen. Auch Bluttests von Roche und Eli Lilly erzielen mittlerweile eine Genauigkeit von über 90 Prozent.

Kognitive Aktivität zeigt ebenfalls positive Effekte: Gezieltes Geschwindigkeitstraining am Computer senkt das Alzheimer-Risiko um 25 Prozent. Auch regelmäßige Internetnutzung im Alter wird mit verlangsamtem kognitivem Abbau in Verbindung gebracht.

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Forderung nach digitaler Infrastruktur

Angesichts jährlicher Kosten von über 80 Milliarden Euro durch Demenzerkrankungen fordern Wissenschaftsakademien wie Leopoldina und Acatech bessere Datennutzung. Ein zentrales Anliegen: die Einführung einer digitalen Identitätsnummer (UID), um Gesundheitsdaten effizienter zu verknüpfen. Experten gehen davon aus, dass fast jede zweite Demenzerkrankung durch eine Kombination aus Lebensstiländerungen, Früherkennung und optimierter Versorgung vermeidbar wäre.

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