NetNut-Netzwerk, Google

NetNut-Netzwerk: Google und FBI stoppen zwei Millionen Botgeräte

03.07.2026 - 18:50:45 | boerse-global.de

Ein junger Antwerpener soll eine europaweite Betrugsbande angeführt haben. Die Schadenssumme liegt bei über einer halben Million Euro.

Belgische Polizei fasst 19-jährigen Chef einer Phishing-Bande
NetNut-Netzwerk - Eine Person im Hoodie, umgeben von Computermonitoren mit Code, symbolisiert Cyberkriminalität und Phishing. 03.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Er soll eine europaweit agierende Phishing-Bande angeführt haben. Der Zugriff erfolgte in einer Airbnb-Unterkunft, nachdem der Verdächtige aus Dubai zurückgekehrt war.

Organisierte Kriminalität mit hohen Schäden

Dem jungen Antwerpener wird vorgeworfen, eine kriminelle Organisation von den Niederlanden aus gesteuert zu haben. Die Bande gab sich als Bankmitarbeiter aus und nutzte gefälschte E-Mails, Textnachrichten und App-Benachrichtigungen. Der Schaden liegt bei über 500.000 Euro. In einigen Fällen kam auch Fernzugriffs-Software zum Einsatz.

Die Gruppe setzte auf Geldesel und Kryptowährungen, um die Spuren zu verwischen. Der Hauptverdächtige soll die Beute unter anderem für Luxusreisen nach Dubai genutzt haben. Die Flüge wurden teilweise mit gestohlenen Bankkartendaten gebucht. Das Verfahren gegen die Organisation läuft seit März 2026.

Grenzüberschreitende Erfolge gegen Cyberkriminalität

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Der aktuelle Fahndungserfolg ist Teil verstärkter Maßnahmen gegen Cyberkriminalität. Bereits im Mai 2026 nahm die Polizei in Haarlemmermeer sechs Verdächtige fest, die ebenfalls im Bank-Phishing aktiv gewesen sein sollen.

Die niederländische Steuerfahndung FIOD beschlagnahmte Ende Mai über 800 Server in Rechenzentren in Schiphol und Dronten. Zwei Männer wurden festgenommen. Sie sollen Hosting-Dienstleistungen für pro-russische Cyberangriffe und Desinformationskampagnen bereitgestellt haben.

Eine groß angelegte Kampagne namens „Game Over?!“ führte im Frühjahr zu weiteren Erfolgen. Nach hunderte Hinweisen aus der Bevölkerung konnten 74 von 100 gesuchten Personen im Zusammenhang mit Online-Betrug identifiziert werden.

Technologische Abwehr zeigt Wirkung

Neben Strafverfolgung setzen die Behörden auf technische Schutzmechanismen. Ein Pilotprojekt namens „Anti Phishing Shield“ – eine Zusammenarbeit des niederländischen NCSC mit Internetdienstanbietern – verhinderte bis Ende März 2026 über zwei Millionen Zugriffe auf bösartige Webseiten.

Die Google Threat Intelligence Group störte gemeinsam mit dem FBI ein weitreichendes Proxy-Netzwerk namens NetNut. Dieses umfasste mindestens zwei Millionen Endgeräte – darunter Smart-TVs und Streaming-Boxen. Allein in einer Woche im Juni 2026 nutzten 316 Bedrohungsgruppen diese Infrastruktur. Durch gezielte Sperrungen wurde die Zahl der verfügbaren Geräte drastisch reduziert.

Warnung vor neuen Betrugsmaschen

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Trotz der Erfolge warnen Sicherheitsbehörden vor neuen Kampagnen. Derzeit sind vermehrt Phishing-E-Mails im Umlauf, die angeblich von Interpol oder der Guardia Civil stammen. Sie setzen die Empfänger unter Druck und versuchen, über schadhafte Dateianhänge oder Links an Passwörter für Gmail oder Outlook zu gelangen.

Wichtig zu wissen: Offizielle Stellen kommunizieren strafrechtliche Angelegenheiten grundsätzlich nicht über unaufgeforderte E-Mails.

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