Nestlé, Yfood

Nestlé übernimmt Yfood: Abschluss am 3. Juli 2026

03.06.2026 - 14:30:41 | boerse-global.de

Nestlé kauft die restlichen Anteile am Trinkmahlzeiten-Hersteller Yfood. Die Marke bleibt eigenständig, die operative Führung wechselt.

Nestlé übernimmt Yfood: Abschluss am 3. Juli 2026 - Bild: über boerse-global.de
Nestlé übernimmt Yfood: Abschluss am 3. Juli 2026 - Bild: über boerse-global.de

Der Lebensmittelkonzern übernimmt die restlichen Anteile von den Gründern Benjamin Kremer und Noel Bollmann. Bereits seit 2023 hielt Nestlé 49 Prozent an dem Start-up. Der Abschluss soll am 3. Juli 2026 erfolgen.

Eigenständig unter neuer Führung

Yfood bleibt trotz der Übernahme als eigenständige Einheit bestehen. Die operative Leitung übernimmt allerdings Nestlé-Managerin Jolanda Schwirtz. Das 2017 gegründete Unternehmen beschäftigt rund 150 Mitarbeiter in München.

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Das Portfolio umfasst trinkfertige Mahlzeiten, Pulver und Riegel. Vertrieben werden die Produkte in 30 Ländern an rund 50.000 Verkaufsstellen. 2025 erzielte Yfood einen Umsatz von etwa 150 Millionen Euro – ein zweistelliges Wachstum. Nestlé will die Marke nun besonders außerhalb Europas ausbauen. Den Kaufpreis nannten beide Seiten nicht.

Erster großer Deal unter neuem CEO

Die Übernahme ist die erste größere Akquisition unter Philipp Navratil. Er hatte den Chefposten im September 2025 übernommen. Der Deal passt in eine umfassende Neuausrichtung des Konzerns.

Während Nestlé bei Tiernahrung und Kaffee ein Wachstum von drei bis vier Prozent erwartet, kämpft die Sparte für Säuglingsnahrung mit Problemen. Anfang Juni 2026 wurde auf Investorenkonferenzen klar: Der Konzern setzt verstärkt auf Petcare. 2025 übertraf der Umsatz mit Tiernahrung (18,4 Milliarden CHF) erstmals den der Babynahrung (17,9 Milliarden CHF).

Die Gründe: sinkende Geburtenraten und die zunehmende Vermenschlichung von Haustieren. Zudem belasteten Rückrufe in über 60 Ländern die Babynahrungssparte – mögliche Verunreinigungen mit dem Giftstoff Cereulid sorgten für Negativschlagzeilen.

Branche im Umbruch

Die Übernahme von Yfood spiegelt einen allgemeinen Trend wider. Eine Studie der Universität Freiburg vom Juni 2026 zeigt: Die Zahl der Unternehmen in der deutschen Lebensmittelverarbeitung sank zwischen 2002 und 2022 um 44 Prozent auf rund 25.000 Betriebe. Besonders stark traf es Bäcker und Fleischer.

2022 entfielen 83 Prozent des Branchenumsatzes von 238,5 Milliarden Euro auf nur drei Prozent der Unternehmen. Auch in anderen Sektoren zeigt sich die Konsolidierungswelle. Anfang Juni fusionierten Arla Foods und Deutsches Milchkontor (DMK) – eine Genossenschaft mit einem jährlichen Milchpool von 19 Milliarden Kilogramm entstand. Parallel übernahm der französische Molkereikonzern Lactalis den britischen Anbieter Protein Works.

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Innovation bleibt auf der Agenda

Trotz des Fokus auf Wachstumsmärkte vernachlässigt Nestlé das Kerngeschäft nicht. Eine Anfang Juni 2026 angekündigte Zusammenarbeit mit dem US-Startup Helaina zielt auf Säuglingsnahrung mit bioidentischem menschlichem Lactoferrin ab. Das Protein wird per Präzisionsfermentation gewonnen.

Nestlé hält im Babynahrungsmarkt weltweit einen Anteil von rund 25 Prozent. Die Partnerschaft mit Helaina zeigt: Der Konzern bleibt auch in diesem Segment innovationsaktiv – parallel zum Ausbau der Trinkmahlzeiten-Sparte.

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