Nervenstimulator, Implantat

Nervenstimulator: Implantat löst sich selbst auf und spart OP

Veröffentlicht: 15.07.2026 um 08:39 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Neuraptive sichert sich Rechte an selbstauflösendem Nervenimplantat. Zudem erhält Newronika CE-Kennzeichnung für adaptive Tiefenhirnstimulation.

Neuraptive Therapeutics: Lizenz für bioresorbierbaren Nervenstimulator
Ein durchscheinendes, bioresorbierbares Nervenstimulator-Implantat inmitten komplexer, sich regenerierender Nervenfasern mit leichtem Glühen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Statt starrer Geräte setzen Forscher auf adaptive Systeme, die mit dem Körper interagieren – und sich sogar selbst auflösen.

Bioresorbierbarer Stimulator macht zweiten Eingriff überflüssig

Ein Meilenstein in der Nervenregeneration: Das US-Unternehmen Neuraptive Therapeutics hat sich Mitte Juli 2026 die exklusiven Rechte an einem neuartigen Nervenstimulator gesichert. Entwickelt wurde die Technologie von der Washington University in St. Louis gemeinsam mit der Northwestern University.

Das Besondere: Das Implantat gibt elektrische Impulse direkt an verletzte Nerven ab, um die Heilung zu beschleunigen. Und es besteht aus Materialien, die der Körper mit der Zeit vollständig abbaut. Ein zweiter chirurgischer Eingriff zur Entfernung des Geräts entfällt – das senkt Infektionsrisiko und Belastung für den Patienten.

Die Technologie ergänzt das bestehende Portfolio des Unternehmens, insbesondere das Produkt NTX-001, das sich bereits in der klinischen Phase 3 befindet. Finanzielle Details der Lizenzvereinbarung wurden nicht veröffentlicht.

Adaptive Tiefenhirnstimulation erhält europäische Zulassung

Auch bei Erkrankungen des Zentralnervensystems gibt es Fortschritte. Das Mailänder Unternehmen Newronika erhielt Mitte Juli 2026 die CE-Kennzeichnung für sein System ?DBS®. Es handelt sich um eine adaptive Tiefenhirnstimulation, die elektrische Impulse in Echtzeit anpasst.

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Das System ist in eine spezialisierte Datenplattform integriert, die eine kontinuierliche Überwachung und Feinabstimmung der Therapie erlaubt. Für den US-Markt sammelt das Unternehmen derzeit weitere Daten in der laufenden ADVENT-Studie, um eine FDA-Zulassung zu erwirken.

KI-Werkzeuge und selektive Antikörper: Neue Wege in der Alzheimer-Forschung

Ein internationales Konsortium unter Leitung der Washington University stellte Mitte Juli 2026 drei KI-basierte Open-Source-Tools vor. Sie sollen die Auswertung wissenschaftlicher Literatur beschleunigen und unveröffentlichte Daten analysieren – mit dem Ziel, neue therapeutische Zielstrukturen zu identifizieren.

Parallel dazu präsentierte ProMIS Neurosciences auf einer Fachkonferenz Daten aus einer Phase-1a-Studie mit dem Wirkstoff PMN310. Die Untersuchung an gesunden Probanden zeigt eine dosisabhängige Bindung an Amyloid-Beta-Oligomere im Liquor.

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Der entscheidende Vorteil: Der Antikörper richtet sich gezielt gegen toxische Oligomere, ohne an die im Gehirn vorhandenen Plaques zu binden. Das könnte die Sicherheit und Wirksamkeit im Vergleich zu bisherigen Ansätzen erhöhen. Eine Phase-1b-Studie mit Patienten läuft bereits. Erste aussagekräftige Gesamtergebnisse werden für das erste Quartal 2027 erwartet.

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