Nervenendigungen: Ankita Rawat erhält 7.000 Euro für Schmerzforschung
Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 12:39 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie Deutsche Schmerzgesellschaft e.V. hat auf dem Deutschen Schmerzkongress zwei wissenschaftliche Auszeichnungen verliehen, die an Forscherinnen des Universitätsklinikums Würzburg gingen. Die Fachtagung fand vom 21. bis zum 24. Oktober 2026 in Mannheim statt.
Wie aus einem Bericht des Universitätsklinikums Würzburg vom 28. Oktober 2026 hervorgeht, zeichnen die vergebenen Preise Arbeiten aus, die sich mit molekularen Mechanismen des Nervensystems sowie zellulären Prozessen des Immunsystems bei Schmerzzuständen befassen.
Immunologische Faktoren beim komplexen regionalen Schmerzsyndrom
Mit dem Nachwuchsförderpreis Schmerz wurde Celine Panzer vom Universitätsklinikum Würzburg ausgezeichnet. Der Preis ist mit 6.000 Euro dotiert und wird von Merz Therapeutics gesponsert. Die prämierte Arbeit widmet sich der Untersuchung des komplexen regionalen Schmerzsyndroms (CRPS), einer oft langwierigen und schwer behandelbaren Schmerzerkrankung, die typischerweise nach Verletzungen an Extremitäten auftritt.
Im Zentrum von Panzers Untersuchung steht eine sogenannte CITE-seq-Analyse neutrophiler Granulozyten. Neutrophile Granulozyten stellen einen wesentlichen Bestandteil des angeborenen Immunsystems dar und spielen bei Entzündungsreaktionen eine zentrale Rolle.
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Mithilfe des hochauflösenden Verfahrens, das molekulare Sequenzierungsdaten mit Oberflächenproteininformationen auf Einzelzellebene verknüpft, lassen sich die Eigenschaften und Reaktionen dieser Immunzellen im Zusammenhang mit CRPS detailliert charakterisieren.
Proteomik und Ionenkanäle an isolierten Nervenendigungen
Der Förderpreis Grundlagenforschung ging an Dr. Ankita Rawat, ebenfalls Forscherin am Universitätsklinikum Würzburg. Die Auszeichnung ist mit 7.000 Euro dotiert und wurde von der Grünenthal GmbH gesponsert. Gewürdigt wurde eine Forschungsarbeit, die bereits im Jahr 2025 in der Fachzeitschrift Pain publiziert worden war.
Rawat widmete sich in ihrer Arbeit einer Proteomanalyse von isolierten Nervenendigungen aus sogenannten NaV1.9-Knockout-Mäusen. Der spannungsgesteuerte Natriumkanal NaV1.9 ist vor allem in schmerzleitenden sensorischen Neuronen lokalisiert und steht seit Längerem im Fokus der neurobiologischen Schmerzforschung.
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Die von Rawat genutzte Methodik ermöglicht es, Nervenendigungen sowohl aus Hautproben von Mäusen als auch direkt aus menschlicher Haut gezielt zu isolieren. Dadurch können die Eiweißzusammensetzung und Veränderungen an den äußersten Endigungen der Nervenfasern, an denen Schmerzreize primär aufgenommen werden, unmittelbar untersucht werden.
Methodische Verknüpfung von Immunologie und Neurobiologie
Die beiden Auszeichnungen spiegeln die wachsende Bedeutung spezialisierter molekularer Methoden in der Schmerzforschung wider. Während die Grundlagenforschung von Dr. Ankita Rawat unmittelbar an den peripheren Nervenendigungen und Ionenkanal-Modellen ansetzt, adressiert die Arbeit von Celine Panzer die zelluläre Entzündungsantwort des Immunsystems bei chronischen Schmerzverläufen.
Die Verleihung beider Förderpreise durch die Deutsche Schmerzgesellschaft e.V. an Forscherinnen desselben Standorts unterstreicht den Stellenwert dieser detaillierten zellulären Analysen für das grundlegende Verständnis chronischer Schmerzmechanismen.
