Naver baut KI-Fabrik: Nvidia und Brookfield investieren 10 Mrd. Dollar
Veröffentlicht am: 25.07.2026 um 08:21 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Südkoreas Internetriese Naver sichert sich zehn Milliarden Dollar von Nvidia und Brookfield Asset Management für den Bau einer gigantischen KI-Infrastruktur. Das Projekt könnte den asiatischen Markt für Rechenleistung neu ordnen.
Die Ankündigung auf dem AI Summit in San Francisco am 24. Juli 2026 markiert einen Wendepunkt für Naver. Der Konzern, bisher vor allem als Betreiber der gleichnamigen Suchmaschine bekannt, steigt massiv ins Geschäft mit der Vermietung von Rechenkapazitäten ein. Analysten sehen darin einen strategischen Schachzug: Der globale Markt für KI-Computing-Ressourcen soll bis 2031 auf umgerechnet rund 370 Milliarden Euro anwachsen.
Das Gak-Sejong-Rechenzentrum wird zur Keimzelle
Im Zentrum des Ausbaus steht Navers bestehender Standort Gak Sejong. Die Erweiterung erfolgt in mehreren Phasen. Eine erste Ausbaustufe mit 55 Megawatt Leistung soll bereits in der ersten Jahreshälfte 2027 ans Netz gehen. Bis Ende 2027 ist eine Verdopplung auf 100 Megawatt geplant, ein Jahr später sollen es 200 Megawatt sein.
Das ambitionierte Endziel: eine Kapazität von einem Gigawatt – das entspricht in etwa der Leistung eines mittelgroßen Kernkraftwerks. Branchenbeobachter schätzen die Gesamtkosten des Vorhabens auf 46 bis 55 Milliarden Euro. Um diese Summen stemmen zu können, plant Naver die Gründung einer Zweckgesellschaft, die externes Kapital einsammeln und die Infrastruktur verwalten soll.
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Nvidia liefert die Hardware, Brookfield das Geld
Die Rollenverteilung ist klar: Nvidia steuert rund eine Milliarde Dollar bei – und vor allem die entscheidende Technologie. Der Chipriese liefert die Grafikprozessoren und seine DSX-Plattform, die das Herzstück der KI-Fabrik bilden. Die Zusammenarbeit geht auf persönliche Treffen zwischen Naver-Gründer Lee Hae-jin und Nvidia-CEO Jensen Huang im Silicon Valley zurück.
Brookfield Asset Management, das mehr als eine Billion Dollar verwaltet, bringt den Löwenanteil von bis zu neun Milliarden Dollar. Die Gespräche zwischen Naver und Brookfield hatten Ende Juli in Toronto stattgefunden. Das Investment des Vermögensverwalters soll umgerechnet mehr als neun Milliarden Euro betragen – nötig für die extrem energieintensive Kühlung und Stromversorgung eines KI-Rechenzentrums.
Aktienrallye und milliardenschwere Umsatzziele
Die Nachrichten über die Investitionsgespräche hatten Navers Aktie bereits in der vergangenen Woche beflügelt. Am 23. Juli schoss der Kurs um fast zehn Prozent auf 215.000 Won nach oben und kletterte bis zum Wochenende weiter in Richtung 220.000 Won. Anleger setzen offenbar darauf, dass Naver mit dem neuen Geschäftsfeld unabhängiger von seinem Kerngeschäft mit Werbung und sozialen Medien wird.
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Finanzanalysten prognostizieren der KI-Fabrik innerhalb von fünf Jahren zusätzliche Jahreserlöse von umgerechnet rund 14 Milliarden Euro. Naver peilt eine operative Marge von 20 Prozent für die Vermietung von Rechenleistung an. Doch das Geschäft birgt Risiken: Die Kapitalintensität ist enorm, und hochwertige Grafikprozessoren haben mit fünf bis sechs Jahren eine vergleichsweise kurze Nutzungsdauer.
Parallel zum Infrastrukturausbau bereitet Naver für die zweite Jahreshälfte 2026 den Start einer neuen KI-Agentenplattform vor. Damit will der Konzern seine Softwaredienste enger mit der wachsenden Hardware-Kapazität verzahnen.
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