NatWest, Millionen

NatWest zwingt Millionen Banker zu KI-Ethik-Training

22.06.2026 - 13:47:17 | boerse-global.de

NatWest schult alle Angestellten in KI-Ethik. Branchenweite Initiativen von Santander und Lloyds sowie neue Regulierungen prägen den Wandel.

NatWest: KI-Ethik-Training für alle Mitarbeiter als Branchensignal
NatWest - Banking professionals in a modern office, participating in an AI ethics training session with digital screens displaying data. 22.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die britische Großbank NatWest verpflichtet ihre gesamte Belegschaft zu einem KI-Ethik-Training – ein Signal für die gesamte Branche.

Das Programm, das in Zusammenarbeit mit der University of Edinburgh entwickelt wurde, erstreckt sich über zwei bis drei Monate. Es vermittelt Grundlagen der künstlichen Intelligenz, Datenschutzstandards und die sich ständig wandelnden regulatorischen Anforderungen. NatWest-CEO Paul Thwaite stellte klar, dass die Bank an der Spitze des technologischen Wandels stehen wolle – auch wenn dies bedeute, dass bestimmte Berufsbilder vollständig verschwinden.

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KI verändert den Arbeitsmarkt radikal

Mehr als ein Viertel der NatWest-Mitarbeiter ist derzeit in der Softwareentwicklung tätig. Die Schulung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der Finanzsektor mit massiven Umwälzungen kämpft. Eine am heutigen Montag veröffentlichte Studie von Accenture zeigt: 49 Prozent der britischen Führungskräfte erwarten einen Stellenabbau durch KI. Eine weitere Untersuchung vom Jahreswechsel ergab, dass die Hälfte aller Londoner Unternehmen bereits einen erheblichen KI-Fachkräftemangel meldet.

Branchenweite Aufrüstung

NatWest steht mit dieser Initiative nicht allein. Die Santander Group kündigte ebenfalls am Montag an, allen 185.000 Mitarbeitern weltweit KI-Zugang zu gewähren. Die spanische Bank berichtet, dass bereits 40 Prozent ihres Softwarecodes von KI generiert werden. Zwischen 2026 und 2028 will Santander mehr als eine Milliarde Euro an Geschäftswert aus der Technologie schöpfen – genutzt werden unter anderem Microsoft Copilot, ChatGPT, Claude und Gemini.

Auch die Lloyds Bank schult ihre 67.000 Angestellten. Eine Umfrage des Instituts ergab: 93 Prozent der britischen Finanzunternehmen sehen KI als die einflussreichste Technologie der nächsten fünf Jahre. 77 Prozent betrachten neue Technologien als ihre wichtigste Wachstumspriorität.

Regulierung und Standards gewinnen an Fahrt

Während einzelne Institute ihre internen Schulungen vorantreiben, entstehen branchenweite Initiativen zur Standardisierung der KI-Governance. Die Linux Foundation rief am Montag die Appia Foundation ins Leben – ein Konsortium aus OpenAI, Google, Microsoft, Arm und Mastercard. Ziel ist die Entwicklung offener Spezifikationen für KI-Konformität entlang der gesamten Lieferkette, insbesondere zur Einhaltung des EU AI Act.

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Diese Entwicklungen folgen auf jüngste regulatorische Maßnahmen. Bereits am 10. Juni warnte die britische Finanzaufsicht FCA in einem Technologiescan vor „kognitiver Erosion“ und den Risiken einer übermäßigen Delegation von Finanzentscheidungen an KI-Agenten. Anfang Juni erließ zudem eine US-Executive-Order einen freiwilligen Rahmen für die vorläufige Prüfung fortschrittlicher Modelle – um die autonome Ausnutzung von Cybersicherheitslücken zu verhindern.

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