Nato-Hack: 400 Militär-Identitäten an Russland übergeben
Veröffentlicht am: 01.08.2026 um 17:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Mehr als 400 Identitäten von Militär- und Geheimdienstangehörigen sollen in die Hände russischer Dienste gefallen sein. Betroffen sind Spanien und mehrere Nato-Strukturen.
Die pro-russischen Hackerkollektive PalachPro, APTDesi und NoName057(16) haben am heutigen Samstag erklärt, Sicherheits- und Strafverfolgungsdatenbanken in Spanien sowie bei mehreren Nato-Einrichtungen kompromittiert zu haben. Nach Angaben der Gruppen erbeuteten sie die Identitäten von über 400 Militär- und Geheimdienstangehörigen, die mit spanischen und ukrainischen Diensten verbunden sind.
Hochsensible Daten in falschen Händen
Die entwendeten Daten umfassen persönliche Informationen und Akten von Personal, das mit internationalen Agenturen wie der CIA, dem britischen MI6 und dem ukrainischen Sicherheitsdienst SBU kooperiert. Unter den namentlich Genannten befindet sich Jesús Barbo Lasalle, ein spanischer Soldat, der in Saragossa ukrainische Streitkräfte ausbildet. Ebenfalls betroffen: ein Agent namens David Yubero Moreno sowie die als Antonio Suárez Varela und Jorge Gómez Peña identifizierten Personen – Letzterer trägt den Rufnamen „Yuri“.
Daten bereits an Moskau übergeben
Die Hackergruppen behaupten, das kompromittierte Material sei bereits an den russischen Geheimdienst weitergeleitet worden. Das Kollektiv APTDesi soll die Datenbanken für die Veröffentlichung aufbereitet haben. Die gestohlenen Informationen betreffen demnach spanische Militärangehörige, die derzeit im Rahmen der Nato in der Ukraine tätig sind, sowie Polizeikräfte in mehreren Bündnisstaaten.
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Angriffswelle auf mehreren Fronten
Die Enthüllung fällt in eine Phase erhöhter Cyberbedrohungen durch russische Akteure. Bereits am 31. Juli hatten das britische National Cyber Security Centre (NCSC) und 15 internationale Partner eine Kampagne der Gruppe „LAUNDRY BEAR“ aufgedeckt. Diese nutzte eine Zero-Click-Technik, um Zimbra-Webmail-Dienste zu kompromittieren und E-Mails zu stehlen. Branchenanalysten zufolge wurde die Methode zunächst an ukrainischen Zielen getestet, bevor sie gegen Nato-Mitglieder zum Einsatz kam. Ermittler betonen, dass künstliche Intelligenz bei der Entwicklung des Schadcodes eine Rolle gespielt habe.
Auch am Nato-Hauptquartier wächst die Nervosität: Nach der Festnahme eines kanadischen Praktikanten am belgischen SHAPE-Stützpunkt in Mons ermitteln die belgischen Behörden. Der Mann chinesischer Herkunft soll für ein ungenanntes Drittland spioniert haben und steht im Verdacht, Verbindungen zu einer kriminellen Organisation zu haben.
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Desinformationskampagne gegen Spanien
Parallel zu den Cyberangriffen meldeten ukrainische Behörden am 31. Juli die Entdeckung eines pro-russischen Mediennetzwerks, das gezielt Desinformation in Spanien verbreitet. Außenminister Andrii Sybiha zufolge veröffentlichten Kanäle wie Pravda und RT mehr als 1.500 Artikel über eine angebliche Migrationskrise in der spanischen Stadt Ceuta.
Die Kampagne zielt darauf ab, innereuropäische Spannungen zu schüren – Hintergrund sind Berichte über mehr als 50.000 illegale Grenzübertritte in die Stadt. Während Italien und Tschechien angeblich die Schließung des Schengen-Raums für Spanien fordern, hat die EU-Führung den spanischen Behörden Unterstützung bei der Bewältigung der Lage zugesagt.
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