Nasenspray, Hirnalterung

Nasenspray gegen Hirnalterung: Zwei Dosen verbessern das Gedächtnis bei Mäusen

Veröffentlicht am: 12.10.2026 um 16:45 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Zwei Dosen senkten bei älteren Mäusen Entzündungswerte und verbesserten die Gedächtnisleistung; Tests am Menschen stehen noch aus.
Eine Laborpipette über einer Petrischale mit einer biologischen Zellkultur in einem sterilen Laborumfeld. Illustration mit AI erstellt.

Im Bereich der neurologischen Altersforschung eröffnen zellbiologische Ansätze neue Wege, um neurodegenerative Prozesse zu verlangsamen. Ein wissenschaftliches Team der Texas A&M University unter der Leitung von Professor Ashok Shetty hat ein Nasenspray entwickelt, das altersbedingten Abbauprozessen im Gehirn entgegenwirken soll.

Wie eine im Fachjournal Journal of Extracellular Vesicles veröffentlichte Untersuchung zeigt, führten bereits zwei Dosen des Wirkstoffs bei älteren Mäusen zu einer signifikanten Verringerung von Hirnentzündungen sowie zu einer messbaren Verbesserung der Gedächtnisleistung.

Extrazelluläre Vesikel als Wirkstoffträger

Der therapeutische Mechanismus des verabreichten Sprays basiert auf biologischen Transportstrukturen. Das Präparat enthält extrazelluläre Vesikel, die aus menschlichen neuronalen Stammzellen gewonnen werden und spezifische microRNAs transportieren.

Durch die nasale Verabreichung gelangt der Wirkstoff über den Riechweg direkt in das zentrale Nervengewebe und umgeht dabei die Blut-Hirn-Schranke, die herkömmliche Medikamente oft vor große Hürden stellt.

Im Gehirn setzt der Ansatz an zentralen Entzündungsprozessen an: Das Spray zielt auf NLRP3-Inflammasome und den sogenannten cGAS-STING-Signalweg ab. Dadurch gelingt es, Entzündungsreaktionen insbesondere im Hippocampus, einer für Lernprozesse und Gedächtnisbildung kritischen Hirnregion, deutlich abzusenken. Parallel dazu beobachteten die Wissenschaftler eine verbesserte Funktion der Mitochondrien in den betroffenen Zellen.

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Signifikante Reduktion von Entzündungen im Tiermodell

Die positiven Effekte im Tiermodell erwiesen sich als nachhaltig. Die Wirkung setzte innerhalb weniger Wochen ein und hielt über mehrere Monate an, wobei sich die Ergebnisse gleichermaßen bei männlichen wie bei weiblichen Mäusen zeigten. Nach der zweifachen Verabreichung testeten die Forscher die kognitive Leistungsfähigkeit der gealterten Tiere anhand standardisierter Verhaltensversuche.

Dabei zeigte sich, dass die behandelten Tiere vertraute von neuen Objekten deutlich besser unterscheiden und Veränderungen in ihrer Umgebung präziser wahrnehmen konnten als die unbehandelte Kontrollgruppe. Die Reduktion chronischer Entzündungsmarker korrelierte direkt mit der Wiederherstellung dieser kognitiven Fähigkeiten.

Hürden und Perspektiven für klinische Humanstudien

Trotz der beachtlichen Laborbefunde befindet sich die Entwicklung in einem frühen Stadium. Das Präparat wurde bislang ausschließlich an Versuchstieren getestet und stellt kein zugelassenes Arzneimittel dar. Ein Wirksamkeitsnachweis beim Menschen steht bislang aus; zentrale Fragen zu Sicherheit, genauer Dosierung und potenziellen Nebenwirkungen müssen in künftigen Studien erst geklärt werden.

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Das Projekt wird durch das US National Institute on Aging gefördert, und die Forscher haben bereits eine Patentanmeldung eingereicht. Gegenwärtig konzentriert sich das Team der Texas A&M University darauf, klinisch geeignete Vesikel für erste Studien an Menschen herzustellen.

Neben der Behandlung von Alterserscheinungen sehen die Wissenschaftler in dem Verfahren eine denkbare Perspektive für die regenerative Medizin, etwa zur Therapie von Gewebeschäden nach Schlaganfällen.

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