Nanoplastik-Abbau, Südkoreanisches

Nanoplastik-Abbau: Südkoreanisches Bakterium bindet 87 Prozent

26.05.2026 - 09:30:34 | boerse-global.de

Arthur Gea erlebt bei French Open eine Magen-Darm-Krise. Mediziner warnen vor Mythen wie Cola bei Durchfall.

Nanoplastik-Abbau: Südkoreanisches Bakterium bindet 87 Prozent - Foto: über boerse-global.de
Nanoplastik-Abbau: Südkoreanisches Bakterium bindet 87 Prozent - Foto: über boerse-global.de

Bei den French Open in Paris erlebte Arthur Gea am vergangenen Sonntag einen Albtraum: Der Franzose litt während seines Matches unter starkem Durchfall – und der Schiedsrichter verweigerte ihm zunächst den Toilettengang.

Der Weltranglisten-135. kämpfte bei 30 Grad nicht nur gegen Karen Chatschanow, sondern vor allem gegen seinen eigenen Körper. Erst beim Stand von 2:4 im ersten Satz durfte Gea das Spiel unterbrechen. Die Partie verlor er am Ende deutlich in drei Sätzen.

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Der Fall zeigt: Selbst Spitzensportler sind vor Magen-Darm-Infekten nicht gefeit. Doch wie behandelt man Durchfall richtig?

Cola bei Durchfall? Mediziner warnen

Ein hartnäckiger Mythos hält sich hartnäckig: Cola helfe bei Durchfall. Professor Andreas Stallmach vom Universitätsklinikum Jena widerspricht dieser Annahme deutlich. Die Kombination aus hohem Zuckergehalt und Koffein verschlimmere den Flüssigkeitsverlust sogar.

Durchfallerkrankungen werden meist durch Noroviren, Rotaviren, Salmonellen oder Campylobacter ausgelöst. Der Körper verliert dabei essenzielle Mineralstoffe wie Natrium und Kalium. Die Folge: Kreislaufprobleme, Schwindel und Muskelkrämpfe.

Laut Stallmach sind Erwachsene durchschnittlich einmal pro Jahr betroffen. Statt zu Cola zu greifen, sollten Betroffene auf elektrolythaltige Lösungen setzen. Sie gleichen den Flüssigkeits- und Mineralstoffverlust gezielt aus.

Die Gefahr der digitalen Selbstdiagnose

Ein wachsendes Problem ist der sogenannte Google-Patient. Ärzte in Vietnam warnten am vergangenen Sonntag vor den Risiken der Selbstdiagnose über das Internet. Dr. Truong Hong Son von der Vietnam Medical Association betont: Viele Patienten verschwendeten wertvolle Zeit mit unbestätigten Therapien.

KI und Suchmaschinen priorisieren oft Inhalte, die stark beworben werden – nicht unbedingt wissenschaftlich gesicherte Fakten. Ein gefährlicher Trend: extrem hohe Dosen von Zitronensaft, für dessen heilende Wirkung es keine Belege gibt.

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Professor Nguyen Thi Xuyen weist darauf hin, dass die Sterblichkeitsrate durch chronische Krankheiten in Vietnam bereits bei rund 80 Prozent liegt. Korrekte medizinische Begleitung sei daher überlebenswichtig.

Auch bei Diäten zeigt sich das Problem. Ein am Montag veröffentlichter Vergleich populärer Methoden offenbarte erhebliche Schwächen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) kritisiert etwa die Trennkost wegen drohenden Nährstoffmangels. Die Barmer Ersatzkasse bewertet die Kohlsuppendiät als ungesund. Experten wie Katharina Holthausen plädieren für eine langfristige Ernährungsumstellung statt kurzfristiger Diäten.

Probiotika gegen Nanoplastik: Hoffnung aus Südkorea

Während die klassische Medizin mit Infektionen kämpft, liefert die Forschung vielversprechende Ansätze. Das südkoreanische World Institute of Kimchi isolierte ein probiotisches Bakterium, das Nanoplastik im Körper binden kann.

In einer Studie im Fachmagazin Bioresource Technology untersuchten Forscher das Bakterium Leuconostoc mesenteroides CBA3656. Unter Laborbedingungen band der Mikroorganismus 87 Prozent des vorhandenen Polystyrol-Nanoplastiks. In einer simulierten Darmumgebung lag der Wert bei 57 Prozent.

Versuche mit Mäusen zeigten: Behandelte Tiere schieden die doppelte Menge an Nanoplastik aus wie die Kontrollgruppe. Das Institut plant nun weitere Untersuchungen am Menschen.

Zwischen Mythen und Innovation

Der Fall Arthur Gea zeigt: Selbst robuste Menschen stoßen bei Magen-Darm-Problemen an ihre Grenzen. Dass im Jahr 2026 immer noch über Toilettenpausen bei Tennisspielen diskutiert wird, unterstreicht die Tabuisierung des Themas.

Gleichzeitig offenbart die Warnung vor Selbstdiagnosen eine KEhrseite der Digitalisierung. Mehr Informationen bedeuten nicht automatisch bessere Gesundheitskompetenz. Die Medizin muss evidenzbasierte Fakten – wie die Wirkungslosigkeit von Cola bei Durchfall – präsenter kommunizieren.

Interessant: Eine Studie der Universität Freiburg empfiehlt bei chronischen Schlafstörungen eine vorübergehende Schlafreduktion. Leiter Kai Spiegelhalder erklärt, dass Entspannungsmethoden oft weniger erfolgreich seien als kognitive Therapien gegen das Grübeln. Da Stress und Schlafmangel bekannte Auslöser für psychosomatische Magen-Darm-Beschwerden sind, bietet dieser Ansatz wichtige Anknüpfungspunkte.

Ausblick

Krankenkassen und medizinische Fachgesellschaften planen verstärkte Aufklärungskampagnen gegen riskante Selbstbehandlung. KI-gestützte Diagnosetools könnten künftig die Lücke zwischen schneller Internetsuche und ärztlicher Beratung schließen.

Sollte sich die Wirksamkeit von Leuconostoc mesenteroides beim Menschen bestätigen, könnten fermentierte Produkte wie Kimchi eine neue medizinische Bedeutung gewinnen. Die Darmgesundheit bleibt ein zentrales Feld – zwischen der Aufarbeitung alter Mythen und der Erforschung moderner Umweltfaktoren.

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