Nahrungsergänzung, Glucosamin

Nahrungsergänzung: Glucosamin erhöht Demenzrisiko um 25%

01.07.2026 - 01:51:50 | boerse-global.de

Kollagen- und Proteinmarkt wachsen rasant, doch Studien warnen vor Nebenwirkungen wie erhöhtem Demenzrisiko durch Glucosamin.

Nahrungsergänzungsmittel: Boom bei Kollagen und Protein birgt Risiken
Nahrungsergänzung - Eine Nahaufnahme einer stilisierten Kollagenmolekülstruktur mit leuchtenden Linien vor einem unscharfen Laborhintergrund. 01.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Vor allem Kollagen und Proteinprodukte boomen – doch die Wissenschaft warnt vor unerwarteten Risiken.

Wirtschaftlicher Höhenflug

Was vor wenigen Jahren noch eine Nische war, ist heute ein Milliardenbusiness. Der globale Kollagenmarkt erreichte 2025 ein Volumen von 11,7 Milliarden US-Dollar. Bis 2034 sollen es 30 Milliarden sein.

Ein Musterbeispiel ist Glow25. Das 2021 gegründete Startup steigerte seinen Umsatz von 35 Millionen Euro (2022) auf 130 Millionen Euro (2023). Auch die Produzenten ziehen nach: Gelita-Chef Peter Hill plant zwei neue Fabriken mit je 6.000 Tonnen Kapazität.

Parallel dazu wird Protein zum Massenphänomen. YouGov-Daten vom Juni 2026 zeigen: Der Markt wuchs bis Mai 2026 um 39,1 Prozent. Fast jeder zweite Deutsche kauft proteinreiche Lebensmittel. Besonders krass: Proteinpulver legte um 112 Prozent zu, 4,6 Millionen Haushalte greifen mittlerweile zu.

Neue Forschung – alte Zweifel

Die Wissenschaft entdeckt derzeit völlig neue Seiten von Kollagen. Eine Studie des CRG Barcelona im Journal of Cell Biology (Juni 2026) zeigt: Kollagen liegt in Zellen nicht als starre Faser vor, sondern als flüssiges Tröpfchen. Das Protein TANGO1 verankert diese Tröpfchen an Exportstellen. Die Forscher erhoffen sich neue Therapien gegen Fibrosen oder Tumore.

Doch für die frei verkäuflichen Produkte sieht es anders aus. Die Verbraucherzentrale betont: Es gibt keine gesicherten Belege für eine signifikante Wirkung auf die Haut. Auch Orthopäde Tobias Renkawitz stellt klar: Eine Heilung von Knorpelschäden durch Kollagen ist nicht belegt.

Die Konsumenten sind gespalten. Während viele an den Nutzen für den Muskelaufbau glauben, hält eine Mehrheit zusätzliches Protein bei ausgewogener Ernährung für überflüssig.

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Gefährliche Nebenwirkungen

Jetzt zeigen aktuelle Studien, dass beliebte Supplemente sogar schaden können. Eine Untersuchung in Nature Metabolism (Juni 2026) mit 66.000 Probanden bringt Glucosamin – ein Standardmittel bei Gelenkbeschwerden – mit einem 25 Prozent höheren Demenzrisiko in Verbindung. Forscher der University of Florida sehen zudem einen Zusammenhang mit höherer Sterblichkeit bei bestehender Demenz. Als Ursache wird eine Hyperglykosylierung im Gehirn diskutiert.

Auch andere vermeintliche Wundermittel enttäuschen:

Omega-3: Eine zweijährige Studie der Keck Medicine mit 365 Teilnehmern (55-80 Jahre) ergab keine Verbesserung der kognitiven Leistung – obwohl die Wirkstoffe das Gehirn erreichten.

Kalzium und Vitamin D: Eine kanadische Arbeitsgruppe berichtet im BMJ (2026), dass die präventive Wirkung bei Knochenbrüchen und Stürzen älterer Menschen klinisch kaum bedeutsam sei.

Licht und Schatten

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Interessant: Während Supplemente enttäuschen, zeigen Diabetes-Medikamente überraschende Effekte. SGLT2-Hemmer und GLP-1-Präparate senken das Alzheimer-Risiko um 43 beziehungsweise 33 Prozent.

Die Verbraucher werden kritischer. Eine Revieve-Studie aus dem Juni 2026 zeigt: In der DACH-Region fordern Kunden zunehmend klinische Belege und Transparenz. Viele sind unsicher, welcher Hauttyp sie überhaupt sind – und ob die teuren Pulver wirklich etwas bringen.

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