Nahrungsergänzung: 415 Millionen Packungen ohne ärztlichen Beleg
Veröffentlicht am: 20.07.2026 um 23:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Immer mehr Menschen greifen zu Süßstoffen statt Zucker – doch die vermeintlich bessere Wahl könnte sich als Problem entpuppen.
Aktuelle Untersuchungen zeigen: Ersatzstoffe wie Aspartam, Sucralose oder Acesulfam K beeinflussen den Körper weit stärker als gedacht. Es geht um mehr als bloße Kalorienersparnis.
Wie Süßstoffe den Stoffwechsel beeinflussen
Ernährungsexperten warnen vor einer unkritischen Verwendung der kalorienarmen Alternativen. Beobachtungen deuten darauf hin, dass der Konsum das Essverhalten negativ verändern kann. Heißhungerattacken sind keine Seltenheit.
Neuere Studien legen nahe: Süßstoffe wie Aspartam und Sucralose greifen ins Darmmikrobiom ein. Das könnte Verdauung und allgemeinen Gesundheitszustand langfristig beeinflussen.
Ein Kardiologe wies darauf hin, dass auch das Herz-Kreislauf-System leidet. Regelmäßiger Konsum von Softdrinks – egal ob mit Zucker oder Süßstoffen – wird mit Blutdruckanstieg und Veränderungen der Herzphysiologie in Verbindung gebracht. Als gesundheitlich unbedenklich gelten weiterhin Wasser und ungesüßte Tees.
Die Blutzuckerfalle am Morgen
Besonders tückisch: vermeintlich gesunde Getränke. Biochemiker warnen vor bestimmten Morgengetränken, die zu einer schnellen Insulinausschüttung führen. Fruchtsäfte und Smoothies stehen in der Kritik – ihr hoher Fruchtzuckergehalt belastet den Stoffwechsel.
Wie extrem die Auswirkungen sein können, zeigen Analysen traditioneller Speisen. Eine Expertin errechnete: Ein einziger Klebreiskuchen kann bis zu 1.250 Kilokalorien enthalten. Das entspricht fünf bis sechs Schüsseln Reis. Mit bis zu 80 Gramm Zucker pro Portion wird die WHO-Empfehlung von maximal 50 Gramm pro Tag deutlich überschritten.
Solche Blutzuckerspitzen erhöhen das Risiko für Übergewicht und Typ-2-Diabetes erheblich.
Social-Media-Trends: Was taugen Ozempic-Salat & Co.?
Täglich greifen Millionen zu Nahrungsergänzungsmitteln – doch viele sind überflüssig oder sogar riskant. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen, worauf es ankommt: Mit einer Checkliste für sinnvolle Supplemente, den häufigsten Blutzuckerfallen im Alltag und einem Leitfaden für Vitamin-D-Präparate. Jetzt kostenlosen Ratgeber sichern
In sozialen Netzwerken verbreiten sich derzeit fragwürdige Ernährungstrends. Der sogenannte Ozempic-Salat wird auf Instagram und TikTok als Wundermittel beworben. Ernährungswissenschaftler stellen klar: Die Mahlzeiten sättigen zwar, ersetzen aber keinesfalls die pharmakologische Wirkung von Medikamenten wie Semaglutid.
Parallel wächst der Markt für Nahrungsergänzungsmittel massiv. 2025 wurden in Deutschland rund 415 Millionen Packungen verkauft – eine Verdopplung gegenüber 2022.
Die Verbraucherzentrale Berlin mahnt zur Vorsicht. Vitamin D sollte nur bei ärztlich nachgewiesenem Mangel supplementiert werden. Für Produkte wie Kollagendrinks fehlen oft belastbare Belege für die versprochene Wirkung auf das Hautbild.
Besonders kritisch fiel 2026 die Bewertung des Saftkonzentrats LaVita aus. Foodwatch rügte die Werbeversprechen. Ernährungswissenschaftler betonten: Ein solch hochpreisiges Produkt könne eine ausgewogene Ernährung nicht ersetzen. LaVita-Chef Gerd Truntschka wies die Vorwürfe zurück.
Ernährung als Prävention: Was die WHO empfiehlt
Die Bedeutung der Ernährung für die langfristige Gesundheit unterstreichen aktuelle WHO-Leitlinien. Demnach ließen sich bis zu 45 Prozent der weltweiten Demenzfälle durch gezielte Lebensstilanpassung vermeiden. Neben Bewegung und Nikotin- sowie Alkoholverzicht spielen gesunde Ernährung und Gewichtskontrolle eine entscheidende Rolle.
Von pauschaler Supplement-Einnahme ohne klinischen Mangel – etwa Omega-3-Fettsäuren oder Vitamin E – rät die Organisation ab.
Auch für psychische Gesundheit werden Ernährungsformen wie die ketogene Diät untersucht. Erste Studien zeigen positive Effekte bei Depressionen, bipolaren Störungen und Schizophrenie. Forscher betonen jedoch die Notwendigkeit ärztlicher Begleitung. Mindestens fünf randomisierte kontrollierte Studien laufen derzeit.
Medikamente und Risiken: Die andere Seite der Medaille
Süßstoffe und vermeintlich gesunde Getränke können Ihren Blutzucker in die Höhe treiben – und das oft unbemerkt. Erfahren Sie in diesem Leitfaden, welche fünf Blutzuckerfallen Sie im Alltag vermeiden sollten und wie Sie Ihren Stoffwechsel schützen. Blutzuckerfallen-Leitfaden jetzt anfordern
Die medikamentöse Therapie mit GLP-1-Rezeptor-Agonisten bleibt ein intensiv erforschtes Feld. Eine 2026 in den Annals of Internal Medicine veröffentlichte Studie aus Schweden und den USA bestätigte ein erhöhtes, wenn auch seltenes Risiko für eine spezifische Form der Optikusneuropathie unter dieser Wirkstoffklasse.
Das Fazit der Forscher: Eine sorgfältige Abwägung zwischen medikamentösen Ansätzen und präventiver Ernährungsumstellung ist unerlässlich.
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