Nährstoffmängel, Magnesium

Nährstoffmängel: Warum Magnesium und Vitamin D zusammenwirken müssen

Veröffentlicht am: 20.09.2026 um 08:32 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Fachleute empfehlen Diagnostik vor Nahrungsergänzung: Vitamin D, Magnesium und weitere Stoffe können bei Mangel gezielt eingesetzt werden.

Vitamin D und Mineralstoffe: Warum gezielte Einnahme entscheidend ist
Sonnenlicht fällt durch ein dichtes Baumdach auf einen mit Moos und Herbstblättern bedeckten Waldboden. Illustration mit AI erstellt.

Osteoporose und Rachitis zählen zu den Skeletterkrankungen, deren Risiko sich durch eine gezielte Nährstoffzufuhr senken lässt. Medizinische Quellen betonen dabei vor allem die Bedeutung von Vitamin D und Kalzium – zwei Nährstoffen, die im Zusammenspiel für stabile Knochen sorgen. Doch die Forschung der vergangenen Monate zeigt auch: Der Umgang mit Nahrungsergänzungsmitteln ist komplexer, als es die verbreitete Praxis vermuten lässt.

Vitamin D: Körpereigene Produktion und ihre Grenzen

Laut Robert Koch-Institut (RKI) bildet der Körper 80 bis 90 Prozent des benötigten Vitamin D selbst in der Haut, angeregt durch UV-Strahlung. In Deutschland reicht die Sonnenbestrahlung jedoch von Oktober bis März nicht aus, um eine ausreichende Eigenproduktion zu gewährleisten, wie das RKI laut einem Bericht der Augsburger Allgemeinen vom 19. September 2026 mitteilte. Als Faustregel gelten 5 bis 25 Minuten Sonnenexposition täglich, abhängig von Hauttyp und Jahreszeit.

Besonders gefährdet für einen Vitamin-D-Mangel sind laut RKI ältere Menschen, Säuglinge und Menschen mit dunkler Hautfarbe. Ein Mangel kann sich unter anderem in Muskelschmerzen äußern – ebenso wie ein Mangel an Magnesium oder Calcium, wie das RKI weiter ausführte.

Zusammenspiel von Vitamin D und Magnesium

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) weist zudem auf eine Wechselwirkung zwischen Vitamin D und Magnesium hin: Vitamin D fördert die Magnesium-Aufnahme im Darm, sodass ein ausreichender Vitamin-D-Spiegel die Magnesium-Versorgung insgesamt verbessern kann.

Nach DGE-Angaben liegt der Tagesbedarf an Vitamin D bei 20 Mikrogramm. Der Referenzwert für Magnesium beträgt für Erwachsene ab 19 Jahren 350 Milligramm täglich bei Männern und 300 Milligramm bei Frauen.

Risiken der Überdosierung

Trotz der Bedeutung einer ausreichenden Versorgung warnen medizinische Quellen vor einer Überdosierung von Vitamin-D-Präparaten. Diese kann zu Übelkeit, Nierenschäden und im schlimmsten Fall zu einer Vergiftung führen. Auch die Deutsche Krebsgesellschaft äußerte sich laut einem Bericht vom 18. September 2026 kritisch: Eine Überversorgung mit Vitaminen könne das Krebsrisiko sogar steigern.

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Gegenläufig dazu stellte das Deutsche Krebsforschungszentrum in einem am selben Tag veröffentlichten Bericht fest, dass eine Vitamin-D-Einnahme die Krebssterblichkeit um 12 Prozent senken könnte – ein Hinweis darauf, dass die Studienlage zu Nutzen und Risiken einer Supplementierung nicht einheitlich ist.

Kardiologin Dr. Katharina Lechner ordnete diesen Befund gegenüber chip.de am 18. September 2026 ein: Vitaminpräparate brächten gesunden Erwachsenen keinen belegten Nutzen zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Krebs. Sinnvoll seien sie demnach nur bei einem tatsächlich diagnostizierten Mangel.

Auch andere Nährstoffe spielen eine Rolle

Dass Nährstoffmängel weit über die Knochengesundheit hinauswirken, zeigt eine Einschätzung der Ernährungsmedizinerin Axt-Gadermann, die gegenüber dem Abendblatt am 18. September 2026 erklärte, dass Mängel an Selen, Zink, Kupfer, Vitamin D und Eisen auch die Pigmentbildung der Haare beeinflussen können.

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Zugleich warnte sie davor, Selen oder Zink ohne nachgewiesenen Mangel überzudosieren, da dies selbst Haarprobleme auslösen könne – ein weiteres Beispiel dafür, dass mehr nicht automatisch besser ist.

Vorsorgeangebote in der Praxis

Wie wichtig eine individuelle Abklärung des eigenen Nährstoffstatus ist, zeigte sich auch bei einem Aktionstag Gesundheit im ORF Landesstudio Oberösterreich, den die Oberösterreichische Apothekerkammer gemeinsam mit dem Land Oberösterreich und mehreren Kliniken organisierte.

Nach einem Bericht von regionews.at vom 19. September 2026 nahmen rund 600 Besucher die Gelegenheit wahr, sich kostenlos unter anderem den Vitamin-D-Spiegel sowie Blutdruck, Blutzucker, Cholesterin und Sauerstoffsättigung messen zu lassen – ergänzt durch Seh- und Hörtests.

Insgesamt zeichnet sich ab, dass eine pauschale Nahrungsergänzung ohne vorherige Diagnostik weder für die Knochengesundheit noch für andere Körperfunktionen empfehlenswert ist. Fachleute raten stattdessen zu einer gezielten Abklärung eines möglichen Mangels, bevor Präparate eingenommen werden.

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