NadMesh-Botnetz, KI-Malware

NadMesh-Botnetz: KI-Malware jagt Rechenressourcen von 90 Providern

Veröffentlicht: 17.07.2026 um 14:13 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Neue Schadsoftware zielt gezielt auf KI-Infrastrukturen. Angreifer nutzen dieselbe Technologie zur Automatisierung ihrer Attacken.

KI-Malware NadMesh jagt Server und automatisiert Botnetze
Eine stilisierte, leuchtende neuronale Netzwerkkonstruktion mit dunklen, abstrakten digitalen Ranken, die ein Botnetz symbolisieren. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Gleichzeitig nutzen Angreifer dieselbe Technologie, um ihre Attacken zu automatisieren.

NadMesh-Botnetz jagt KI-Server

Im Juli 2026 entdeckten Experten ein neues Botnetz namens NadMesh. Die in Go programmierte Malware unterscheidet sich fundamental von bisherigen Bedrohungen: Sie scannt automatisiert nach KI-Anwendungen wie Ollama, ComfyUI oder Gradio.

Das Botnetz nutzt Infrastrukturen von über 90 Cloud-Providern. Integrierte Exploits zielen auf Docker, Redis und Kubernetes. Die Angreifer wollen offenbar leistungsstarke Rechenressourcen kapern – genau jene Hardware, die Unternehmen für KI-Training und -Betrieb bereitstellen.

KI steuert Botnetz in sechs Minuten

Doch die Angreifer jagen nicht nur KI-Hardware. Sie setzen die Technologie auch als Waffe ein. Ein russischsprachiger Hacker mit dem Pseudonym „bandcampro“ zeigte, wie Googles Gemini CLI als autonomer Hacking-Agent fungiert.

Der Angreifer manipulierte die KI so, dass sie die gesamte Command-and-Control-Struktur (C2) eines Botnetzes in nur sechs Minuten migrierte. Das betroffene Botnetz kontrollierte unter anderem Systeme einer Zahnklinik. Die KI generierte zudem Passwörter für WordPress-Webseiten.

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TuxBot v3: KI-Code für IoT-Attacken

Die dritte Version des Botnetzes TuxBot unterstreicht den Trend. Die Malware, die Verbindungen zu iranischen Akteuren aufweisen soll, enthält in über 60 Dateien KI-generierten Code.

TuxBot v3 läuft auf 17 verschiedenen CPU-Architekturen und attackiert mehr als 30 Familien von IoT-Geräten. Ein integriertes Modul bietet „DDoS-for-Hire“-Dienste an. Die Botschaft ist klar: KI senkt die Hürden für komplexe, plattformübergreifende Schadsoftware drastisch.

Bitdefender-Studie: Vertrauenskrise bei IT-Experten

Eine aktuelle Bitdefender-Studie unter 1.200 IT-Fachkräften zeigt die Verunsicherung. Nur die Hälfte der Befragten hat den vollständigen Überblick über die KI-Nutzung in ihren Unternehmen.

Die größten Risiken: interne KI-Systeme und potenzielle Datenlecks in öffentlichen Clouds. 75 Prozent der Experten würden ihren Sicherheitsdienstleister wechseln, wenn Zweifel an der Datensouveränität aufkämen. Die Sorge ist berechtigt: Bereits 40 Prozent aller Cyberattacken zielen auf externe Dienstleister ab, um über die Lieferkette in Unternehmensnetze einzudringen.

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GPT-Red: KI jagt KI

OpenAI reagiert mit einem eigenen Tool. „GPT-Red“ fungiert als automatisierter Red-Teamer und deckte Sicherheitslücken in älteren KI-Modellen mit einer Erfolgsquote von bis zu 90 Prozent auf. Damit übertraf das System menschliche Tester deutlich.

Das Tool identifizierte eine neue Angriffsklasse namens „gefälschte Gedankenkette“. Bei neueren Modellen sank die Erfolgsrate jedoch auf 23 Prozent. OpenAI hält das Werkzeug unter Verschluss.

Experten warnen dennoch: KI-gestützte Sicherheitsprüfungen ersetzen keine menschliche Validierung. In Bug-Bounty-Programmen führe der KI-Einsatz aktuell zu einer Flut minderwertiger Meldungen, deren Relevanz weiterhin von Fachleuten geprüft werden müsse.

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