Nachhaltiger Gartenbau: 13,4 Hektar Moorfläche wiedervernässt
Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 03:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Klimawandel und schwindende Ressourcen treiben die Gartenbranche um. Aktuelle Projekte zeigen: Nachhaltigkeit ist mehr als nur ein Trend.
Wiedervernässung statt Torfabbau
Der Verzicht auf Torf steht ganz oben auf der Agenda. In Niedersachsen besuchten Experten Mitte Juni Betriebe, die Moorflächen wiedervernässen. Das Projekt „ZukunftMoor“ in Gnarrenburg hat bereits 13,4 Hektar für den Anbau von Torfmoosen vernässt. Die Moose dienen als Alternative zu herkömmlichem Torf im Gartenbau.
Ein weiteres Pilotprojekt gibt es in Varel: Dort entstand ein Solarpark auf nassem Moorboden. Die Kombination aus erneuerbaren Energien und Moorschutz wird unter anderem von der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung gefördert.
Warum Grünflächen das Klima kühlen
Das Econics Institut legte im Juli eine Untersuchung vor: Sie zeigt einen klaren Zusammenhang zwischen dichter Vegetation, Wasserflächen und Temperaturunterschieden. Nachhaltig bewirtschaftete Gärten dienen demnach als wichtige Rückzugsorte bei Hitze.
Um die Artenvielfalt zu fördern, setzen Organisationen wie der LBV und das Bayerische Artenschutzzentrum auf naturnahe Gestaltung. Sie zeichnen Gärten aus, die bestimmte Kriterien erfüllen: heimische Gehölze, Blühwiesen, Benjeshecken und Streuobstbestände.
Die neuen Nachhaltigkeitsstandards im Gartenbau erfordern oft eine genaue Prüfung der Lieferketten, um aktuelle EU-Vorgaben rechtzeitig umzusetzen. Dieser kostenlose Ratgeber hilft Unternehmen dabei, die neuen Sorgfaltspflichten der EU-Entwaldungsverordnung sicher zu erfüllen. Gratis-Report und Checkliste zur EU-Verordnung sichern
Auch Nützlinge werden gezielt unterstützt. In Workshops bauen Teilnehmer Florfliegenkästen und lernen mähtechniken, die Blumenwiesen schonen. Ein Gartenbetrieb im Landkreis Cham startete im Juli eine Aktion für Brennnesseln – sie sind eine essenzielle Futterpflanze für Schmetterlingsraupen.
Gemeinschaftsgärten erobern die Städte
Urbane Räume werden grüner und sozialer. In Bottrop schlossen Kinder und Eltern Mitte Juli ein Projekt ab: Sie bepflanzten gemeinsam Hochbeete mit Tomaten, Beeren und Kräutern. Finanziert wird dies oft durch lokale Stadtteilfonds.
Salzburg geht noch einen Schritt weiter: Im Lehener Vierkant entsteht ein neuer Innenhof mit wasserdurchlässigen Bodenbelägen und 23 Gemeinschaftsbeeten. Die Einweihung ist für September geplant. Der Trend zu barrierefreien, gemeinschaftlich genutzten Grünräumen in verdichteten Wohngebieten ist unübersehbar.
Viele Betriebe im Handel mit pflanzlichen Rohstoffen wissen oft nicht, ob sie bereits unter die neuen Melde- und Kontrollpflichten fallen. Ein kostenloser Leitfaden klärt auf, wie Sie Risiken durch die EU-Entwaldungsverordnung schnell erkennen und Sanktionen vermeiden. Kostenloses E-Book inkl. Checkliste herunterladen
Branche fordert angepasste Regeln
Die Transformation betrifft auch die Logistik. Der Zentralverband Gartenbau (ZVG) forderte im Juli eine differenzierte Betrachtung von Verpackungen. Pflanztöpfe, Trays und Großgebinde müssten praxisgerecht eingestuft werden, um Abfallvermeidung und Recycling zu verbessern.
Viele Projekte wie das Langzeitvorhaben „schöner Pfarrgarten“ in Wattenheim werden seit Jahren für ihren ökologischen Beitrag ausgezeichnet. Die aktuellen Entwicklungen zeigen: Torffreie Erden und biodiversitätsfördernde Strukturen sind auf dem Weg, zum Standard einer modernen Gartenkultur zu werden.
Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.
