Nachhaltige, Möbel

Nachhaltige Möbel: Heidelberger 3D-Druck speichert aktiv CO2

Veröffentlicht am: 11.09.2026 um 08:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Jörg Petri fertigt in Heidelberg Möbel per 3D-Druck mit Pflanzenkohle. Der Coalymer Stool speichert CO2, die Stadt zählt zu den Abnehmern.

Heidelberger Architekt druckt Möbel, die dauerhaft CO2 speichern
Nahaufnahme einer organisch strukturierten Oberfläche aus Pflanzenkohle-Verbundwerkstoff, die in einem additiven Fertigungsprozess in einer Werkstatt entsteht. Illustration mit AI erstellt.

Die Verbindung von additiven Fertigungsverfahren und ökologischer Nachhaltigkeit gewinnt in der modernen Architektur und im Produktdesign zunehmend an Bedeutung. Ein aktuelles Beispiel für diese Entwicklung zeigt sich am Standort Heidelberg, wo innovative Ansätze zur Kohlenstoffbindung in Gebrauchsgegenständen erprobt werden.

Im Fokus steht dabei die Nutzung industrieller 3D-Druck-Technologien, um Möbelstücke zu schaffen, die über ihre funktionale Rolle hinaus als aktive CO2-Speicher dienen.

Technologische Innovation durch CO2-bindende Werkstoffe

Im Zentrum dieser Entwicklung steht der Architekt Jörg Petri, der in seiner Werkstatt im Heidelberger Kreativzentrum Dezernat 16 neue Wege in der Möbelproduktion beschreitet.

Kern der Innovation ist ein spezielles Fertigungsverfahren, bei dem industrielle 3D-Drucker zum Einsatz kommen. Das dabei verwendete Material zeichnet sich durch eine besondere ökologische Bilanz aus: Durch die Integration von Pflanzenkohle ist das Endprodukt in der Lage, Kohlendioxid dauerhaft zu speichern.

Das bekannteste Produkt aus dieser Versuchsreihe ist der sogenannte Coalymer Stool. Dieser Hocker verdeutlicht, wie die additive Fertigung genutzt werden kann, um komplexe Strukturen zu erzeugen, die mit herkömmlichen Methoden nur schwer realisierbar wären. Die Verwendung von Pflanzenkohle im Druckprozess stellt dabei einen entscheidenden Fortschritt für die Kreislaufwirtschaft dar.

Anstatt Emissionen bei der Produktion zu verursachen, fungiert das Material als Senke für Treibhausgase. Berichte aus dem September 2026 heben hervor, dass solche Ansätze das Potenzial haben, die Klimabilanz in der Einrichtungsbranche nachhaltig zu verbessern.

Anzeige

Ein Heidelberger Architekt fertigt Möbel im industriellen 3D-Druck, deren Material über Pflanzenkohle dauerhaft CO2 bindet — und die Stadt Heidelberg kauft bereits ein. Für Kommunen, die ihre Beschaffung klimafest aufstellen wollen, haben wir die wichtigsten Schritte zusammengefasst. Kostenlosen Praxisleitfaden zur CO2-negativen Beschaffung anfordern

Regionale Fertigung und Marktakzeptanz im öffentlichen Sektor

Ein wesentliches Merkmal dieses Projekts ist die lokale Verankerung der Produktion. Die Fertigung findet unmittelbar in der Werkstatt in Heidelberg statt, was Transportwege minimiert und die regionale Wertschöpfung stärkt. Die Ansiedlung im Dezernat 16, einem bekannten Zentrum für die Kultur- und Kreativwirtschaft, ermöglicht zudem eine enge Vernetzung zwischen technischer Innovation und gestalterischem Anspruch.

Die Marktakzeptanz dieser nachhaltigen Möbel zeigt sich bereits in konkreten Auftragsverhältnissen. Zu den Abnehmern der im 3D-Druck hergestellten Objekte gehört unter anderem die Stadt Heidelberg.

Die Entscheidung einer kommunalen Verwaltung, auf derart innovative und CO2-negative Einrichtungslösungen zu setzen, wird in Branchenkreisen als wichtiges Signal für die Skalierbarkeit solcher Technologien gewertet. Es verdeutlicht, dass nachhaltig produzierte Designobjekte zunehmend den Weg aus der Nische in die öffentliche Anwendung finden.

Anzeige

Viele Nachhaltigkeitsberichte scheitern an einer Zahl: dem CO2-Wert pro eingekauftem Möbelstück. Der Heidelberger Fall zeigt, wie Pflanzenkohle im 3D-Druck und regionale Fertigung diese Lücke schließen. Leitfaden: CO2 im Einkauf messbar senken

Die Kombination aus industriellem 3D-Druck und der Verwendung von Pflanzenkohle markiert einen Wendepunkt in der stofflichen Nutzung von Recyclingmaterialien. Während die additive Fertigung früher primär für den Prototypenbau genutzt wurde, unterstreichen Projekte wie die von Petri die Reife des Verfahrens für die Serienproduktion von funktionalen und gleichzeitig klimapositiven Konsumgütern.

Experten beobachten in diesem Zusammenhang eine wachsende Nachfrage nach Lösungen, die messbare Beiträge zum Klimaschutz leisten, ohne Abstriche bei der Ästhetik oder der industriellen Fertigungsqualität zu machen.

Teile dieses Beitrags beruhen auf Recherchen von Rhein-Neckar-Zeitung.

Disclaimer...

de | wissenschaft | 70085799 |