Nachhaltige Flugkraftstoffe: Bund droht Airlines mit 50.000-Euro-Bußgeldern
Veröffentlicht am: 06.08.2026 um 07:51 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Fluggesellschaften drohen künftig empfindliche Strafen, wenn sie nicht genügend nachhaltige Kraftstoffe tanken. Ein Gesetzentwurf des Bundesverkehrsministeriums von Ende Juli sieht eine Abgabe von 1.332 Euro pro Tonne vor, die unterhalb der vorgeschriebenen Quote liegt. Damit will die Bundesregierung die europäische ReFuelEU-Verordnung durchsetzen.
Bis zu 50.000 Euro Bußgeld bei Verstößen
Die Pläne sehen zusätzlich Bußgelder von bis zu 50.000 Euro vor, etwa bei Verstößen gegen Melde- oder Beimischungspflichten. Seit 2025 gilt eine SAF-Quote von zwei Prozent – bis 2030 soll sie auf fünf Prozent steigen, bis 2050 sogar auf 70 Prozent. Die Strafabgabe soll verhindern, dass Airlines die Vorgaben aus Kostengründen umgehen.
Luftfahrt-Bundesamt überwacht Tankverhalten
Die Kontrolle übernimmt das Luftfahrt-Bundesamt (LBA). Die Behörde prüft künftig, ob Airlines an deutschen Flughäfen ausreichend nachhaltiges Kerosin tanken. Besonderes Augenmerk liegt auf dem sogenannten Tankering – dem übermäßigen Auftanken mit fossilem Sprit außerhalb der EU. Die Verordnung schreibt vor: Mindestens 90 Prozent des am Abflugort benötigten Kerosins müssen dort auch aufgenommen werden.
Der Gesetzentwurf des Bundesverkehrsministeriums plant Strafabgaben von 1.332 Euro pro Tonne zu wenig getanktem SAF und Bußgelder bis 50.000 Euro. Wer jetzt nicht handelt, riskiert empfindliche Kosten. Unser Report liefert eine Compliance-Checkliste und zeigt, wie Sie Tankering vermeiden. Jetzt kostenlosen Compliance-Report anfordern
Das Ministerium will damit Wettbewerbsverzerrungen verhindern. Airlines, die bereits in teurere, nachhaltigere Kraftstoffe investieren, sollen nicht benachteiligt werden. Die Strafabgabe gilt daher nicht nur für verfehlte SAF-Quoten, sondern auch für systematisches Untertanken am Abflugort.
EU-Kommission fördert SAF-Produktion in den Niederlanden
Das Luftfahrt-Bundesamt soll künftig überwachen, ob Airlines an deutschen Flughäfen ausreichend nachhaltiges Kerosin tanken – die 90-Prozent-Regel am Abflugort wird zum Prüfstein. Unser Leitfaden zur Tankering-Vermeidung hilft Ihnen, Strafen zu umgehen und Ihre Prozesse anzupassen. Leitfaden zur Tankering-Vermeidung sichern
Während Deutschland auf Sanktionen setzt, geht Brüssel einen anderen Weg: Anfang August genehmigte die EU-Kommission niederländische Staatshilfen von 290 Millionen Euro für die SAF-Produktion. Das Programm zielt auf jährlich 285 Kilotonnen nachhaltigen Flugkraftstoff ab – umgerechnet rund 350 Millionen Liter Kerosin.
Gefördert werden sowohl fortschrittliche Biokraftstoffe als auch synthetisches e-SAF aus erneuerbarem Strom und Wasserstoff. In der Branche gelten solche Subventionen als notwendige Ergänzung zu Sanktionsmechanismen. Ohne ausreichende Produktionskapazitäten bleiben Quoten nämlich bloße Theorie – die Skalierung der Herstellung ist der eigentliche Engpass der Luftfahrt-Transformation.
