Tumor-OP, Siebenmal

Nach Tumor-OP: Siebenmal Gehen pro Woche senkt das Delir-Risiko um 50 Prozent

Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 08:44 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine Fall-Kontroll-Studie fand bei aktiveren Patienten weniger postoperative Delirien, kann jedoch keinen ursächlichen Zusammenhang belegen.
Ein sonniger Waldweg in einem Park, der zu regelmäßiger körperlicher Bewegung einlädt. Illustration mit AI erstellt.

Körperliche Aktivität vor einem chirurgischen Eingriff kann möglicherweise dazu beitragen, geistige Verwirrtheitszustände nach der Operation zu verringern. Dies legt eine Untersuchung der University of South Florida nahe, die auf dem Jahreskongress der US-Anästhesisten (ANESTHESIOLOGY) vom 16. bis 20. Oktober in San Diego vorgestellt wurde.

Die Forscher analysierten den Zusammenhang zwischen voroperativer Bewegung und dem Auftreten eines postoperativen Delirs bei Patienten, die sich einem tumorchirurgischen Eingriff unterziehen mussten.

Deutlich reduziertes Delir-Risiko bei regelmäßiger Aktivität

Die Auswertung der Daten ergab einen deutlichen Unterschied je nach Bewegungsumfang der Betroffenen. Patienten, die angaben, mindestens siebenmal pro Woche zu gehen und dies mit moderater bis intensiver Aktivität zu kombinieren, wiesen ein um rund 50 Prozent geringeres Delir-Risiko auf als Personen, die sich weniger bewegten. Die adjustierte Odds Ratio lag bei 0,49.

Für die Erhebung wurden Bewegungseinheiten ab einer Dauer von zehn Minuten erfasst. Die zugrundeliegenden Informationen basierten dabei auf Selbstauskünften der Teilnehmer.

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Zusammensetzung der Patientengruppe und Begleitfaktoren

Die retrospektive Untersuchung stützt sich auf die Daten von 258 Tumorpatienten, die im Zeitraum zwischen 2024 und 2025 operiert wurden. Innerhalb dieser Gruppe entwickelte sich bei 64 Patienten ein postoperatives Delir, während 194 Personen nicht davon betroffen waren. Den größten Anteil an der Stichprobe machten gastrointestinale Resektionen mit 18,1 Prozent sowie urogenitale Eingriffe mit 17,4 Prozent aus.

Neben der sportlichen Aktivität beleuchteten die Wissenschaftler auch weitere Lebensgewohnheiten und Rahmenbedingungen. Hinsichtlich einer täglichen Sitzzeit von acht oder mehr Stunden pro Tag konnte kein signifikanter Zusammenhang mit dem Auftreten eines postoperativen Delirs festgestellt werden.

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Ein Unterschied zeigte sich hingegen beim familiären Status: In der Kontrollgruppe ohne Verwirrtheitszustände lebten mit 74,7 Prozent häufiger Personen in einer Partnerschaft als in der von einem Delir betroffenen Gruppe, in der dieser Anteil bei 61,9 Prozent lag.

Methodische Einordnung und Empfehlungen

Da es sich bei der Untersuchung um eine Fall-Kontroll-Studie handelt, lässt sich daraus kein kausaler Ursache-Wirkungs-Nachweis ableiten. Dennoch unterstreichen die Ergebnisse das präventive Potenzial von Bewegung. Erstautorin Melody Haratian wies darauf hin, dass körperliche Aktivität auch das Gehirn schützen könne.

Als praktische Konsequenz raten die Autoren der Untersuchung dazu, vorbereitende Trainings- und Bewegungsprogramme, sogenannte Prähabilitationen, stets individuell mit dem behandelnden medizinischen Team abzustimmen.

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de | wissenschaft | 70427002 |