N0va-Phishing: Microsoft warnt vor Angriffen auf Cloud-Dienste
Veröffentlicht am: 16.09.2026 um 18:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Microsoft hat Kunden vor zwei hochentwickelten Social-Engineering-Kampagnen gewarnt, die auf Unternehmenskonten und Finanzsysteme abzielen. Der Konzern äußerte zugleich Transparenz-Bedenken im Zusammenhang mit der Löschung von Regierungsdaten.
Phishing-Kampagne imitiert vertraute Cloud-Dienste
Eine der von Microsoft adressierten Bedrohungen betrifft die sogenannte N0va-Phishingkampagne, die Organisationen in Nordamerika und Europa ins Visier nimmt – darunter Regierungsbehörden, Technologieunternehmen, Beratungsfirmen und Einrichtungen des Gesundheitswesens.
Die Angreifer imitieren dabei bekannte Kollaborations- und Cloud-Dienste wie Microsoft Teams, SharePoint, OneDrive, DocuSign, Google Drive, Dropbox, Zoom und Adobe Sign.
Ziel ist der Diebstahl von Access- und Refresh-Tokens, mit denen sich Angreifer über Single-Sign-On-Mechanismen Zugriff auf Unternehmenssysteme verschaffen können. Die Sicherheitsplattform ANY.RUN meldete, dass ein erster bösartiger Befund innerhalb von 24 Sekunden identifiziert werden konnte.
Streit um Datenlöschung in Ontario
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Parallel zur Warnung vor der Phishing-Welle äußerte Microsoft Bedenken hinsichtlich mangelnder Transparenz bei der automatischen Löschung von Regierungsdaten. Konkret geht es um eine Praxis der Regierung von Ontario, bei der Nachrichten aus Microsoft Teams automatisch nach 30 Tagen gelöscht werden.
An dieser Praxis entzündete sich Kritik: Der oppositionelle NDP-Abgeordnete Chris Glover und der interimistische Chef der Liberalen, John Fraser, äußerten Bedenken hinsichtlich der Nachvollziehbarkeit von Regierungskommunikation. Ein Sprecher der Regierung verteidigte die Praxis hingegen und erklärte, das Vorgehen entspreche den Anforderungen des öffentlichen Dienstes von Ontario.
Einordnung in ein breiteres Bedrohungsbild
Die Warnungen Microsofts reihen sich in eine Serie aktueller Meldungen zu Social-Engineering- und Betrugsmethoden ein, die auf Unternehmen und Finanzdienstleister abzielen.
Sicherheitsforscher weisen zunehmend darauf hin, dass Angreifer nicht primär technische Schwachstellen ausnutzen, sondern gezielt Vertrauen in legitime Kommunikationskanäle missbrauchen – etwa durch gefälschte Absenderadressen oder nachgeahmte Cloud-Dienste.
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Für Unternehmen bedeutet dies, dass klassische technische Schutzmaßnahmen allein nicht ausreichen: Die Sensibilisierung von Mitarbeitenden für gefälschte Login-Seiten und Freigabeanfragen gewinnt angesichts der von Microsoft beschriebenen Kampagnen zusätzlich an Bedeutung.
Zugleich zeigt der Fall Ontario, dass Fragen der Datenaufbewahrung und Transparenz bei der Nutzung von Cloud-Kollaborationstools verstärkt in den öffentlichen Fokus rücken – ein Aspekt, der über die reine IT-Sicherheit hinausgeht und Governance-Fragen für Organisationen aufwirft, die Microsoft-Dienste im großen Stil einsetzen.
