MyChart-Phishing, Gesundheitssysteme

MyChart-Phishing: Sieben Gesundheitssysteme warnen vor Betrug

Veröffentlicht am: 19.08.2026 um 13:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Betrügerische Mails und SMS nutzen MyChart-Namen, um an Patientendaten zu gelangen. Bislang blieben Schäden aus, die Behörden raten zur Vorsicht.

US-Kliniken warnen vor Phishing-Welle: MyChart-Marke missbraucht
Eine ältere Person betrachtet besorgt ihr Smartphone an einem Küchentisch in einer natürlich beleuchteten Umgebung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Mehrere große US-Gesundheitsdienstleister warnen derzeit vor einer koordinierten Phishing-Kampagne, die gezielt auf die persönlichen Daten von Patienten und Senioren abhebt.

Angreifer nutzen dabei den Namen der weitverbreiteten Gesundheitsplattform MyChart, um Vertrauen zu erschleichen und Betroffene zur Preisgabe sensibler Informationen zu bewegen. Berichten zufolge sind seit Mitte August mindestens sieben Gesundheitssysteme von dieser Welle betroffen.

Gezielte Täuschung durch vermeintliche Leistungspakete

Das Gesundheitssystem University Health hat in den vergangenen Tagen wiederholt eindringliche Warnungen vor betrügerischen E-Mails und SMS-Nachrichten herausgegeben. Die Angreifer verwenden demnach Betreffzeilen wie „Your MyChart Medicare Kit Awaits“ oder „Here’s your senior package“.

In diesen Nachrichten werden den Empfängern kostenlose Leistungen oder Informationspakete versprochen. Ziel dieser Versprechen ist es, die Empfänger dazu zu verleiten, auf schädliche Links zu klicken, um im weiteren Verlauf persönliche Daten zu entwenden.

Neben University Health haben auch andere Anbieter wie ECU Health und Sentara Health entsprechende Warnungen für ihre Patienten veröffentlicht. Die Kampagne ist bereits seit dem 13. August 2026 aktiv. Trotz der Intensität der Angriffe gibt es laut Angaben von University Health bislang keine Hinweise darauf, dass Patienten tatsächlich zu Schaden gekommen sind oder Daten bereits erfolgreich abgegriffen wurden.

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Missbrauch etablierter Markennamen statt technischer Lücken

Der Softwareentwickler Epic, der die MyChart-Plattform betreibt, hat sich zu den Vorfällen geäußert und betont, dass die Anwendung selbst weiterhin legitim und sicher sei. Nach Einschätzung des Unternehmens liegt keine Sicherheitslücke in der Software vor.

Vielmehr machen sich die Betrüger den hohen Bekanntheitsgrad und das Vertrauen in die Marke MyChart zunutze, um ihre Phishing-Versuche glaubwürdig erscheinen zu lassen. Es handelt sich somit um einen klassischen Fall von Identitätsmissbrauch im digitalen Raum, bei dem die Benutzeroberfläche oder der Name eines etablierten Dienstes imitiert werden.

Die in den E-Mails und Kurznachrichten enthaltenen Links führen nach Erkenntnissen der beteiligten Gesundheitssysteme zu schädlichen Inhalten oder gefälschten Anmeldeseiten. Dort versuchen die Hintermänner der Kampagne, Identitätsmerkmale und möglicherweise Versicherungsdaten zu sammeln, die im Rahmen des US-amerikanischen Medicare-Programms von Bedeutung sind.

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Empfehlungen für Patienten und Nutzer

Die betroffenen Gesundheitssysteme raten dringend dazu, bei unangeforderten Nachrichten, die im Zusammenhang mit MyChart oder Medicare-Leistungen stehen, äußerste Vorsicht walten zu lassen. Patienten sollten grundsätzlich davon absehen, Links in verdächtigen E-Mails oder SMS anzuklicken, selbst wenn diese offiziell erscheinen.

Als sicherster Weg zur Kommunikation mit Gesundheitsdienstleistern gilt die direkte Anmeldung über die offizielle Website des jeweiligen Anbieters oder die Nutzung der verifizierten MyChart-App. Durch den Verzicht auf den Zugriff über externe Links in Nachrichten lässt sich das Risiko eines Daten- oder Identitätsdiebstahls erheblich minimieren.

Die Warnungen der Institutionen unterstreichen die Notwendigkeit einer erhöhten Wachsamkeit gegenüber Betrugsversuchen, die gezielt auf ältere Bevölkerungsgruppen und deren Gesundheitsdaten ausgerichtet sind.

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