Muskelkraft, Starke

Muskelkraft: Starke Griffkraft senkt Sterberisiko um 12 Prozent

24.06.2026 - 19:03:16 | boerse-global.de

Eine aktuelle Studie belegt: Gezieltes Krafttraining im Alter reduziert die Sterblichkeit deutlich, unabhängig von anderen Aktivitäten.

Muskelkraft senkt Sterberisiko: Neue Langzeitstudie bestätigt Effekt
Muskelkraft - Eine ältere Person trainiert mit einer Hantel in einem Fitnessstudio, um Muskelschwund im Alter vorzubeugen. 24.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Wissenschaftler der JAMA Network Open veröffentlichten im Juni 2026 eine Langzeitstudie mit 5.472 Frauen zwischen 63 und 99 Jahren. Über 8,3 Jahre beobachteten sie einen direkten Zusammenhang zwischen Muskelkraft und Sterblichkeit. Gemessen an der Griffkraft hatten die stärksten Probandinnen ein um 12 Prozent niedrigeres Sterberisiko – unabhängig von sonstiger körperlicher Aktivität.

Muskelschwund ist tödlicher als Rauchen

Die Ergebnisse decken sich mit Analysen des Cambridge-Forschers Macdonald. Demnach erhöht schlechte körperliche Fitness das Sterberisiko drastisch. Während Rauchen das Risiko um etwa 50 Prozent steigert, korreliert geringe Muskelkraft mit einem um 200 Prozent erhöhten Risiko.

Die gute Nachricht: Eine Kombination aus Ausdauer- und Krafttraining kann die Sterblichkeit um insgesamt 40 Prozent senken. Intensives Training wirkt dabei deutlich besser als moderate Bewegung.

Warum Dehnen allein nicht reicht

„Krafttraining ist die Basis für Beweglichkeit im Alter“, betont Sportmediziner Robert Fritz von der Wiener Sportordination. Statisches Dehnen verbessere den Bewegungsumfang nur kurzfristig. Ohne die Kraft, Gelenke zu stabilisieren, bleibe der Nutzen gering.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt allen Erwachsenen mindestens zwei Krafttrainingseinheiten pro Woche. Für Menschen ab 65 kommen zusätzlich drei Tage mit Gleichgewichtsübungen dazu.

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Essen für die Muskeln

Neben dem Training spielt die Ernährung eine Schlüsselrolle. Experten fordern angepasste Eiweißempfehlungen gegen den altersbedingten Abbau. Für eine 79 Kilogramm schwere Person bedeutet das: 120 Gramm Eiweiß täglich.

Neue Impulse liefert auch die Grundlagenforschung. Israelische Wissenschaftler der Bar-Ilan-Universität konnten durch das Protein SIRT6 Alterungsprozesse in Mäuselebern umkehren. Eine Anwendung beim Menschen bleibt aber Zukunftsmusik.

Der volkswirtschaftliche Druck

Die Fitness der Bevölkerung hat massive Auswirkungen auf Arbeitsmarkt und Sozialsysteme. Laut DAK-Gesundheitsreport vom Juni 2026 erwägen 44 Prozent der deutschen Angestellten eine Frührente. Bei Personen mit schlechter Gesundheit steigt dieser Anteil auf 60 Prozent.

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Bis 2040 gehen voraussichtlich 13,3 Millionen Erwerbspersonen in Rente – rund 30 Prozent des aktuellen Arbeitsmarktes. Die DACH-Studie 2026 prognostiziert daher weiteres Wachstum der Fitnesswirtschaft. Besonders Jüngere verbinden Training zunehmend mit Prävention und langfristiger Lebensqualität.

Demenzwelle abwendbar?

Die Prävention chronischer Erkrankungen bleibt eine zentrale Herausforderung. Die Demenzentwicklung in Deutschland prognostiziert einen Anstieg von derzeit 1,3 Millionen auf bis zu 2,1 Millionen Betroffene im Jahr 2060.

Experten sind überzeugt: Durch konsequente Behandlung von Risikofaktoren wie Bluthochdruck und Diabetes sowie soziale Teilhabe und Bildung ließe sich dieser Anstieg deutlich begrenzen. Neue Technologien wie ein optoakustischer Tracker könnten zudem Herzprobleme und Krebs früher erkennen – noch bevor erste Symptome auftreten.

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