Muskelabbau: Antikörper reduziert Verlust um 55 Prozent
11.06.2026 - 12:22:01 | boerse-global.de
Der Körper verbraucht bei der Verdauung von Proteinen fast dreimal so viele Kalorien wie bei Kohlenhydraten. Proteinreiche Mahlzeiten sättigen länger und können Heißhungerattacken reduzieren. Klingt nach einem einfachen Rezept für Gewichtsverlust.
Da eine proteinreiche Ernährung allein oft nicht ausreicht, um dem altersbedingten Muskelschwund entgegenzuwirken, empfehlen Experten gezielte Kräftigung. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen 6 einfache Übungen, mit denen Sie Ihre Muskeln effektiv von zuhause aus stärken und Gelenkschmerzen lindern können. Kostenlosen Krafttrainings-Ratgeber jetzt herunterladen
Doch eine im Juni 2026 veröffentlichte Übersicht in Critical Reviews in Food Science and Nutrition zeigt: Die Qualität der Proteine ist genauso entscheidend wie die Menge. 20 internationale Fachleude empfehlen 1,2 bis 1,6 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht beim Abnehmen – um die Muskelmasse zu erhalten. Ab 1,6 Gramm sei ein Plateau erreicht. Extreme Mengen bringen keinen belegbaren Zusatznutzen.
Muskelerhalt dank Antikörper-Therapie
Bei medikamentösen Abnehmtherapien rückt der Muskelerhalt in den Fokus. Eine Phase-2-Studie in Nature Medicine (8. Juni 2026) untersuchte den Antikörper Apitegromab in Kombination mit dem Wirkstoff Tirzepatid.
Die Ergebnisse an 102 Teilnehmern über 24 Wochen: Die Kontrollgruppe verlor durchschnittlich 3,5 Kilogramm Magermasse, die Apitegromab-Gruppe nur 1,6 Kilogramm. Das entspricht einer Reduktion des Muskelverlusts um knapp 55 Prozent. Allerdings konnten die Forscher noch keine signifikanten Vorteile bei der Muskelkraft nachweisen.
Wer seine Muskulatur auch ohne stundenlanges Training im Fitnessstudio schützen und aufbauen möchte, findet in diesem Experten-Guide die passende Lösung. Erfahren Sie, wie 17 einfache Übungen in nur 3 Minuten täglich Ihre Fitness steigern und Beschwerden vorbeugen können. 17 Wunderübungen für den Muskelaufbau gratis anfordern
Genetik entscheidet über Medikamenten-Wirkung
Die Wirksamkeit von Ozempic oder Wegovy hängt offenbar stark von der genetischen Veranlagung ab. Eine Stanford-Studie in Genome Medicine (10. Juni 2026) identifizierte Varianten des Enzyms PAM, die bei etwa 10 Prozent der Bevölkerung vorkommen.
Bei über 1.100 Probanden erreichten Träger dieser Varianten seltener ihre Blutzuckerziele. Die Forscher sprechen von einer möglichen „GLP-1-Resistenz“.
Natürliche Alternativen wie Berberin, Flohsamenschalen oder Grüntee-Extrakt werden als Ersatz für GLP-1-Medikamente vermarktet. Medizinische Faktenchecks ordnen sie als deutlich schwächer ein. Berberin zeige zwar geringe Effekte auf den BMI, könne die Wirkung klinischer Medikamente aber nicht erreichen. Stattdessen empfehlen Experten eine proteinreiche Ernährung (1,2 bis 1,5 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht) – sie fördere die natürliche GLP-1-Ausschüttung zuverlässiger als Supplements.
Der Milliarden-Markt mit den Proteinen
Der Markt für proteinreiche Produkte boomt. Für den US-Markt bezifferten Analysten das Volumen für Protein-Snacks 2025 auf rund 50 Milliarden US-Dollar. Bis 2032 wird eine Verdopplung erwartet.
Wissenschaftler sehen diese Entwicklung kritisch. Werbeversprechen auf Produktetiketten täuschten Verbraucher häufig über den tatsächlichen Nutzen. Die französische INCA3-Studie zeigt: Die durchschnittliche Proteinzufuhr liegt bei Frauen bereits bei etwa 1,2 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht – deutlich über den offiziellen Empfehlungen. Ein Zusatznutzen durch teure Proteinpräparate sei für diese Personengruppen oft nicht gegeben.
