Musikstudium: 30% leiden unter Schmerzen und Auftrittsangst
Veröffentlicht am: 21.09.2026 um 12:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Langes Üben, einseitige Haltungen am Instrument und der Druck vor Auftritten gehören für viele Musikstudierende zum Alltag. Die körperlichen und psychischen Belastungen während der Ausbildung sind erheblich.
Um diesen Herausforderungen systematisch zu begegnen, baut die Universität Osnabrück ein umfassendes Angebot aus Lehrveranstaltungen, Workshops und individueller Beratung auf. Die Initiative zielt darauf ab, sowohl Lampenfieber als auch den physischen Beanspruchungen bei Proben und Auftritten wirksam entgegenzuwirken.
Belastungen im Musikeralltag: Schmerzen und Auftrittsangst
Dass Handlungsbedarf in der Ausbildung besteht, verdeutlichen frühere Erhebungen an der Hochschule. Eine Befragung von Musikstudierenden der Universität Osnabrück aus den Jahren 2016 und 2017 zeigte deutliche gesundheitliche Risiken auf: Rund 30 Prozent der Teilnehmenden gaben an, unter musizierbedingten körperlichen Schmerzen zu leiden. Zudem berichteten etwa 27 Prozent von leistungseinschränkender Auftrittsangst.
Diese Zahlen spiegeln ein Phänomen wider, das in der Musikausbildung oft erst spät thematisiert wird. Körperliche Fehlhaltungen oder chronische Überlastungen der Muskulatur können ebenso wie mentaler Stress die spätere Berufsausübung gefährden. Das neue Osnabrücker Programm richtet sich an die rund 250 Musikstudierenden der Universität, um frühzeitig präventive Strategien zu vermitteln.
Wer sich intensiv mit instrumentalen Fehlhaltungen und körperlichen Belastungen befasst, findet in diesem Ratgeber eine effektive Unterstützung für den Alltag. Prof. Dr. Wessinghage verrät 17 Übungen, die in nur 3 Minuten täglich sofortige Linderung bringen. 17 Übungen gegen Verspannungen kostenlos herunterladen
Forschungsprojekt verbindet Musikpädagogik und Gesundheitspraxis
Organisiert wird die Maßnahme im Rahmen des Forschungsprojekts „Gesund musizieren“, das auf eine Laufzeit von rund 2,5 Jahren angelegt ist. Finanziert wird das Vorhaben durch die Techniker Krankenkasse, die das Projekt mit 75.000 Euro fördert.
Für die Konzeption und Umsetzung zeichnet ein interdisziplinäres Team verantwortlich. Die Leitung liegt bei Prof. Dr. Christoph Louven vom Institut für Musikwissenschaft und Musikpädagogik der Universität Osnabrück.
Unterstützt wird er von der Physiotherapeutin Heike Schemmann, die Expertise für den Bereich der körperlichen Haltung und Bewegung einbringt, sowie von Dr. Judith Zimmermann, die für die Themen Stressmanagement und den Umgang mit Auftrittsangst zuständig ist.
Durch diese Aufstellung sollen physische und psychologische Ansätze eng miteinander verzahnt werden. Neben theoretischem Wissen in Lehrveranstaltungen erhalten die Studierenden praxisnahe Methoden an die Hand, um Probenphasen ergonomischer zu gestalten und mentale Barrieren vor Konzertsituationen abzubauen.
Neben der ergonomischen Gestaltung von Probenphasen ist der gezielte Aufbau unterstützender Muskulatur entscheidend, um chronischen Beschwerden vorzubeugen. Dieser kostenlose Leitfaden eines erfahrenen Sportmediziners zeigt, wie Sie mit minimalem Aufwand maximale Ergebnisse für Ihre körperliche Fitness erzielen. Kostenlosen Ratgeber für 3-Minuten-Übungen anfordern
Ziel: Dauerhafte Verankerung in der Hochschullehre
Ein zentraler Aspekt der Osnabrücker Initiative besteht darin, dass die Maßnahmen nicht als vorübergehendes Zusatzangebot verbleiben sollen. Das formulierte Ziel des Projekts ist die dauerhafte Verankerung der Gesundheitsförderung im regulären Curriculum.
Indem Prävention, Körperarbeit und mentales Training fester Bestandteil des Studienplans werden, soll der musikalische Nachwuchs langfristig auf die hohen professionellen Anforderungen der Branche vorbereitet werden.
