Muse-Prüfung: Indiens Regierung untersucht Metas KI-Bildgenerator
Veröffentlicht: 09.07.2026 um 18:09 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Das Ministerium für Elektronik und Informationstechnologie (MeitY) kündigte am Donnerstag eine umfassende Prüfung des Tools an. Im Fokus stehen Datenschutz, Einwilligung und die standardmäßige Nutzung öffentlicher Instagram-Fotos.
Kritik an Standardeinstellungen
Das Tool, das seit dem 7. Juli in den USA verfügbar ist, erstellt KI-generierte Bilder auf Basis öffentlicher Instagram-Profilfotos. Der Knackpunkt: Die Funktion ist standardmäßig aktiviert. Plattformnutzer müssen nicht explizit benachrichtigt werden, wenn ihre öffentlichen Fotos für die Bilderzeugung verwendet werden.
Meta betont, dass Nutzer die Funktion in den Kontoeinstellungen deaktivieren können. Doch genau dieser „Opt-out“-Ansatz sorgt für Kritik. Datenschützer warnen vor einem erhöhten Risiko für Deepfakes und nicht einvernehmliche synthetische Medien.
Prüfung von Einwilligung und Datenschutz
Die Regierungsprüfung konzentriert sich auf die Frage, ob Muse mit den bestehenden indischen Gesetzen zu Datenschutz und Datenextraktion vereinbar ist. MeitY-Sekretär S. Krishnan erklärte, man werde das Tool auch dann bewerten, wenn keine formellen Beschwerden vorlägen.
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Indiens bestehende Deepfake-Regularien verlangen bereits, dass Plattformen synthetische Inhalte kennzeichnen und Mechanismen zur Entfernung solcher Materialien bereitstellen. Meta versieht die KI-Bilder mit einem „Content Seal“-Wasserzeichen, das sie als KI-generiert ausweist.
Weitere Baustellen für Meta in Indien
Die Muse-Prüfung ist nur ein Teil der aktuellen regulatorischen Herausforderungen für Meta im indischen Markt. Parallel wartet die Regierung auf eine formelle Stellungnahme des Konzerns zu Anzeigen mit Missbrauchsmaterial von Minderjährigen auf Instagram.
Meta hatte zuvor die Löschung von über 160.000 Konten in Indien und vier Millionen Konten weltweit im Zusammenhang mit Kinderausbeutung gemeldet. Die Regierung fordert nun weitere Aufklärung zu den Werbeschutzmechanismen.
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Auch eine neue WhatsApp-Username-Funktion steht auf dem Prüfstand. Die Frist für Metas Stellungnahme endete am Donnerstag.
Neue KI-Gesetze in Planung
Die Überprüfung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem MeitY die Entwicklung eines eigenständigen KI-Gesetzes vorantreibt. Das Ministerium hat bereits 762 Vorschläge verschiedener Regierungsstellen zur Regulierung Künstlicher Intelligenz gesammelt.
Bis ein neues Gesetz verabschiedet ist, greift die Regierung auf bestehende Rechtsrahmen zurück. Muse ist derzeit in der Meta-KI-App, auf WhatsApp und Instagram in ausgewählten Regionen verfügbar. Ob das Tool auch in Indien starten darf, hängt maßgeblich von den Ergebnissen der aktuellen Prüfung ab.
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