Muse, Millionen

Muse Image: Meta nutzt Millionen Fotos ohne Zustimmung für KI

Veröffentlicht: 10.07.2026 um 23:37 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Metas neuer KI-Bildgenerator nutzt öffentliche Instagram-Fotos ohne Zustimmung. Datenschützer und Behörden fordern ein Opt-in-Modell.

Meta Muse Image: Datenschützer kritisieren Instagram-Foto-Nutzung
Silhouette aus digitalen Fragmenten und Code, mit glühendem KI-Auge, umgeben von unscharfen Fotokacheln. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Datenschützer laufen Sturm gegen Metas neuen KI-Bildgenerator Muse Image.

Der Konzern startete am Dienstag ein Feature, das öffentliche Instagram-Profilfotos ohne explizite Zustimmung der Nutzer für KI-generierte Bilder verwendet. Ein Schritt mit Sprengkraft.

Automatische Erfassung für Millionen Nutzer

Muse Image erstellt KI-Inhalte, indem Nutzer öffentliche Instagram-Accounts markieren oder erwähnen. Die Profile von Erwachsenen landen dabei automatisch in der Datenbank – ohne dass die Betroffenen benachrichtigt werden. Meta schließt zwar private Profile und Minderjährige aus. Doch für Millionen öffentlicher Accounts begann die Nutzung sofort nach dem Launch.

Eine vorherige Zustimmung? Fehlanzeige. Wer nicht will, muss selbst aktiv werden.

Scharfe Kritik von allen Seiten

Die Branche reagiert empört. Die Kreativagentur CAA fordert eine Umstellung auf Opt-in statt Opt-out. Auch die US-Gewerkschaft SAG-AFTRA warnt ihre Mitglieder und rät, die Funktion manuell zu deaktivieren.

Datenschutzorganisationen wie Foxglove und Privacy International schlagen Alarm. „Die Gefahr von Identitätsdiebstahl und digitalem Missbrauch ist real", warnen Experten. Selbst die australische Abgeordnete Allegra Spender mischt sich ein und kritisiert die automatische Aktivierung.

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Behörden schalten sich ein

Die indische Regierung kündigte bereits an, Muse Image auf Compliance zu prüfen. Der Zeitpunkt ist heikel: Erst kürzlich nahm die britische Ofcom das KI-Tool Grok von X unter die Lupe.

Beobachter erinnern an die Vergangenheit: 2019 verhängte die US-Handelsbehörde FTC eine Rekordstrafe von 5 Milliarden Euro gegen Facebook wegen Datenschutzverstößen. Das aktuelle Opt-out-Modell könnte ähnliche juristische Wellen schlagen.

So schalten Nutzer die Funktion ab

Wer seine Fotos aus der KI-Datenbank entfernen will, muss in den Instagram-Einstellungen unter „Teilen und Wiederverwenden" die entsprechende Erlaubnis manuell deaktivieren.

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Ein entscheidender Haken bleibt: Bereits erstellte KI-Bilder werden nicht gelöscht – selbst wenn der Nutzer später widerspricht.

Parallel dazu rüstet Meta bei der Hardware auf: Die neuen Smart Glasses wurden so modifiziert, dass sich die Aufnahme-LED nicht mehr manipulieren lässt – ein Zugeständnis an die wachsende Kritik an unerlaubten Aufnahmen im öffentlichen Raum.

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