Multivitamine, COSMOS-Studie

Multivitamine ab 60: COSMOS-Studie belegt bessere Alltagsfähigkeit

Veröffentlicht am: 07.08.2026 um 21:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Aktuelle Studien zeigen: Gezielte Nährstoffzufuhr ist in bestimmten Lebensphasen entscheidend. KI-Projekte und Genforschung eröffnen neue Wege.

Ernährung im Fokus: Nährstoffbedarf, KI-Prävention und Genforschung
Eine Auswahl an frischem Gemüse, Nüssen und Wasser als Symbol für gesunde Ernährung in verschiedenen Lebensphasen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Neue Studien und Expertenempfehlungen zeigen: Die richtige Nährstoffzufuhr ist in bestimmten Lebensphasen entscheidend. Besonders Schwangere und Menschen über 60 profitieren von gezielter Ernährung.

Schwangerschaft: Nährstoffdichte statt Kalorien

Entgegen weitläufiger Annahmen steigt der Kalorienbedarf werdender Mütter kaum. Darauf weisen Experten des Netzwerks „Gesund ins Leben“ im August 2026 hin. Entscheidend sei stattdessen eine erhöhte Nährstoffdichte der Lebensmittel.

Besondere Bedeutung kommt Folsäure und Jod zu. Über die herkömmliche Ernährung lassen sich diese Stoffe nur schwer in ausreichender Menge aufnehmen. Eine Supplementierung nach ärztlicher Rücksprache wird daher empfohlen. Eine ausreichende Folsäurezufuhr bereits vor der Schwangerschaft kann das Risiko für Neuralrohrdefekte senken.

Fachleute raten zu einer pflanzenbetonten Kost, ergänzt durch Fisch und hochwertige Öle wie Rapsöl. Bestimmte Fischarten wie Thunfisch, Schwertfisch, Heilbutt, Aal und Hai sollten wegen potenzieller Schadstoffbelastungen gemieden werden. Beim Koffein gelten bis zu 200 Milligramm pro Tag als unbedenklich – das entspricht etwa zwei Tassen Filterkaffee.

Multivitamine im Alter: Neue Studiendaten

Für Menschen über 60 liefert die COSMOS-Studie, vorgestellt auf der Konferenz „NUTRITION 2026“, neue Erkenntnisse. Die tägliche Einnahme eines Multivitaminpräparats kann die funktionelle Gesundheit signifikant unterstützen.

Über drei Jahre zeigten mehr als 16.000 Teilnehmer eine verbesserte Alltagsfähigkeit im Vergleich zur Placebo-Gruppe. Kakaoextrakt, ebenfalls Teil der Untersuchung, zeigte keinen vergleichbaren Nutzen. Eine Ausnahme bildete lediglich eine Untergruppe von Patienten mit Herzinsuffizienz.

Verbraucherschützer mahnen dennoch zur Vorsicht. Eine Vertreterin der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen betonte Anfang August 2026: Nahrungsergänzungsmittel ersetzen keine ausgewogene Ernährung. Eine unkontrollierte Überdosierung könne gesundheitsschädliche Folgen haben. Bereits 45 Prozent der Senioren greifen regelmäßig zu solchen Präparaten – Fachleute raten, die Einnahme vorab medizinisch abzuklären.

Anzeige

Die COSMOS-Studie zeigt: Ein tägliches Multivitamin kann Ihre Alltagsfähigkeit ab 60 unterstützen. Doch welches Präparat ist das richtige? Und wie vermeiden Sie eine Überdosierung? Unser Ratgeber liefert die Antworten – mit Checkliste und Ernährungsplan. Jetzt kostenlosen Ratgeber anfordern

KI gegen Diabetes: Schweizer Präventionsprojekt

Neben klassischer Ernährungsberatung gewinnen technologische Ansätze an Bedeutung. Ende 2025 startet in der Schweiz das von Innosuisse geförderte Flagship-Projekt „PreDiabeTx“, das bis 2029 laufen soll.

Unter der Leitung der Empa und in Kooperation mit Forschungsinstitutionen sowie Versicherern wie CSS und Sanitas sollen KI-gestützte Coaches und Wearables zum Einsatz kommen. Ziel: Das Risiko für Typ-2-Diabetes bei den schätzungsweise 500.000 Betroffenen in der Schweiz senken.

Genforschung: Seltene Mutation schützt vor Adipositas

Die Genetik liefert parallel neue Ansätze. Eine im Fachjournal „Nature“ veröffentlichte Studie mit Daten von einer Million Menschen identifizierte eine seltene Mutation im FNIP1-Gen. Sie tritt statistisch bei einem von 7.000 Menschen auf.

Die Mutation steigert den Energieumsatz und senkt das Risiko für Adipositas und Diabetes um etwa 60 Prozent. In Tierversuchen führte eine Blockade dieses Gens zu verlangsamter Gewichtszunahme und verbesserter Insulinsensitivität. Bis daraus konkrete Therapien entstehen, dürften laut Forschern jedoch noch Jahre vergehen.

Salz und Zucker: Wo die Realität hinter den Empfehlungen liegt

Anzeige

Sie möchten im Alter fit und selbstständig bleiben? Die richtige Nährstoffversorgung spielt dabei eine Schlüsselrolle. Unser Leitfaden zeigt Ihnen, wie Sie Multivitamine sicher einnehmen und Ihre Energie im Alltag steigern – ohne gesundheitliche Risiken. Ratgeber für mehr Alltagsenergie jetzt sichern

International empfehlen FAO und WHO eine tägliche Salzzufuhr von maximal fünf Gramm. Beim Zucker liegt die Grenze bei 50 Gramm. Die Realität sieht oft anders aus.

In einigen Regionen liegt der durchschnittliche Salzkonsum mit bis zu 12 Gramm pro Tag deutlich über den Zielwerten. Digitale Hilfsmittel und Kennzeichnungssysteme wie „Ampel-Systeme“ sollen Verbrauchern helfen, die Inhaltsstoffe verarbeiteter Lebensmittel besser zu verstehen.

Disclaimer...

de | wissenschaft | 69926502 |