Multiples Myelom: Cilta-cel hält 10 von 20 Patienten fünf Jahre progressionsfrei
Veröffentlicht am: 28.09.2026 um 22:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Aktuelle klinische Daten liefern neue Erkenntnisse zur langfristigen Wirksamkeit von Zelltherapien bei der Behandlung des multiplen Myeloms. Im Fokus stehen dabei Untersuchungen zu Patienten, die bereits auf Standardtherapien wie Proteasom-Inhibitoren und Immunmodulatoren nicht mehr ansprachen. Die Ergebnisse verdeutlichen, welche Rolle CAR-T-Zell-Therapien in früheren Behandlungsphasen einnehmen könnten.
Stabile Remissionsraten über fünf Jahre
Beim IMS-Jahrestreffen in Glasgow am 25. September 2026 wurden Langzeitdaten aus der Phase-2-Studie CARTITUDE-2 (Kohorte A) von Johnson & Johnson und Legend Biotech vorgestellt. Die Untersuchung begleitete 20 Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem multiplen Myelom, die zuvor bereits eine bis drei Therapielinien durchlaufen hatten und eine Refraktärität gegenüber Lenalidomid aufwiesen.
Nach einem medianen Beobachtungszeitraum von 60,7 Monaten zeigte sich, dass 10 der 20 Probanden – entsprechend einer Quote von 50 % – nach einer einmaligen Infusion des Wirkstoffs Cilta-cel ohne weitere Erhaltungstherapie am Leben und progressionsfrei waren. Das mediane progressionsfreie Überleben wurde in dieser Gruppe mit 60,5 Monaten angegeben.
Während die geschätzte Fünfjahres-Gesamtüberlebensrate bei 69,2 % lag, wurde das mediane Gesamtüberleben zum Zeitpunkt der Analyse noch nicht erreicht.
Molekulare Tiefe und zytogenetische Risikoprofile
Ein wesentlicher Aspekt der Untersuchung betraf die Tiefe des Ansprechens auf molekularer Ebene. Bei drei Patienten, die nach fünf Jahren auf eine minimale RestsDisease (MRD) getestet wurden, war der Befund auf der tiefsten Teststufe von 10?? negativ. Dies deutet auf eine langanhaltende Unterdrückung der malignen Zellen hin.
Bemerkenswert ist zudem die Wirksamkeit bei Patienten mit erschwerter Prognose. Von den zehn Probanden, die eine Langzeitremission erreichten, wiesen fünf mindestens ein Hochrisiko-Zytogenetikmerkmal auf; vier dieser Patienten verfügten sogar über zwei oder mehr solcher Merkmale. Dennoch weisen Fachleute darauf hin, dass es sich um eine kleine, nicht randomisierte Kohorte handelt und die Ergebnisse keinen definitiven Heilungsnachweis darstellen.
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Sicherheitsprofil und klinische Einordnung
Das beobachtete Sicherheitsprofil der Therapie entsprach laut den Studiendaten den bereits bekannten Parametern; neue spezifische CAR-T-Neurotoxizitäten traten nicht auf. Seit der vorangegangenen Analyse wurde jedoch ein Fall von akuter myeloischer Leukämie dokumentiert, zudem wurden zwei weitere Todesfälle verzeichnet.
In der klinischen Einordnung lassen sich Unterschiede je nach Behandlungszeitpunkt feststellen. Während in der Studie CARTITUDE-1 bei Patienten in späteren Therapielinien etwa ein Drittel nach fünf Jahren rückfallfrei blieb, wird die Prognose für einen früheren Einsatz – etwa beim ersten Rückfall – optimistischer bewertet.
Fachleute schätzen hierbei den Anteil der langfristig Rückfallfreien auf annähernd 50 %. Für die Studie CARTITUDE-4 liegen in früheren Therapielinien derzeit noch keine konkreten Ergebniswerte vor.
Kommerzielle Entwicklung und Marktwachstum
Parallel zu den klinischen Fortschritten verzeichnete Legend Biotech im zweiten Quartal 2026 ein deutliches Wachstum bei den weltweiten Nettohandelsumsätzen für die CAR-T-Therapie Carvykti. Diese beliefen sich auf ca. 657 Mio. US-Dollar, was einer Steigerung von 50 % im Vergleich zum Vorjahr und 10 % gegenüber dem Vorquartal entspricht.
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Der Hauptmarkt blieb mit 472 Mio. US-Dollar (+32 %) die USA, während das Geschäft außerhalb der USA mit ca. 185 Mio. US-Dollar ein signifikantes Wachstum von 128 % aufwies.
Für das zweite Quartal 2026 wies Legend Biotech einen Gesamtumsatz von 387,5 Mio. US-Dollar, ein Betriebsergebnis von 57,7 Mio. US-Dollar sowie einen Nettogewinn von 33,2 Mio. US-Dollar aus. Die Liquidität des Unternehmens wurde zum Ende Juni mit ca. 965 Mio. US-Dollar an Barmitteln und Termineinlagen beziffert.
