Multiple Sklerose: Vitamin D und BCG-Impfstoff bremsen Progression
14.06.2026 - 18:33:41 | boerse-global.de
000 Menschen mit Multipler Sklerose. Der gesellschaftliche Umgang mit der Erkrankung verändert sich – und mit ihm die Behandlungsansätze.
Inklusion im Sport: Rollstuhlhandball als Vorbild
Die Initiative zum Aufbau einer Rollstuhlhandball-Mannschaft beim TV Neuhof zeigt, wie inklusive Sportangebote an Bedeutung gewinnen. Initiatorin Maja Litzenbauer erhielt 2023 ihre MS-Diagnose. Erste Symptome wie Sehnerventzündungen, Koordinationsstörungen und Lähmungserscheinungen hatten ihren Alltag massiv eingeschränkt.
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Doch statt sich zurückzuziehen, suchte sie nach Wegen, trotz der Einschränkungen aktiv zu bleiben. Heute engagiert sie sich ehrenamtlich im Sportverein und arbeitet beim DMSG-Landesverband Hessen – für bessere Beratungsstrukturen und mehr Sichtbarkeit der Erkrankung.
Neue medikamentöse Ansätze: Vitamin D, BCG-Impfstoff und mehr
Die neurologische Forschung sucht nach Wegen, den Krankheitsverlauf frühzeitig zu beeinflussen. Studien deuten darauf hin: Eine Vitamin-D-Supplementierung könnte die Progression im Frühstadium verlangsamen. Auch der BCG-Impfstoff, ursprünglich gegen Tuberkulose entwickelt, wird als mögliche Option untersucht.
Im Bereich der Pharmakotherapie gibt es ebenfalls Neuerungen. Alemtuzumab, ursprünglich ein Krebsmedikament, ist mittlerweile für MS-Patienten zugelassen. Doch Fachleute warnen vor Risiken: Unter Fingolimod wurden PML-Hirninfektionen beobachtet. Immerhin gibt es für Natalizumab inzwischen einen Biomarker, der das individuelle Infektionsrisiko besser einschätzbar macht.
Telemedizin gegen Versorgungslücken
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Ein zentrales Problem bleibt die flächendeckende Versorgung – vor allem in ländlichen Regionen. Das Projekt TENEAM (Tele-Neurological Outpatient Care in Brandenburg and Mecklenburg-Western Pomerania) will das ändern. Von 2025 bis 2029 fördert der Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses das Vorhaben mit rund 8,4 Millionen Euro.
Rund 8.000 Teilnehmende werden in einer breit angelegten Studie betreut. Die Wirksamkeit der telemedizinischen Betreuung wird mit der herkömmlichen Standardversorgung verglichen. Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt von der Charité Universitätsmedizin Berlin und der Technischen Universität München.
Ziel: Neurologische Expertise unabhängig vom Wohnort verfügbar machen. Versorgungslücken schließen – digital und praktisch.
