Multiple Sklerose: Vitamin-D-Curcumin-Kombi senkt zwei Rezeptoren im Labor
Veröffentlicht am: 23.10.2026 um 19:09 Uhr | Redaktion boerse-global.deIn der Erforschung von Begleittherapien bei Multipler Sklerose rücken Naturstoffe und Mikronährstoffe regelmäßig in den Fokus wissenschaftlicher Untersuchungen. Neue Laborergebnisse geben nun Einblicke in das Zusammenspiel von Vitamin D und Curcumin, einem Wirkstoff aus der Kurkumawurzel.
Eine im Fachjournal Iranian Journal of Allergy, Asthma and Immunology veröffentlichte Laborstudie untersuchte, wie sich diese beiden Substanzen auf Entzündungszellen von Betroffenen mit schubförmig remittierender Multipler Sklerose (RRMS) auswirken.
Wie die Plattform ahela.org in einem Bericht vom 22. Oktober 2026 darlegte, deuten die Daten darauf hin, dass die gemeinsame Gabe im Laborexperiment immunmodulierende Effekte erzielen kann.
Synergistische Effekte auf entzündungsbezogene Immunzellen
Im Rahmen der Laboruntersuchung analysierten die Forscher Blutproben von insgesamt 24 RRMS-Patienten sowie von 15 gesunden Kontrollpersonen. Im Zentrum stand dabei die Frage, wie die T-Zellen auf den Kontakt mit Vitamin D und Curcumin reagieren. Die Analyse ergab, dass die Kombination beider Substanzen die Anteile entzündungsbezogener T-Zellen in den untersuchten Proben verringerte.
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Bemerkenswert war den Beobachtungen zufolge, dass das Zusammenspiel aus Vitamin D und Curcumin im Laborversuch eine stärkere Wirkung entfaltete als die jeweiligen Einzelsubstanzen für sich allein. Das Forscherteam stellte fest, dass durch den kombinierten Einsatz insbesondere CXCR3-positive CD4- und CD8-T-Zellen reduziert wurden. Beide Zelltypen spielen bei den entzündlichen Prozessen im Nervensystem eine tragende Rolle.
Einfluss auf Rezeptoren während akuter Schübe
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf den Immunzellen von Patientengruppen, die sich zum Zeitpunkt der Probenentnahme in einem akuten Krankheitsschub befanden. Bei diesen Proben zeigte sich, dass die Kombination die Dichte spezifischer Oberflächenrezeptoren senken konnte. Konkret ging die Dichte der Rezeptoren CXCR3 und CCR6 auf den CD4-T-Zellen zurück.
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Diese Chemokinrezeptoren stehen im Verdacht, das Einwandern von Immunzellen in das zentrale Nervensystem zu begünstigen, was bei Multipler Sklerose zu Entzündungsschüben und Gewebeschäden beiträgt. Ein Absinken dieser Rezeptordichten im Laboransatz liefert Forschenden daher wichtige Anhaltspunkte für das molekulare Verständnis möglicher zellulärer Regulationsmechanismen.
Grenzen der Aussagekraft und medizinische Einordnung
Trotz der im Labor beobachteten Resultate mahnen Fachleute zur Zurückhaltung bei der praktischen Anwendung. Dem Bericht vom 22. Oktober 2026 zufolge unterliegt die Studie deutlichen Limitationen. Mit Proben von lediglich 24 Patienten und 15 gesunden Personen bewegt sich die Stichprobengröße in einem sehr kleinen Rahmen.
Zudem handelt es sich ausschließlich um eine reine In-vitro-Laboruntersuchung. Bislang liegen keine entsprechenden klinischen Studien an Patientengruppen vor, die eine Wirksamkeit, optimale Dosierung oder Sicherheit am Menschen belegen würden.
Vor eigenmächtigen Einnahmen von Nahrungsergänzungsmitteln oder Therapieversuchen wird gewarnt: Betroffene sollten vor der Einnahme von Curcumin- oder hochdosierten Vitamin-D-Präparaten stets Rücksprache mit ihren behandelnden Ärzten halten.
