Multiple Sklerose: Neue Professorin erforscht progressive Verläufe
Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 08:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Erforschung entzündlicher Prozesse im Nervensystem bildet einen zentralen Schwerpunkt der modernen Neurologie. An der Medizinischen Fakultät der Universität des Saarlandes am Standort Homburg wird dieser Bereich durch eine personelle Neubesetzung gezielt gestärkt.
Die Berufung einer international erfahrenen Expertin markiert eine Erweiterung des wissenschaftlichen Spektrums in der Erforschung neurodegenerativer Erkrankungen und der Entwicklung neuer Therapieansätze.
Akademischer Wechsel von den USA nach Deutschland
Im Rahmen der strategischen Ausrichtung der medizinischen Forschung an der Universität des Saarlandes wird die Professur für Neuroinflammation zum 1. Oktober 2026 neu besetzt. Francesca Gilli übernimmt die Position an der Fakultät in Homburg und wechselt damit aus den Vereinigten Staaten an das saarländische Institut.
Zuvor war Gilli an der Geisel School of Medicine at Dartmouth tätig. Dort bekleidete sie zuletzt die Position einer außerordentlichen Professorin (Associate Professor) für Neurologie. Mit dem Wechsel an die Universität des Saarlandes bringt sie weitreichende Erfahrungen aus der US-amerikanischen Forschungslandschaft in die deutsche Hochschulmedizin ein, wie aus einem Bericht der Universität vom 24. September 2026 hervorgeht.
Forschungsschwerpunkte: Neuroinflammation und Degeneration
Der wissenschaftliche Fokus der neuen Professur liegt auf der Untersuchung komplexer Zusammenhänge zwischen Entzündungsreaktionen und dem Abbau von Nervenzellen. Francesca Gillis Arbeit konzentriert sich dabei insbesondere auf die Neuroinflammation und die Neurodegeneration. Diese Prozesse spielen eine entscheidende Rolle bei der Entstehung und dem Fortschreiten neurologischer Beeinträchtigungen.
Für schubförmige Verläufe gibt es bereits viele Behandlungsmöglichkeiten — bei der progressiven Form tappt die Forschung noch immer in entscheidenden Fragen. Ein neuer Forschungsschwerpunkt setzt genau dort an: bei den Mechanismen, die das Fortschreiten antreiben, und bei Biomarkern, die den Verlauf künftig genauer abbilden sollen. Unser kostenloser Leitfaden ordnet ein, was das für Betroffene bedeutet und welche Fragen Sie Ihrem Behandlungsteam stellen können. Kostenlosen MS-Leitfaden anfordern
Ein besonderes Augenmerk gilt der Erforschung der Multiplen Sklerose (MS). Hierbei stehen vor allem die Mechanismen im Zentrum, die bei der sogenannten fortschreitenden (progressiven) Multiplen Sklerose wirksam sind.
Während für schubförmige Verläufe bereits diverse Behandlungsmöglichkeiten existieren, stellt die progressive Form der Erkrankung die medizinische Forschung weiterhin vor Herausforderungen. Ziel der Untersuchungen ist es, die zugrunde liegenden biologischen Abläufe besser zu verstehen, um den Krankheitsverlauf effektiver beeinflussen zu können.
Entwicklung von Biomarkern und gezielten Therapien
Ein wesentlicher Bestandteil der Forschungsaktivitäten ist die Identifikation und Validierung von Biomarkern. Diese biologischen Merkmale sind für die moderne Medizin von hoher Relevanz, da sie präzise Rückschlüsse auf die aktuelle Krankheitsaktivität sowie den voraussichtlichen Verlauf der progressiven Multiplen Sklerose ermöglichen können.
Die Identifizierung verlässlicher Marker gilt als Voraussetzung für eine individualisierte Patientenversorgung. Parallel dazu umfasst das Forschungsgebiet die Suche nach Ansätzen für gezielte Therapien.
Ein unklarer Krankheitsverlauf verunsichert — vor allem, wenn die nächste Kontrolle keine klare Antwort bringt. Die Forschung arbeitet daran, biologische Marker zu identifizieren, die Krankheitsaktivität und voraussichtlichen Verlauf präziser abbilden könnten. Unser Leitfaden erklärt verständlich, wie solche Marker eingeordnet werden und welche Therapieansätze bei fortschreitenden Verläufen derzeit untersucht werden. Leitfaden jetzt kostenlos anfordern
Durch die Verknüpfung der Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung zur Neuroinflammation mit klinischen Fragestellungen sollen neue Wege eröffnet werden, um therapeutische Interventionen präziser auf die Bedürfnisse der betroffenen Patienten abzustimmen.
Mit dem Amtsantritt im Oktober wird die Universität des Saarlandes ihre Kompetenzen in diesem spezialisierten Teilbereich der Neurowissenschaften weiter bündeln.
