Multiple Sklerose: 15 Minuten Training verbessert Kognition um 70%
30.05.2026 - 18:18:16 | boerse-global.deDoch die unsichtbaren Symptome sind es, die den Alltag vieler Betroffenen bestimmen. Rund 280.000 Menschen leben in Deutschland mit der Erkrankung – und die Medizin richtet ihren Blick zunehmend auf kognitive Beeinträchtigungen.
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Jeder zweite MS-Patient entwickelt kognitive Störungen
Etwa 50 Prozent der MS-Erkrankten leiden unter Gedächtnisproblemen, Konzentrationsschwächen oder verlangsamter Verarbeitungsgeschwindigkeit. Die Häufigkeit variiert je nach Verlaufsform: Bei der schubförmigen MS (RMS) sind rund 40 Prozent betroffen, bei progredienten Formen steigt der Anteil auf 70 bis 90 Prozent.
Hinzu kommt die psychische Belastung. Die Lebenszeit-Wahrscheinlichkeit für eine schwere Depression liegt bei MS-Patienten bei rund 50 Prozent. Diese unsichtbaren Symptome erschweren den Alltag massiv – obwohl weniger als 5 Prozent der Fälle innerhalb weniger Jahre zu einer schweren körperlichen Behinderung führen.
Neue Diagnoseverfahren mit 94 Prozent Genauigkeit
Ende Mai 2026 gab es wichtige Fortschritte in der Diagnostik. Die aktualisierte S2k-Leitlinie zu neuroimmunologischen Erkrankungen berücksichtigt nun die neuen McDonald-Kriterien. Das ermöglicht eine präzisere Einordnung der Krankheitsaktivität – mit unmittelbaren therapeutischen Konsequenzen.
Noch einen Schritt weiter geht ein neues Verfahren, das die Forschung am 28. Mai 2026 präsentierte. Ein 22-Protein-Panel kann MS mit 94-prozentiger Genauigkeit von anderen Erkrankungen unterscheiden. Das ist relevant: In Deutschland werden täglich 40 bis 41 Neudiagnosen gestellt, meist zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr.
15 Minuten Training – 70 Prozent Verbesserung
Die kognitive Rehabilitation zeigt deutliche Erfolge. Bereits 15 bis 20 Minuten tägliches Training reichen aus, um die kognitiven Funktionen um bis zu 70 Prozent zu verbessern. Rund 85 Prozent der Patienten berichten von gesteigerter Lebensqualität durch solche Programme.
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Ziel moderner Therapieansätze ist der Status „NEDA“ (No Evidence of Disease Activity) – also das vollständige Ausbleiben messbarer Krankheitsaktivität. Medikamentös stehen bereits rund 20 zugelassene Wirkstoffe zur Verfügung, die Schübe um bis zu 90 Prozent reduzieren können.
Regeneration der Myelinschicht als neuer Ansatz
Die Forschung arbeitet an regenerativen Therapien. Ein Wirkstoffkandidat aus Finnland zielt speziell auf die Regeneration der Myelinschicht ab. Parallel untersuchen Wissenschaftler Signalwege zur Entzündungshemmung, wie sie natürlicherweise während einer Schwangerschaft auftreten.
Frauen dreimal häufiger betroffen – Menopause kein Risikofaktor
MS betrifft Frauen zwei- bis dreimal häufiger als Männer. Eine im Mai 2026 veröffentlichte Studie mit 559 Frauen untersuchte den Einfluss der Menopause auf den Krankheitsverlauf. Das überraschende Ergebnis: Weder Schubhäufigkeit noch Behinderungsgrad (EDSS) verschlechtern sich durch den Eintritt in die Wechseljahre grundsätzlich.
Rauchen erhöht MS-Risiko um 50 Prozent
Eine Metaanalyse von 132 Studien mit über 100.000 Patienten bestätigt die Bedeutung der Prävention. Rauchen ist demnach mit einer fast 50 Prozent höheren Wahrscheinlichkeit verbunden, an MS zu erkranken. Weitere Risikofaktoren: Übergewicht, Vitamin-D-Mangel durch geringe Sonnenexposition sowie eine vorangegangene Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus.
Auch das Mikrobiom rückt in den Fokus. Aktuelle Untersuchungen analysieren, ob die Zusammensetzung der Bakterienarten im Körper die Krankheitsentwicklung beeinflusst.
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