Müllgebühren-Ranking, Flensburg

Müllgebühren-Ranking: Flensburg kostet 162 Euro, Dortmund 536 Euro

22.06.2026 - 16:04:01 | boerse-global.de

Eine Studie zeigt enorme Preisunterschiede bei Müllgebühren in deutschen Städten. Flensburg ist am günstigsten, Dortmund am teuersten.

Müllgebühren-Ranking: Bis zu 370 Euro Unterschied in Deutschland
Müllgebühren-Ranking - Ein überquellender Müllsack neben einer Finanzzeitung auf einem Bordstein, im Hintergrund ein Müllwagen in einer Stadt. 22.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Ein aktueller Gebührenvergleich zeigt krasse Unterschiede: Flensburg ist mit 162,60 Euro am günstigsten, Dortmund mit 535,80 Euro am teuersten. Der Eigentümerverband fordert mehr Transparenz.

Für einen Vier-Personen-Haushalt variieren die jährlichen Müllgebühren in den 100 größten deutschen Städten um mehr als 370 Euro. Das geht aus einem Ranking von Haus & Grund Deutschland und dem Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) hervor, das im Juni 2026 vorgestellt wurde.

Im Durchschnitt zahlen Haushalte 351 Euro – ein Anstieg von 13 Prozent innerhalb von vier Jahren. In 87 der 100 untersuchten Städte wurden die Preise erhöht.

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NRW: Von günstig bis teuer

Besonders deutlich werden die Unterschiede in Nordrhein-Westfalen. Ratingen liegt mit 208 Euro im unteren Bereich, Bergisch Gladbach verlangt mit 480 Euro mehr als das Doppelte. Bonn positioniert sich bundesweit im ersten Viertel und gilt als vergleichsweise günstig.

Der Eigentümerverband fordert angesichts dieser Entwicklung digitale Gebührenrechner und mehr Transparenz bei der Preisgestaltung.

Hamburg: 60 Prozent mehr illegaler Müll

Parallel zu den regulären Gebühren steigen die Kosten für wilde Müllkippen. Am Beispiel Hamburg wird das besonders deutlich: 2025 sammelten die Behörden fast 6.000 Tonnen illegal entsorgten Abfall ein – ein Plus von 60 Prozent gegenüber 2020 (3.757 Tonnen).

Die Beseitigungskosten explodierten: von 16,2 Millionen Euro (2020) auf 25,1 Millionen Euro (2025). Die Zahl der Meldungen stieg von 99.900 auf rund 185.900. Doch die eingeleiteten Verfahren blieben mit 6.211 leicht unter dem Niveau von 2020 (6.906). Die verhängten Bußgelder summierten sich auf 674.291 Euro.

Die Linke brachte vor diesem Hintergrund sozial gestaffelte Müllgebühren ins Gespräch.

Hanau: Bußgelder bis 1.000 Euro zeigen kaum Wirkung

Auch kleinere Kommunen kämpfen mit zunehmenden Abfallablagerungen. In Hanau sammelte der städtische Dienstleister 2025 rund 175 Tonnen illegalen Mülls ein. Seit April 2026 drohen Bußgelder von bis zu 1.000 Euro – eine signifikante Wirkung blieb bislang aus.

Die von Ortsbeiräten geforderte Videoüberwachung an Wertstoffcontainern scheiterte an datenschutzrechtlichen Hürden in Hessen.

Hamm: Altkleidercontainer vor dem Aus

In Hamm debattiert die Politik über die Abschaffung von Altkleidercontainern. Die CDU-Fraktion bezeichnet das System an den 130 Standorten als gescheitert – wegen Überfüllung, Vermüllung und sinkender Textilqualität. Vorschlag: Abgabe an festen Standorten wie Bürgerämtern.

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Einzelfälle wie 1,2 Tonnen Müll in Pelkum (Anfang März 2026) oder asbesthaltige Dachplatten in einem Waldstück bei Echzell (Frühjahr 2025) zeigen die Bandbreite der Umweltvergehen.

Willich: Vertrag mit Entsorger gekündigt

Neben illegaler Müllentsorgung kämpfen einige Kommunen mit unzuverlässigen Dienstleistern. Die Stadt Willich kündigte im Juni 2026 den Vertrag mit Remondis. Grund: hunderte wöchentliche Beschwerden über nicht geleerte Abfallbehälter. Ein neuer Entsorger soll kurzfristig übernehmen.

de | wissenschaft | 69603629 |