Müdigkeit, Deutschen

Müdigkeit: 80–90 Prozent der Deutschen haben Folsäure-Mangel

30.06.2026 - 13:18:12 | boerse-global.de

Studien zeigen: Viele Deutsche leiden unter Müdigkeit. Mikronährstoffdefizite, besonders bei Folsäure, gelten als unterschätzte Ursache.

Müdigkeit in Deutschland: Mikronährstoffmängel als Ursache im Fokus
Müdigkeit - Eine müde Person lehnt den Kopf auf die Hand an einem Schreibtisch, um Erschöpfung und Vitaminmangel darzustellen. 30.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

18 Prozent sogar täglich. Das belegen Daten von Statista.

Die Ursachen sind vielfältig. Neben sozialen und psychischen Faktoren rücken Mikronährstoffmängel in den Fokus – und die sind weiter verbreitet als gedacht.

Die unterschätzte Versorgungslücke

Das Bundesministerium für Gesundheit und das MSD Manual nennen klare Kritische Nährstoffe: B-Vitamine, Vitamin C, Eisen, Magnesium und Zink. Fehlen sie, leidet die Leistungsfähigkeit.

Besonders krass ist die Lage bei Folsäure. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) schätzt: 80 bis 90 Prozent der Bevölkerung sind unzureichend versorgt. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat für diese Stoffe gesundheitsbezogene Aussagen zugelassen. Heißt: Werbung darf behaupten, dass ein Stoff Müdigkeit reduziert – wenn der Nachweis stimmt.

Wasserlöslich vs. fettlöslich – ein wichtiger Unterschied

Bei Nahrungsergänzungsmitteln kommt es auf die Art des Vitamins an. Wasserlösliche Vitamine wie Vitamin C und der B-Komplex kann der Körper kaum speichern. Regelmäßige Zufuhr ist nötig – eine Überdosierung laut BfR aber kaum möglich.

Anders bei fettlöslichen Vitaminen A, D, E und K. Sie werden im Körpergewebe gespeichert. Das BfR warnt vor unkontrollierter Einnahme, besonders bei Vitamin D. Eine Überdosierung kann gesundheitliche Risiken bergen.

Was bringt Vitamin D wirklich? Eine Übersichtsarbeit der Universität Auckland wertete 107 Studien mit über 31.500 Teilnehmenden aus. Ergebnis: Die zusätzliche Gabe reduzierte Atemwegsinfekte bei Kleinkindern nur minimal – statistisch nicht signifikant.

Elektrolyte: Die stillen Regulatoren

Neben Vitaminen spielen Elektrolyte eine zentrale Rolle. Natrium, Kalium, Kalzium und Magnesium steuern Nerven- und Muskelfunktion, Herzrhythmus und Wasserhaushalt. Ein Ungleichgewicht äußert sich durch Krämpfe, Herzstolpern – oder Müdigkeit.

Die medizinischen Referenzbereiche im Blut sind klar definiert:
- Natrium: 135 bis 145 mmol/l
- Kalium: 3,5 bis 5,0 mmol/l
- Magnesium: 0,7 bis 1,0 mmol/l
- Calcium: 2,2 bis 2,6 mmol/l

Bei anhaltender Müdigkeit empfehlen Fachleute ein Blutbild zur Abklärung.

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Digitale Selbsthilfe – mit Risiken

Das Bedürfnis nach Gesundheitsinformationen wächst. Eine Civey-Umfrage vom Mai 2026 zeigt: 27,3 Prozent der Deutschen informieren sich mindestens einmal monatlich online über Symptome. 45,5 Prozent nutzen Suchmaschinen, 16,1 Prozent KI-Assistenten.

Doch die digitale Recherche birgt Tücken: Über die Hälfte der Befragten stieß auf Fehlinformationen.

Neue Wege zur ärztlichen Beratung

Ab Juli 2026 soll assistierte Telemedizin in einigen hundert Apotheken starten. Patienten können dort in separaten Räumen Videosprechstunden mit Ärzten wahrnehmen. Das Apothekenpersonal hilft bei der technischen Einrichtung. Ziel: den Zugang zu medizinischer Expertise erleichtern – besonders für Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen.

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Die RKI-Studie „Gesundheit 65+“ (Daten von 2021 bis 2024) zeigt zudem den Zusammenhang zwischen chronischen Erkrankungen und Wohlbefinden. Bei Typ-2-Diabetes ist die Wahrscheinlichkeit für Antriebslosigkeit und depressive Symptome signifikant höher. Die Autoren fordern integrierte Versorgungsmodelle, die physische und psychische Gesundheit gleichermaßen berücksichtigen.

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