MoyOfis-Krise: Russische Office-Alternative baut 75% der Belegschaft ab
Veröffentlicht am: 09.08.2026 um 11:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der russische Softwareentwickler ??? «????? ???????? ??????????», bekannt für die Bürosoftware-Lösung „MoyOfis“, hat seine physischen Bürostandorte in Sankt Petersburg und Innopolis offiziell geschlossen. Wie Generaldirektor Wjatscheslaw Sakorschewski bestätigte, wurde im Zuge dieser operativen Umstrukturierung die Konzentration der Geschäftsaktivitäten auf Moskau beschlossen. Die verbliebenen Mitarbeiter sind in das Moskauer Geschäftszentrum „Olympia Park“ umgezogen, in dem sich auch der Hauptsitz des Mehrheitseigentümers „Kaspersky Lab“ befindet.
Massive Reduzierung der Mitarbeiterzahl
Die Schließung der Regionalbüros geht mit einem erheblichen Stellenabbau einher. Den vorliegenden Berichten zufolge war das Büro in Sankt Petersburg zuvor mit 200 bis 300 Mitarbeitern besetzt, während am Standort Innopolis etwa 20 Personen tätig waren. In den vergangenen Monaten verzeichnete das Unternehmen einen drastischen Rückgang der Gesamtbelegschaft.
Waren im März 2026 noch 1.073 Mitarbeiter bei dem Software-Entwickler beschäftigt, sank diese Zahl bis zum August auf schätzungsweise 250 bis 270 Angestellte. Dieser Personalabbau spiegelt die angespannte Lage des Unternehmens wider, das nun mit einem Bruchteil seiner ursprünglichen Kapazität operiert.
Erhebliche Umsatzverluste und Rekorddefizite
Hintergrund der Standortschließungen und Entlassungen sind gravierende wirtschaftliche Schwierigkeiten, die sich in den Geschäftszahlen für das Jahr 2025 manifestierten. Der Umsatz von ??? «????? ???????? ??????????» brach im Vergleich zum Vorjahr um 49,5 % auf 1,02 Milliarden Rubel ein. Gleichzeitig weitete sich der Nettoverlust massiv aus.
Für das Geschäftsjahr 2025 wies das Unternehmen einen Nettoverlust von 8,82 Milliarden Rubel aus, was zum Zeitpunkt der Berichterstattung etwa 107 Millionen US-Dollar entsprach. Damit hat sich das Defizit im Vergleich zum Jahr 2024 veriebenfacht. Branchenbeobachter führen den Umsatzrückgang um etwa die Hälfte als einen der Hauptgründe für die aktuelle Restrukturierung an.
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Einfluss von Kaspersky Lab und strategische Neuausrichtung
Die strategische Neuausrichtung findet unter der Kontrolle von „Kaspersky Lab“ statt, das einen Anteil von 68,8 % an dem Unternehmen hält. Berichten zufolge habe der Mehrheitseigner die Finanzierung für das Projekt deutlich reduziert. Das Unternehmen befinde sich derzeit in einem Modus des sogenannten „langsamen Feuers“, was auf eine Fortführung des Betriebs mit minimalen Ressourcen bei gleichzeitigem Verzicht auf Expansionspläne hindeutet.
Die Umsiedlung in das Geschäftszentrum „Olympia Park“ unterstreicht die engere Anbindung an „Kaspersky Lab“. Während die physische Präsenz in den Technologiezentren Sankt Petersburg und Innopolis beendet wurde, soll die verkleinerte Kernmannschaft von Moskau aus die verbleibenden Aufgaben in der Softwareentwicklung wahrnehmen. Ob diese Konsolidierungsmaßnahmen ausreichen, um die finanzielle Stabilität des Entwicklers langfristig zu sichern, bleibt angesichts der jüngsten Bilanzzahlen abzuwarten.
