Moxibustion: Roboter und KI-Modell rücken bei TCM-Forum in den Fokus
Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 14:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Im Rahmen des SCO-Forums für traditionelle Medizin, das vom 16. bis zum 18. September 2026 in Nanchang in der chinesischen Provinz Jiangxi stattfand, befassten sich internationale Fachkreise intensiv mit neuen Entwicklungen in der traditionellen chinesischen Medizin (TCM).
Ein zentraler Schwerpunkt der Fachgespräche lag auf der hitzeempfindlichen Moxibustion, einer speziellen Form der Wärmebehandlung, die zunehmendes Interesse bei Vertretern ausländischer Forschungseinrichtungen und medizinischer Verbände weckt.
An der Veranstaltung nahmen insgesamt 81 ausländische Gäste aus 21 Ländern teil. Neben dem fachlichen Austausch diente das Forum dazu, die technologische Modernisierung traditioneller Heilverfahren zu präsentieren und neue Kooperationen im Bereich der Gesundheitswirtschaft anzubahnen.
Technologische Innovationen und akademischer Austausch
Die Weiterentwicklung traditioneller Methoden wurde auf dem Forum durch moderne technologische Ansätze ergänzt. Zu den vorgestellten Neuerungen gehörten unter anderem ein spezielles KI-Modell für die traditionelle chinesische Medizin sowie ein Roboter, der für die Durchführung der hitzeempfindlichen Moxibustion konzipiert wurde.
Diese Entwicklungen unterstreichen das Bestreben, die Effizienz und Präzision traditioneller Therapieformen durch den Einsatz digitaler und automatisierter Systeme zu steigern.
Besonderes Augenmerk galt der akademischen Vernetzung. Maya Septriana Tjin, Vorsitzende der PPTKTI und Professorin an der indonesischen Universitas Airlangga, hob die hitzeempfindliche Moxibustion als das beeindruckendste Thema der Fachveranstaltung hervor. Sie erklärte die Absicht, diese Technik künftig verstärkt in Indonesien einzuführen.
Die Expertin verfügt über langjährige Erfahrung im Bereich der TCM: Sie absolvierte bereits im Jahr 1996 ein Studium der Akupunktur in Peking und kehrte im Jahr 2023 für ein Doktorstudium nach Jiangxi zurück.
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Potenzial für die indonesisch-chinesische Forschungskooperation
Ein weiterer Fokus der Gespräche lag auf der Zusammenarbeit zwischen China und Indonesien. Dr. Willie Japaries vom Nalanda Institute of Indonesia wies darauf hin, dass das Forum die Kooperation beider Länder maßgeblich fördere. Er betonte, dass Indonesien zwar über reichhaltige Ressourcen an Heilpflanzen verfüge, die akademische Ausbildung im Bereich der TCM dort jedoch seit rund 30 Jahren begrenzt sei. Zudem gebe es in Indonesien bislang keine spezialisierten TCM-Kliniken.
Um dieses Defizit zu adressieren, prüft das Nalanda Institute of Indonesia derzeit eine gemeinsame Forschungsinitiative mit der Jiangxi University of Chinese Medicine. Diese Kooperation soll sich auf die hitzeempfindliche Moxibustion sowie die Kombination von chinesischen Kräutern mit indonesischen Heilpflanzen konzentrieren. Als primäre Behandlungsfelder der geplanten Studien wurden die Fettleber sowie Knie-Arthrose definiert.
Struktureller Ausbau der internationalen TCM-Infrastruktur
Die Entwicklungen in Nanchang stehen im Kontext einer langfristigen Internationalisierungsstrategie für traditionelle Heilverfahren. In den letzten fünf Jahren wurde die Zusammenarbeit in diesem Sektor durch gemeinsame Erklärungen mit 11 Ländern formal verankert. Zudem wurden mit 7 Ländern Absichtserklärungen unterzeichnet, um den Austausch im Gesundheitswesen zu intensivieren.
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Ein wesentliches Element dieser Strategie ist die Schaffung physischer Behandlungs- und Forschungszentren. Den Angaben zufolge wurden bereits 9 Überseezentren für traditionelle chinesische Medizin eingerichtet, um die Anwendung dieser Verfahren außerhalb Chinas zu verstetigen und wissenschaftlich zu begleiten.
Das Forum in Jiangxi verdeutlichte, dass neben der klassischen Kräuterheilkunde insbesondere die Moxibustion als technikgestützte Therapieform eine tragende Rolle in der internationalen Expansion der TCM spielen soll.
