Movistar, Tastencode

Movistar: Tastencode ##002# deaktiviert Mailbox und Rufumleitungen

Veröffentlicht am: 18.10.2026 um 23:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Kriminelle können WhatsApp-Verifizierungscodes aus Voicemails abfangen; individuelle PINs und die Zwei-Schritt-Prüfung erschweren Kontoübernahmen.
Ein minimalistisch eingerichteter, dunkler Raum mit einem leeren Stuhl bei Dämmerung und sanftem Mondlicht. Illustration mit AI erstellt.

Zur Abwehr von Cyberangriffen wird Smartphone-Nutzern geraten, ihre mobile Mailbox zu deaktivieren. Wie Medienberichte vom 18. Oktober 2026 darlegen, nutzen Kriminelle zunehmend ungesicherte Voicemail-Systeme aus, um sich unbefugten Zugriff auf fremde WhatsApp-Konten zu verschaffen. Die Sicherheitslücke entsteht vor allem dann, wenn für die Mailbox lediglich Standard-Passwörter oder leicht zu erratende Zugangsdaten hinterlegt sind.

Die Masche über den automatischen Anruf

Die Taktik der Angreifer setzt beim Registrierungsprozess des Messengerdienstes an. Um ein Konto auf einem neuen Gerät einzurichten, verlangt WhatsApp einen 6-stelligen Verifizierungscode. Kriminelle stoßen diesen Prozess an und wählen die Option, den Code per Sprachanruf zu übermitteln. Nimmt der betroffene Nutzer das Telefonat nicht entgegen und ist die Voicemail aktiv, spricht das automatisierte System von WhatsApp den Code auf die Mailbox.

Können sich die Angreifer anschließend Zugriff auf die Mailbox verschaffen – etwa durch standardmäßig vergebene oder unsichere PIN-Codes –, hören sie die Nachricht ab und übernehmen das WhatsApp-Konto.

Deaktivierung und Schutzmechanismen

Um dieses Einfallstor zu schließen, raten Sicherheitshinweise zum Abschalten des Anrufbeantworters. Je nach Mobilfunkanbieter gibt es dafür unterschiedliche Wege. Beim Anbieter Movistar lässt sich die Funktion beispielsweise über den Tastencode ##002# deaktivieren, wodurch zugleich sämtliche Rufumleitungen aufgehoben werden.

Beim Betreiber Telcel kann die Voicemail über das Kundenportal unter den Menüpunkten für Dienste und Abonnements («Mi Telcel > Servicios y Suscripciones > Servicios > Buzón inteligente») oder direkt über den Kundenservice abgestellt werden.

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Wer auf die Voicemail nicht verzichten möchte, sollte zumindest eine individuelle, schwer erratbare PIN für den Abruf vergeben. Als wesentliche Schutzmaßnahme gilt zudem die Aktivierung der Zwei-Schritt-Verifizierung innerhalb von WhatsApp. Diese erfordert die Festlegung einer eigenen 6-stelligen PIN sowie das Hinterlegen einer Wiederherstellungs-E-Mail, wodurch eine Übernahme selbst mit abgefangenem SMS- oder Anrufcode blockiert wird.

Phishing und Kontenübernahmen im weiteren Kontext

Die Ausnutzung der Voicemail reiht sich in eine Serie bekannter Angriffsvektoren ein. Konten werden häufig auch durch SIM-Swapping oder Phishing-Methoden übernommen. Dabei schreiben Betrüger Kontakte über bereits gekaperte Profile an und bitten unter dem Vorwand eines Versehens um die Weiterleitung eines 6-stelligen SMS-Codes.

Wer diesen weitergibt, verliert sofort den Zugang zum eigenen Account. Laut Berichten von Verbraucherorganisationen und der niederländischen Meldestelle Fraudehelpdesk nutzen Kriminelle die gekaperten Konten anschließend für Betrugsmaschen mit vorgetäuschten Notlagen, was bei Opfern im Bekanntenkreis Schäden von bis zu Tausenden Euro verursachen kann.

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Da Kriminelle immer neue Wege finden, um private Konten und sensible Daten auszuspähen, ist ein aktuelles System der wichtigste Basisschutz. Ein kostenloser PDF-Report klärt darüber auf, wie regelmäßige Updates Sicherheitslücken schließen und Ihr Gerät rund um die Uhr vor Malware schützen. Kostenlosen Sicherheits-Report herunterladen

Daneben werben dubiose Akteure auf Plattformen wie Telegram für die zeitweise Vermietung von WhatsApp-Konten gegen tägliche Zahlungen. Auch hierbei fordern die Betreiber die Weitergabe von SMS-Verifizierungscodes oder temporär die SIM-Karte an, woraufhin die Nutzer die Kontrolle über ihre Profile vollständig verlieren.

Warnsignale und Reaktionen bei Kontoverlust

Als deutliche Warnsignale für einen laufenden Übernahmeversuch gelten unerwartete Registrierungs-SMS sowie der plötzliche Verlust des Mobilfunknetzes bei eingelegter Karte.

Kommt es zu einer Kaperung, sollten Nutzer versuchen, sich umgehend mit einem neuen SMS-Code wieder bei WhatsApp anzumelden, verknüpfte Geräte zu prüfen, ihr Umfeld über alternative Kanäle zu warnen und den Mobilfunkbetreiber sowie gegebenenfalls die Polizei oder Meldestellen einzuschalten.

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