Moupinamid aus Akazie: Schmerzlinderung ohne gefährliche Nebenwirkungen
Veröffentlicht am: 22.10.2026 um 00:48 Uhr | Redaktion boerse-global.deAuf der Suche nach verträglichen Alternativen zu herkömmlichen Schmerzmitteln rückt die ethnopharmakologische Forschung verstärkt in den Fokus der Wissenschaft. Eine internationale Kooperation unter der Leitung von Dr. Benedict Kolber von der University of Texas at Dallas untersucht das Potenzial traditioneller Heilpflanzen aus Kamerun zur Entwicklung neuartiger, nicht-opioider Schmerzmedikamente.
An dem Vorhaben sind zudem Dr. Télesphore Nguelefack von der kamerunischen Universität Dschang sowie Dr. Kevin Tidgewell von der University of Kentucky beteiligt.
Hohe Trefferquote bei traditionellen Heilmitteln
Ausgangspunkt der Kooperation ist das Erfahrungswissen der traditionellen Medizin vor Ort. Wie Untersuchungen von Dr. Télesphore Nguelefack an der Universität Dschang verdeutlichen, zeigten über 60 Prozent seiner Tierversuche mit traditionellen Präparaten eine messbar positive Wirkung gegen Schmerzen.
Die Zusammenarbeit der drei Universitäten zielt darauf ab, diese überlieferten Naturstoffe systematisch molekularbiologisch und pharmakologisch aufzuschlüsseln. Im Rahmen der Forschungsinitiative wurden bislang zwei Reisen nach Kamerun realisiert sowie vier wissenschaftliche Publikationen vorgelegt, die das therapeutische Potenzial spezifischer Pflanzenextrakte untermauern.
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Spezifische Wirkmechanismen im Labor belegt
Konkrete Ergebnisse lieferten dabei zwei Fachveröffentlichungen aus den vergangenen Monaten. In einer im Juli im Fachblatt Journal of Ethnopharmacology publizierten Untersuchung konnte nachgewiesen werden, dass ein Extrakt aus der Pflanze Paullinia pinnata bei Nagetieren Schmerzen, Entzündungen und Ödeme lindert. Mittels der Analysemethode LC-MS/MS identifizierten die Forscher in dem Extrakt acht potenziell aktive Verbindungen.
Eine weitere Studie, die im August in der Fachzeitschrift ACS Omega erschien, widmete sich dem Wirkstoff Moupinamid, der aus der Akazienart Acacia sieberiana gewonnen wird. Bei Versuchen an Nagetieren zeigte Moupinamid eine schmerzlindernde Wirkung, ohne dass gefährliche Nebenwirkungen auftraten.
Zudem gelang es den Forschenden nachzuweisen, dass die Substanz das Feuerungsverhalten menschlicher Schmerzneuronen reduziert, was auf einen direkten Wirkmechanismus im Nervensystem hindeutet.
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Unterstützung durch internationale Förderprogramme
Finanziert wird das Forschungsvorhaben durch mehrere Institutionen. Neben Mitteln der International Association for the Study of Pain (IASP) wird das Projekt über einen zweijährigen Grant der US-amerikanischen National Institutes of Health (NIH) unter dem Förderkennzeichen R21TW012825 unterstützt, der gemeinsam vom National Center for Complementary and Integrative Health (NCCIH) und dem Fogarty International Center vergeben wurde.
Die bisherigen Resultate unterstreichen, wie die systematische Analyse traditioneller pflanzlicher Rezepturen wissenschaftliche Ansätze zur Überwindung bestehender Hürden in der Schmerztherapie liefern kann, insbesondere im Hinblick auf das Vermeiden opioidtypischer Risiken.
