Most-Favored-Nation-Abkommen, Pharmakonzerne

Most-Favored-Nation-Abkommen: 26 Pharmakonzerne einigen sich auf neue Preise

Veröffentlicht am: 01.09.2026 um 20:51 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Neue US-Abkommen koppeln Medikamentenpreise an internationale Vergleichswerte und könnten Medicaid jährlich 8,6 Milliarden US-Dollar einsparen.

USA vereinbaren Arzneipreis-Reform mit 26 Pharmaunternehmen
Leere medizinische Ampullen in einem sterilen Labor vor einem hellen Fenster. Illustration mit AI erstellt.

In einem strategischen Schritt zur Reform der Gesundheitskosten hat die US-Regierung unter Donald Trump am 31. August 2026 neue Abkommen mit mehreren weltweit agierenden Pharmaunternehmen bekannt gegeben. Ziel dieser Vereinbarungen ist eine deutliche Senkung der Rezeptkosten für Patienten in den Vereinigten Staaten.

Zu den beteiligten Konzernen gehören unter anderem CSL, Astellas, BeOne Medicines, BridgeBio, Sun Pharma und UCB. Die Initiative reagiert auf den Umstand, dass die Ausgaben für verschreibungspflichtige Medikamente in den USA häufig fast das Dreifache dessen betragen, was in anderen Industrienationen für vergleichbare Präparate gezahlt wird.

Einführung des Most-Favored-Nation-Prinzips

Ein zentraler Bestandteil der Regierungsstrategie ist die Umsetzung eines sogenannten Most-Favored-Nation-Abkommens (Meistbegünstigungsprinzip). Wie die Administration am 31. August 2026 mitteilte, haben sich neun große Pharmaunternehmen explizit auf diese Klausel eingelassen. Zu dieser Gruppe gehören Alcon, Astellas, BeOne, BridgeBio, CSL, Kyowa Kirin, Sun Pharma, Teva und UCB.

Das Abkommen sieht vor, dass die Preise für bestimmte Medikamente an den niedrigsten Preisen orientiert werden, die die Hersteller in anderen vergleichbaren Industrieländern verlangen. Insgesamt sind laut offiziellen Angaben 26 Unternehmen an der Initiative beteiligt.

Die Reichweite der Maßnahme ist dabei erheblich: Schätzungen zufolge decken die getroffenen Vereinbarungen rund 90 Prozent der am Markt verfügbaren Medikamente ab. Dies stellt eine umfassende Neuausrichtung der administrativen Prozesse bei der Preisgestaltung im US-Gesundheitswesen dar.

Wirtschaftliche Auswirkungen und Einsparungen für Medicaid

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Die finanziellen Folgen dieser Neuregelung für das staatliche Gesundheitssystem sind laut aktuellen Analysen massiv. Eine in der Fachzeitschrift JAMA veröffentlichte Studie hat die Auswirkungen der Preisabkommen untersucht.

Demnach wird erwartet, dass allein das Programm Medicaid, das die Gesundheitsversorgung für einkommensschwache Bürger sicherstellt, durch die neuen Regelungen jährliche Einsparungen in Höhe von 8,6 Milliarden US-Dollar erzielen kann.

Durch die Einbindung von Branchengrößen wie Teva und Kyowa Kirin sowie spezialisierten Herstellern wie BridgeBio und BeOne Medicines adressiert die Administration ein breites Spektrum an Therapiegebieten. Während die US-Rezeptkosten in der Vergangenheit als internationaler Spitzenreiter galten, markiert das Abkommen Ende August einen Wendepunkt in der staatlichen Preisüberwachung.

Fokus auf administrative Reformen im Gesundheitswesen

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Die Bekanntmachung verdeutlicht die Bemühungen der Regierung, die administrativen Rahmenbedingungen für den Arzneimittelbezug grundlegend zu verändern. Durch die Bündelung von 26 Unternehmen unter einem einheitlichen Preismodell wird versucht, die bisherige Fragmentierung und die damit verbundenen hohen Kostenstrukturen aufzubrechen.

Obwohl die USA im internationalen Vergleich bisher deutlich höhere Preise für identische Wirkstoffe zahlten, soll die neue Kopplung an internationale Preisniveaus für eine nachhaltige Entlastung der Beitragszahler und des Staatshaushalts sorgen. Die Einsparungen von 8,6 Milliarden US-Dollar bei Medicaid unterstreichen dabei die fiskalische Bedeutung dieser administrativen Neuerung für die kommenden Geschäftsjahre.

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