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Monday.com baut 20 Prozent der Jobs ab: KI-Umstellung kostet 620 Stellen

Veröffentlicht am: 02.08.2026 um 00:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Monday.com baut im Zuge der KI-Neuausrichtung weltweit rund 20 Prozent der Jobs ab. Die Aktie reagiert dennoch mit einem deutlichen Kursplus.

Monday.com streicht 20 Prozent der Stellen: KI-Strategie führt zu radikalem Umbau
Modernes Büro mit digitaler KI-Schnittstelle, die den technologischen Wandel und Stellenabbau symbolisiert. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Softwarekonzern Monday.com baut im Zuge seiner KI-Strategie weltweit rund 20 Prozent der Jobs ab. Betroffen sind etwa 620 bis 630 Mitarbeiter, wie aus einem SEC-Filing vom 22. Juli hervorgeht. Allein am Standort Tel Aviv fallen rund 350 Stellen weg.

KI-Strategie kostet Arbeitsplätze

Die Co-CEOs Roy Mann und Eran Zinman bezeichnen den Schritt als notwendig, um die langfristige KI-Ausrichtung umzusetzen. Während traditionelle Bereiche schrumpfen, will das Unternehmen in strategisch relevanten Positionen weiter einstellen. Die Restrukturierung kostet in der zweiten Jahreshälfte 2026 voraussichtlich 45 bis 55 Millionen US-Dollar.

Die Anleger reagieren positiv: Nach der Ankündigung legte die Aktie um über 12 Prozent zu. Zuvor hatte das Papier seit Jahresbeginn massiv an Boden verloren.

Ende der klassischen Lizenzmodelle

Monday.com verabschiedet sich vom etablierten „Per-Seat“-Modell. Bereits im Mai formalisierte das Unternehmen den Wechsel zu einem hybriden Abrechnungssystem auf Basis von KI-Credits. Kunden erhalten je nach Tarifstufe – Basic, Standard oder Pro – ein Kontingent von 1.000 bis 3.000 Credits. Zusätzliche Nutzung kostet zwischen 0,01 und 0,0125 US-Dollar pro Credit.

Hintergrund ist die verstärkte Zusammenarbeit mit Anthropic, Microsoft und OpenAI. Deren KI-Agenten sollen direkt in die Arbeitsabläufe der mehr als 250.000 Unternehmenskunden integriert werden. Zinman betont, es gehe nicht primär um bessere Margen, sondern um Zukunftssicherheit. Dennoch hob das Unternehmen die operative Marge (Non-GAAP) für 2026 auf rund 15 Prozent an.

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Zahlen trotz Umbau stabil

Die Geschäfte laufen derweil solide: Im ersten Quartal 2026 erzielte Monday.com einen Umsatz von 351,3 Millionen US-Dollar – ein Plus von 24 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für das Gesamtjahr bestätigt der Konzern ein Wachstum zwischen 19 und 20 Prozent. Analysten erwarten für 2029 einen Umsatz von rund 2,1 Milliarden US-Dollar.

Der Stellenabbau reiht sich ein in einen breiten Branchentrend: 2026 wurden sektorübergreifend bereits über 120.000 Jobs gestrichen. Das Fintech Chime kündigte Ende Juli den Abbau von 10 Prozent seiner Belegschaft an. Auch BMW baut 8.000 Stellen ab – begründet mit Automatisierung und schwacher Nachfrage in China.

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KI bremst Lohnwachstum

Die KI-Integration zeigt messbare Folgen für Beschäftigte. Eine Studie von Apollo Global Management vom 31. Juli findet: In Berufen mit hoher KI-Exposition sinkt das Reallohnwachstum – seit 2023 um durchschnittlich 6,7 Prozent. Besonders betroffen sind Programmierer, statistische Assistenten und Datenbankarchitekten.

Die Skepsis unter Arbeitnehmern wächst. Laut einer Untersuchung von Adaptavist vom 1. August wünschen sich 74 Prozent der deutschen Wissensarbeiter eine Arbeitswelt ohne generative KI. Gründe: nachlassende Motivation und zeitaufwendige Korrekturen fehlerhafter KI-Ergebnisse. Viele Unternehmen planen dennoch, den KI-Einsatz auszuweiten.

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