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Monday.com: 620 Mitarbeiter gehen – KI-Umbau kostet 50 Mio. Euro

Veröffentlicht am: 29.07.2026 um 06:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Monday.com streicht rund 620 Stellen und fokussiert auf KI-Plattform. Trotz Umbau hebt der Konzern seine Gewinnprognose für 2026 an.

Monday.com entlässt 20% der Belegschaft für KI-Neuausrichtung
Moderner Tech-Büroarbeitsplatz mit Laptop, der eine abstrakte KI-Datenschnittstelle zeigt. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Das israelische Softwareunternehmen Monday.com baut massiv um. Rund 620 bis 630 Mitarbeiter – etwa ein Fünftel der Belegschaft – müssen gehen. Der Schritt ist Teil einer Neuausrichtung hin zu einer KI-zentrierten Arbeitsplattform.

Besonders hart trifft es den Hauptsitz in Tel Aviv. Dort entfallen rund 350 der gestrichenen Stellen. Die Restrukturierungskosten beziffert das Unternehmen auf 45 bis 55 Millionen Euro, vor allem für Abfindungen und Immobilienabschreibungen. Gegengerechnet werden etwa 15 Millionen Euro aus aktienbasierter Vergütung.

„Schwierig, aber notwendig“

Co-CEO Roy Zinman spricht von einer schwierigen, aber unvermeidlichen Entscheidung. Es gehe nicht um kurzfristige Kostensenkungen oder die direkte Ersetzung von Mitarbeitern durch KI. Vielmehr wolle man flachere Hierarchien schaffen und Ressourcen in strategische Wachstumsfelder verlagern. Parallel zu den Entlassungen stellt Monday.com weiterhin Personal für Schlüsselpositionen ein.

Die neue Strategie setzt auf drei Säulen: Sidekick, einen KI-Assistenten, Vibe, ein Entwicklungswerkzeug, und Agents für autonome Aufgabenausführung. Die Plattform basiert auf der hauseigenen Infrastruktur mondayDB und arbeitet mit externen Modellen wie Claude, ChatGPT und Microsoft 365 Copilot zusammen.

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Finanzielle Zuversicht trotz Umbau

Trotz der Einschnitte zeigt sich Monday.com optimistisch. Das Unternehmen hob seine Gewinnprognose für 2026 von 13 auf 15 Prozent an und erwartet ein Umsatzwachstum von 19 bis 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Branchenweiter Trend zur Automation

Monday.com ist kein Einzelfall. Der Trend zur KI-getriebenen Restrukturierung erfasst die gesamte Tech-Branche. Erst am Dienstag kündigte Visa den Abbau von rund 2.600 Stellen an – sieben Prozent der Belegschaft. Betroffen sind vor allem Technologie- und Produktabteilungen, in denen KI repetitive Aufgaben in der Zahlungsnetzwerk-Entwicklung übernimmt.

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Weitere Beispiele aus diesem Jahr:

  • Uber strich zehn Prozent seines Kundendienst-Teams.
  • Mastercard und Block bauten vier beziehungsweise 25 Prozent der Stellen ab.
  • Auch israelische Firmen wie Wix und Fiverr finanzierten durch Entlassungen ihren KI-Umbau.

Branchenweit wurden in der ersten Jahreshälfte 2026 mehr als 140.000 Tech-Jobs gestrichen. Analysten beobachten jedoch, dass viele Unternehmen parallel in spezialisierten Bereichen wieder einstellen – denn nicht alle Aufgaben lassen sich durch aktuelle KI-Systeme ersetzen.

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