Molkerei-Fusion: Arla und DMK vereinen 11.200 Landwirte ab Juni
05.06.2026 - 06:30:00 | boerse-global.de
Das Protein aus Kuhmilch wird vor allem in hochwertiger Säuglingsnahrung eingesetzt. 25 Millionen Euro investierte der Konzern in den Standort in Mecklenburg-Vorpommern.
Neubau schafft 15 Jobs
Die Anlage umfasst einen Neubau mit 655 Quadratmetern Grundfläche und ein separates Gebäude für die Chromatographie auf 130 Quadratmetern. Die Inbetriebnahme startete bereits im Dezember 2025. 15 neue Arbeitsplätze entstehen durch die Produktion, weitere sind geplant.
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Das Ziel: Lactoferrin-Pulver herzustellen. Der offizielle Marktstart ist für Herbst 2026 vorgesehen. DMK-CEO Ingo Müller bezeichnet das Vorhaben als strategisch relevantes Geschäftsfeld mit hohen Qualitätsanforderungen und positiven Wachstumsperspektiven.
Lactoferrin kommt natürlicherweise in Milch vor. Weltweit gibt es nur wenige spezialisierte Hersteller. Die internationale Lebensmittelindustrie nutzt das Protein als wertvollen Zusatzstoff für die frühkindliche Ernährung.
Alternative Verfahren im Kommen
Neben der konventionellen Extraktion aus Kuhmilch gewinnen alternative Methoden an Bedeutung. Nestlé kündigte Anfang Juni eine mehrjährige Partnerschaft mit dem New Yorker Start-up Helaina an. Ziel ist die Erforschung bioaktiver Proteine für die frühkindliche Entwicklung.
Helaina setzt auf Präzisionsfermentation, um humanidentisches Lactoferrin herzustellen. Für diese Technologie sicherte sich das Unternehmen bereits Finanzierungen von über 95 Millionen US-Dollar.
Fusion verändert die Branche
Die Inbetriebnahme in Altentreptow fällt in eine Phase weitreichender Veränderungen. Zum 1. Juni 2026 fusionierten DMK Group und Arla Foods zur größten Molkereigenossenschaft Europas. Das neue Unternehmen firmiert unter dem Namen Arla mit Hauptsitz im dänischen Viby.
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Der Zusammenschluss vereint rund 11.200 Landwirte und 28.800 Beschäftigte. Der Milchpool liegt bei etwa 19,4 Milliarden Kilogramm pro Jahr, der Umsatz bei über 20 Milliarden Euro. Etablierte Marken wie Milram, Humana, Alete und Oldenburger gehen in das Arla-Portfolio über. Für die Landwirte gilt eine zweijährige Übergangsphase.
Auch andere Marktteilnehmer investieren kräftig. Die Molkerei Ammerland meldete für 2024 eine Umsatzsteigerung um 8,5 Prozent auf 1,73 Milliarden Euro und tätigte Investitionen von 42,3 Millionen Euro. Die Branche setzt zunehmend auf Spezialisierung und technologische Innovationen.
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