Mobilfunk-Sicherheitslücke, Telekom

Mobilfunk-Sicherheitslücke: Telekom, Vodafone, Telefónica geben Gerätedaten preis

Veröffentlicht am: 27.08.2026 um 11:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine BR-Recherche zeigt die Übermittlung von IMEI, Modell und Systemversion bei Anrufen. Telekom, Telefónica und Vodafone planen Änderungen.

Mobilfunk-Lücke: Telekom, Telefónica und Vodafone übertragen Gerätedaten
Ein moderner Mobilfunkmast vor einem bewölkten Abendhimmel als Symbol für die deutsche Netzinfrastruktur. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Eine Recherche des Bayerischen Rundfunks (BR) deckt eine Schwachstelle in deutschen Mobilfunknetzen auf: Bei aktiven Telefonanrufen übertragen die Netze der Deutschen Telekom, von Telefónica und von Vodafone sensible Daten des Smartphones an den Anrufer. Betroffen sind unter anderem die IMEI-Nummer des Geräts, das Gerätemodell sowie die Version des installierten Betriebssystems.

Bundesamt für Verfassungsschutz stuft Lücke als sicherheitsrelevant ein

Nach Angaben der BR-Recherche bewertet das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) die Sicherheitslücke als sicherheitsrelevant. Diese Einschätzung unterstreicht, dass es sich nicht um ein rein technisches Detailproblem handelt, sondern um eine Schwachstelle mit potenzieller Tragweite für die Sicherheit von Nutzerdaten im deutschen Mobilfunknetz.

Politiker nachweislich betroffen

Die Recherche zeigt konkret, dass der CDU-Politiker Roderich Kiesewetter von der Datenübertragung betroffen ist. Sein Fall macht deutlich, dass die Schwachstelle nicht nur ein theoretisches Risiko darstellt, sondern in der Praxis Daten preisgibt – auch bei Personen des öffentlichen Lebens, deren Kommunikationsdaten aus Sicherheitsgründen besonders schützenswert sind.

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Alle drei großen Netzbetreiber betroffen

Laut der BR-Recherche betrifft die Sicherheitslücke sämtliche großen deutschen Mobilfunkanbieter: Telekom, Telefónica und Vodafone. Bei einem Telefonanruf werden demnach IMEI, Gerätemodell und die Version des Betriebssystems an den Anrufer übertragen. Die drei Netzbetreiber haben inzwischen Änderungen an ihren Systemen angekündigt, um die Übertragung dieser Daten künftig zu verhindern.

GSMA warnte bereits über tausend Unternehmen

Die Schwachstelle ist offenbar nicht auf Deutschland beschränkt. Die Global System for Mobile Communications Association (GSMA), der Dachverband der Mobilfunkbranche, hatte laut BR bereits mehr als 1.000 Unternehmen vor der Schwachstelle gewarnt. Dies deutet darauf hin, dass es sich um ein strukturelles Problem handelt, das über einzelne nationale Netze hinausreicht und möglicherweise tiefer in den technischen Standards oder Schnittstellen der Mobilfunkkommunikation verankert ist.

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Reaktion der Netzbetreiber

Die betroffenen Unternehmen Telekom, Telefónica und Vodafone reagierten auf die Recherche mit der Ankündigung, ihre Systeme anzupassen. Details dazu, wann genau die Änderungen umgesetzt werden und wie sie technisch im Einzelnen aussehen, liegen aus den bisherigen Angaben nicht vor.

Für Nutzerinnen und Nutzer bedeutet die aktuelle Situation zunächst, dass bei Telefonaten über die betroffenen Netze weiterhin Gerätedaten wie IMEI, Modellbezeichnung und Betriebssystemversion an den jeweiligen Gesprächspartner gelangen können, bis die angekündigten Systemänderungen greifen.

Die Recherche wirft damit ein Schlaglicht auf eine bislang wenig beachtete Schwachstelle in der grundlegenden Infrastruktur der Mobilfunkkommunikation – mit Auswirkungen, die weit über einzelne Nutzer hinausgehen und, wie die Einstufung durch den Verfassungsschutz zeigt, auch sicherheitspolitisch relevant sind.

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