Mobilfunk-Modernisierung, Energie

Mobilfunk-Modernisierung: 2G verbraucht 10% Energie bei 0,5% Datenverkehr

24.06.2026 - 16:15:40 | boerse-global.de

Der britische Anbieter stellt die Weichen für 4G und 5G. Die Modernisierung betrifft auch IoT-Geräte und erfordert frühzeitige Umstellungen.

Virgin Media O2: 2G-Abschaltung bis 2029 geplant
Mobilfunk-Modernisierung - A dimly lit server room with glowing cables and a hand interacting with a tablet displaying a network diagram. 24.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der britische Telekommunikationsanbieter Virgin Media O2 kündigt die Abschaltung seines 2G-Netzes für Sommer 2029 an. Der Schritt ist Teil einer umfassenden Modernisierung der Infrastruktur, die auch für deutsche Mobilfunkkunden richtungsweisend sein könnte.

Netzmodernisierung: Abschaltung alter Technologien

Mit der Stilllegung des 2G-Netzes vollzieht Virgin Media O2 den nächsten logischen Schritt. Bereits Ende 2025 hatte das Unternehmen sein 3G-Netz abgeschaltet. Die Begründung ist einleuchtend: Obwohl das 2G-Netz weniger als 0,5 Prozent des gesamten mobilen Datenverkehrs bewältigt, verbraucht es mehr als zehn Prozent der Energie aller Funkzellen. Die Verlagerung auf 4G- und 5G-Plattformen verspricht eine zehnmal höhere Energieeffizienz.

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Die Umstellung betrifft nicht nur Kunden von O2, giffgaff, Tesco Mobile und Sky Mobile. Auch zahlreiche IoT-Geräte – darunter intelligente Stromzähler, Notrufsysteme und medizinische Überwachungsgeräte – benötigen voraussichtlich Hardware-Upgrades oder neue Kommunikationsmodule.

Technologievorständin Jeanie York betont, dass das Unternehmen in diesem Jahr 700 Millionen Pfund in die Netztransformation investiert. Ein Teil fließt in den kürzlich gestarteten O2-Satellitendienst, der 95 Prozent der britischen Landfläche abdeckt. Zudem hat sich Virgin Media O2 per Regierungsvereinbarung verpflichtet, Kunden mindestens drei Jahre vor der endgültigen Abschaltung zu informieren.

Sicherheitsrisiken: Betrugswelle trifft Mobilfunkkunden

Während das Unternehmen langfristige Infrastrukturziele verfolgt, zeigen aktuelle Vorfälle akute Sicherheitslücken. Kriminelle nutzen zunehmend kompromittierte Mobiltelefone, um auf Banking-Apps zuzugreifen und Konten zu plündern.

Ein besonders schwerer Fall betrifft Sarah Downs, die 6.000 Pfund verlor, nachdem ihr Handy gekapert worden war – die Royal Bank of Scotland erstattete das Geld später. Trevor Graham erlitt einen Schaden von 10.000 Pfund durch eine ähnliche Übernahme; die Co-op Bank zahlte zurück. Auch Kunden anderer Anbieter sind betroffen: Patricia Drummond, Kundin bei Three, verlor über 3.100 Pfund.

O2 versichert, weiter massiv in Schutzmaßnahmen zu investieren. Sicherheitsexperten raten zu starken, einmaligen Passwörtern, Zwei-Faktor-Authentifizierung und dem Verzicht auf Apps aus unseriösen Quellen.

Abrechnungspannen und Kundenärger

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Auch bei der Rechnungsstellung gibt es Probleme. Ein Kunde erhielt eine Rechnung über 150 Pfund für einen Anruf nach Armenien, der nur einmal klingelte. O2 führte die Gebühr auf eine „Wangiri“-Betrugsmasche zurück – Anrufer lassen nach einem Klingeln auflegen, um Rückrufe zu provozieren. Das Unternehmen bestand zunächst auf der Zahlung, erstattete den Betrag dann aber aus Kulanz.

Um solche Vorfälle künftig zu vermeiden, sucht Virgin Media O2 einen Spezialisten für Abrechnungsanalysen in Birmingham. Die befristete Stelle soll komplexe Fehler aufklären und Systemschwachstellen beseitigen.

Kunden, die mit der Lösung ihres Providers unzufrieden sind, können sich an unabhängige Schlichtungsstellen wenden. Diese vermitteln in regulierten Branchen wie der Telekommunikation, wenn interne Beschwerdewege erfolglos bleiben.

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