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Mobileye Drive: Mehr als 60 Prozent der deutschen Level-4-Tests entfallen darauf

Veröffentlicht am: 27.09.2026 um 06:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Kodiak AI bereitet fahrerlose Fernverkehrsfahrten vor; zugleich wählen Coretura und weitere Hersteller neue Softwaregrundlagen.

Autonomes Fahren: Kodiak AI testet, Hersteller bauen Softwareplattformen aus
Eine leere, weite Autobahn in einer texanischen Landschaft bei Dämmerung, die als Teststrecke für autonome Logistik dient. Illustration mit AI erstellt.

Unternehmen aus der Automobilbranche treiben gegenwärtig Pilotprojekte für autonomes Fahren nach Level 4 voran und entwickeln softwaredefinierte Fahrzeugplattformen, um datengestützte Mobilitätslösungen zu stärken. Die Initiativen reichen von fahrerlosen Logistikstrecken über automatisierte Rangierprozesse in Produktionswerken bis hin zur grundlegenden Neuausrichtung digitaler Entwicklungsarchitekturen.

Testläufe im Güterverkehr auf US-Fernstraßen

Im Bereich des schweren Straßengüterverkehrs bereitet das US-Unternehmen Kodiak AI den fahrerlosen Betrieb vor. Auf der 219 Meilen langen Frachtstrecke zwischen Dallas und Houston plant das Unternehmen, bis Ende 2026 fahrerlose Langstreckenfahrten aufzunehmen.

Seit August 2026 laufen hierfür tägliche Vorbereitungsfahrten auf der Interstate 45, bei denen wiederholt Lieferungen ohne manuellen Eingriff von Lancaster nach Houston durchgeführt wurden.

Kodiak AI gab an, dass das interne Maß für die autonome Einsatzreife im Langstreckenbereich Ende August 2026 bei 93 Prozent lag, wobei ein Wert von 100 Prozent bis zum Jahresende angestrebt werde. Seit 2019 absolvierte das Unternehmen auf der Route über 3,5 Millionen autonome Meilen mit Sicherheitsfahrern.

Im texanischen Permian Basin betreibt Kodiak AI bereits seit fast zwei Jahren kommerzielle fahrerlose Transporte: Zum Stichtag am 30. Juni 2026 war das System in 35 Atlas-Trucks verbaut und hatte mehr als 40.000 bezahlte fahrerlose Betriebsstunden absolviert.

Zudem startete Kodiak Ende September einen Testbetrieb mit dem kalifornischen Agrarlogistiker DTL. Mit autonomen Lastwagen der Fahrzeugklasse 8 soll untersucht werden, ob sich Kapazitätsengpässe während der Erntesaison ausgleichen lassen. Gemessen werden Transportzeiten, Kosten und die Haltbarkeit der Ware; Resultate stehen noch aus.

Genehmigungen und Werkstests in Deutschland

Auch in Europa schreitet die Erprobung von Level-4-Technologien voran. Nach einer Auswertung von Daten des Kraftfahrt-Bundesamtes durch den Technologieanbieter Mobileye entfallen mehr als 60 Prozent der in Deutschland gültigen Testgenehmigungen für Level 4 auf Fahrzeuge mit Mobileye Drive. Diese verteilen sich auf drei Plattformen sowie drei Einsatzmodelle: Ride-Pooling, Shuttle-Dienste und den regionalen On-Demand-Nahverkehr. Das Unternehmen beabsichtigt, entsprechende Kooperationen parallel zur Ausgestaltung der regulatorischen Vorgaben auszubauen.

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In der industriellen Logistik erprobten die Deutsche Telekom und das Softwareunternehmen Unikie fahrerlose Systeme im Audi-Werk Ingolstadt. Gegenstand des Pilotprojekts war das autonome Auffahren von Neufahrzeugen auf Eisenbahnwaggons.

Unikie steuerte die Automatisierungssoftware bei, während die Deutsche Telekom die digitale Infrastruktur stellte, darunter 5G-Mobilfunk, SIM-Karten im Fahrzeug, Edge-Cloud-Kapazitäten und die Anbindung an übergeordnete Steuerungssysteme.

Softwaredefinierte Basissysteme für Nutzfahrzeuge und Pkw

Parallel zu Feldtests strukturieren Fahrzeughersteller ihre Software-Architekturen um. Coretura, das im Juni 2025 gestartete Joint Venture von Daimler Truck und Volvo Group, gab am 22. September 2026 bekannt, dass Alloy Kore von Vector und QNX als Softwarebasis für die künftige Nutzfahrzeugplattform ausgewählt wurde.

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Laut Angaben von BlackBerry steigert dieser Auftrag den geschätzten Lizenz-Auftragsbestand von QNX um mehr als 100 Millionen US-Dollar. Coretura peilt den Rollout erster Fahrzeuge bis zum Ende des Jahrzehnts an.

Volvo Cars verlagert unterdessen seine globale Android-Automotive-Entwicklungsumgebung auf Horizon, eine Open-Source-Cloudplattform von Accenture und Google Cloud, die cloudbasierte Entwicklung und virtuelle Fahrzeugtests bündelt.

In China intensiviert die Volkswagen-Einheit CARIZON die Kooperation mit Horizon Robotics. Ziel des Gemeinschaftsunternehmens ist die Integration von KI-Grundlagenmodellen zur Entwicklung von Level-3- und Level-4-Funktionen; für chinesische Pkw visiert CARIZON Level-3-Fähigkeiten in der zweiten Jahreshälfte 2027 an.

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