Mobiles Internet: 14 Tage Verzicht verjüngt Gehirn um zehn Jahre
05.06.2026 - 03:02:10 | boerse-global.de
Das zeigt eine aktuelle Studie der University of Alberta, veröffentlicht im Fachmagazin PNAS. 467 Teilnehmer verzichteten 14 Tage lang weitgehend auf mobiles Internet – mit beeindruckenden Ergebnissen.
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Die durchschnittliche täliche Online-Zeit sank von 314 auf 161 Minuten. 91 Prozent der Probanden berichteten von einer Verbesserung ihrer Aufmerksamkeit, psychischen Gesundheit und ihres Wohlbefindens. Die Steigerung der Aufmerksamkeitsspanne entsprach laut den Autoren einem kognitiven Verjüngungseffekt von etwa zehn Jahren. Die Reduzierung depressiver Symptome war mit den Effekten einer kognitiven Verhaltenstherapie vergleichbar.
GLP-1-Medikamente: Neue Hoffnung gegen Demenz
Ein weiterer Schwerpunkt der Forschung liegt auf GLP-1-Präparaten. Ursprünglich gegen Typ-2-Diabetes und Adipositas entwickelt, zeigen sie nun erhebliches Potenzial bei der Demenz-Prävention. Analysen aus Dänemark deuten darauf hin, dass die Einnahme das Demenzrisiko um bis zu 53 Prozent senken kann.
Eine Studie mit 9.000 Teilnehmern belegte für den Wirkstoff Dulaglutid eine Risikoreduktion für kognitiven Abbau um 14 Prozent. Wissenschaftler vermuten, dass diese Medikamente die synaptische Plastizität verbessern und Entzündungsprozesse im Gehirn verringern. Aktuell wird geprüft, ob Wirkstoffe wie Brenipatide den Suchtdruck bei Alkohol- oder Opioidabhängigkeit mindern können – groß angelegte klinische Studien stehen hier noch aus.
Ultraschall gegen chronische Schmerzen
Für chronische Schmerzpatienten gibt es vielversprechende Neuigkeiten: Am LMU Klinikum München startete die NeuroPain-Studie. Dr. Enrico Schulz untersucht, wie fokussierter Ultraschall chronische Rückenschmerzen lindern kann – ein Problem, von dem in Deutschland über 20 Millionen Menschen betroffen sind.
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Das Verfahren nutzt funktionelle Magnetresonanztomografie (fMRT), um individuelle Schmerzregionen im Gehirn zu identifizieren. Diese werden dann millimetergenau stimuliert. Ein personalisierter Ansatz, der die Behandlung chronischer Schmerzen revolutionieren könnte.
Mikroroboter reparieren Rückenmarksschäden
Forscher der ETH Zürich vermelden Erfolge mit biohybriden Mikrorobotern. Die sogenannten NPC-Bots bestehen aus Stammzellen und Nanopartikeln und wurden zur Behandlung von Rückenmarksschäden eingesetzt. Bei Mäusen normalisierte sich innerhalb von 28 Tagen das Gangbild und die Koordination. Bei Zebrafischen trat eine Heilung bereits nach drei Tagen ein.
Killer-T-Zellen: Neue Erkenntnisse zu Alzheimer
Die Alzheimer-Forschung konzentriert sich zunehmend auf das Immunsystem. Eine Studie der Universität Heidelberg und des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) in Nature Communications identifizierte Killer-T-Zellen als zentrale Akteure in der späten Phase der Erkrankung.
Diese Zellen sammeln sich an Amyloid-Plaques an und übernehmen die Funktion von Mikrogliazellen. Dabei produzieren sie entzündungsförnde Signalstoffe wie CXCL10. Die Erkenntnisse eröffnen neue Möglichkeiten für Therapien, die gezielt auf Typ-I-Interferon-Signalwege wirken.
Bindungssicherheit als Schutzfaktor
Neben physiologischen Faktoren bleibt die psychologische Komponente relevant. Eine Untersuchung in Psychotherapy Research verglich interpersonelle Therapie und kognitive Verhaltenstherapie bei 80 Erwachsenen mit Depression. Ergebnis: Eine Zunahme der Bindungssicherheit korrelierte in beiden Therapieformen mit einer Verringerung der Symptome. Stabile zwischenmenschliche Beziehungen sind offenbar ein zentraler Faktor für psychische Stabilität.
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