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Mobile Payments: Visa und Vodacom starten Tap-to-Pay in Afrika

Veröffentlicht: 09.07.2026 um 20:04 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Visa und Vodacom starten neue Initiativen für mobiles Bezahlen per Smartphone in Afrika und Schwellenländern, um die digitale Bezahllücke zu schließen.

Visa und Vodacom treiben kontaktlose Smartphone-Zahlungen voran
Payments - Hand hält Smartphone mit Zahlungsbestätigung über Ladentisch in afrikanischem Markt. 09.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Ihr Ziel: Aus gewöhnlichen Smartphones funktionale Kartenlesegeräte machen. Visa und Vodacom kündigten im Juli 2026 neue Initiativen für Afrika und andere Schwellenländer an, um die digitale Bezahllücke für kleine und mittlere Unternehmen zu schließen.

Digitale Zentren für den Mittelstand

Visa treibt derzeit seine Technologie „Visa Accept" voran. Sie ermöglicht Händlern, kontaktlose Zahlungen direkt auf ihren Mobilgeräten zu akzeptieren – ohne zusätzliche Hardware. Zusammen mit „Visa Direct" für Echtzeit-Auszahlungen ist der Dienst bereits in mehr als 25 Ländern aktiv, darunter Sri Lanka, Guatemala und Vietnam. Im Juli 2026 bestätigte das Unternehmen Pläne, diese Werkzeuge auch in Kenia und Ghana einzuführen.

Die internen Daten des Zahlungsabwicklers zeigen: 99 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen nutzen inzwischen digitale Finanzinstrumente. 85 Prozent von ihnen berichten von positiven Auswirkungen auf ihre Geschäfte. Durch den Wegfall spezieller Hardware erwartet Visa, bis 2027 Millionen weitere Händler zu erreichen – darunter möglicherweise einen Teil der 530 Millionen Menschen ohne Bankkonto, die jedoch Smartphones besitzen.

Afrikanischer Meilenstein für Mobile Money

Parallel dazu startete Vodacom im Juli 2026 M-Pesa Tap-to-Pay in Tansania. Es ist die erste derartige Funktion des Dienstes auf dem afrikanischen Kontinent. Die Initiative, entwickelt in Partnerschaft mit Visa und Paymentology, nutzt die Nahfeldkommunikation (NFC) auf Android-Geräten zur Interaktion mit bestehenden Visa-Terminals.

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Der Ausbau baut auf einem reifen digitalen Ökosystem in Tansania auf: Im Dezember 2025 waren dort 76,5 Millionen Mobile-Money-Konten registriert. Die neue Funktion erlaubt M-Pesa-Nutzern kontaktlose Transaktionen ähnlich wie traditionellen Bankkarteninhabern – ein weiterer Schritt zur Integration mobiler Geldbörsen in die breite Einzelhandelsinfrastruktur.

Regulierung öffnet Märkte – neue Konkurrenz entsteht

Auch in etablierten Märkten verändert sich die Landschaft für Smartphone-Zahlungen durch regulatorische Eingriffe. Nach einer Kartellrechtsentscheidung hat Apple begonnen, seine NFC-Schnittstelle für Drittanbieter zu öffnen. In der Europäischen Union führte dies zur vollständigen Freigabe der Host Card Emulation (HCE) ohne Apple-Gebühren. In den USA startete Anfang 2026 eine eingeschränktere Freigabe über das „Secure Element" – allerdings erhebt Apple weiterhin Gebühren für diesen Zugang.

Diese regulatorische Wende ermöglicht neuen Wettbewerbern den Eintritt in den Mobile-Wallet-Markt. Entwickler bauen etwa spezialisierte Geldbörsen wie EmberPay, die schnelle Gruppenzahlungen per NFC ermöglicht. Samsung wiederum weitete im Juli 2026 seine Präsenz in Südeuropa aus: Der Konzern startete Samsung Wallet in Griechenland und integrierte Zahlungs- und Sicherheitsfunktionen durch Partnerschaften mit lokalen Banken sowie Fintechs wie Revolut und Viva Wallet.

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Künstliche Intelligenz und lokale Fintech-Lösungen

In Asien statten Zahlungsplattformen ihre Händlerwerkzeuge mit immer ausgefeilteren Software-Schichten aus. Im Juli 2026 kündigte Alipay die Integration eines KI-Agenten namens Xiaoyu in sein „Tap!" -Netzwerk für Händler in China an. Das System bietet kleinen Unternehmen Betriebsanalysen, Marketingunterstützung und Mitgliederverwaltung – Teil einer breiteren KI-Strategie für 2026, die tokenisierte Zahlungen und intelligente Geldbörsen umfasst.

Für unabhängige Händler bieten mehrere Fintech-Anbieter inzwischen unterschiedliche Gebührenmodelle für terminalfreie Zahlungen an. In den Vereinigten Arabischen Emiraten verlangt etwa Ziina für die sofortige Abwicklung 2,6 Prozent plus eine Dirham pro Transaktion. Weltweit bietet Stripe ähnliche NFC-basierte Akzeptanz auf iOS und Android mit Abwicklungsfristen von zwei bis fünf Tagen. Auch etablierte Banken drängen in diesen Bereich: Erst Anfang Juli bewarb Chase ein mobiles POS-System mit taggleichen Einzahlungen für Händler, die ihre Geschäftskonten nutzen – bei 2,6 Prozent plus zehn Cent für kontaktlose Transaktionen.

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