Minimalinvasive, Urologie

Minimalinvasive Urologie: TPLA-Verfahren sichert Lebensqualität nach OP

Veröffentlicht am: 11.09.2026 um 10:32 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die Urologie setzt auf funktionserhaltende TPLA, Brennnesselwurzel-Extrakte und eine österreichische Früherkennungsaktion im November 2026.

Prostata-Therapie: Echolaser, Pflanzenextrakte und Früherkennung
Ein heller, steriler Operationssaal mit moderner medizinischer Ausrüstung und einem ausgeschalteten Ultraschallbildschirm. Illustration mit AI erstellt.

Die Behandlung der benignen Prostatahyperplasie (BPH) sowie fokaler Tumoren unterliegt einem stetigen Wandel hin zu Verfahren, die sowohl die chirurgische Belastung minimieren als auch die Lebensqualität der Patienten sichern. Im Fokus der aktuellen klinischen Praxis stehen dabei Techniken, die den Erhalt der Kontinenz und der Ejakulationsfähigkeit priorisieren.

Transperineale Laserablation als funktionserhaltende Option

In der urologischen Fachwelt hat sich die transperineale Prostata-Chirurgie (TPLA) unter Einsatz der Echolaser-Technologie als eine präzise Behandlungsmethode etabliert. An der Einrichtung Aoui Verona wird dieses Verfahren bereits seit längerer Zeit praktiziert. Unter der Leitung von Prof. Antonelli und dem Operateur Prof. Bertolo kommen dabei spezielle Nadeln zum Einsatz, die eine Stärke von weniger als einem Millimeter aufweisen.

Das Verfahren wird vollständig unter Ultraschallkontrolle durchgeführt und kommt ohne klassische chirurgische Schnitte aus. Die klinische Anwendung der TPLA-Methode zielt insbesondere darauf ab, die bei konventionellen Eingriffen häufig auftretenden Nebenwirkungen zu vermeiden.

Laut Berichten aus der Einrichtung ermöglicht die Technik den Erhalt der Ejakulationsfunktion und der Harnkontinenz, was für die postoperative Lebensqualität der betroffenen Männer von zentraler Bedeutung ist.

Internationaler Fachaustausch und klinische Anwendung

Die Expertise am Standort Verona stieß im bisherigen Verlauf des Jahres 2026 auf internationales Interesse. Im Frühjahr besuchten vier Mediziner die Einrichtung, um sich in der Anwendung des Echolasers fortzubilden. Die Delegation setzte sich aus zwei Fachärzten aus Lissabon sowie jeweils einem Kollegen aus Nigeria und Savigliano zusammen.

Solche Hospitationen unterstreichen den Trend zur weltweiten Standardisierung minimalinvasiver urologischer Eingriffe. Die TPLA-Methode wird dabei sowohl bei gutartigen Vergrößerungen der Prostata als auch bei spezifischen fokalen Tumorerkrankungen eingesetzt.

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Phytotherapie: Wissenschaftliche Evidenz für Brennnesselwurzel-Extrakte

Ergänzend zu den operativen Fortschritten bestätigen aktuelle Forschungsübersichten die Relevanz pflanzlicher Therapieansätze bei der Linderung von BPH-Beschwerden. Systematische Übersichtsarbeiten und klinische Studien, unter anderem aus den Jahren 2016 und 2025, untersuchten die Wirkung von Brennnesselwurzel-Extrakten (Urtica dioica).

Die Analysen deuten darauf hin, dass die enthaltenen Inhaltsstoffe wie Flavonoide, Phenolsäuren und Lignane die Harnflussrate verbessern und den International Prostate Symptom Score (IPSS) positiv beeinflussen können.

Die Extrakte gelten als gut verträglich und werden zur Steigerung der Lebensqualität bei Prostatabeschwerden eingesetzt. Die Bedeutung dieser Therapieform wird zudem durch existierende EMA-Monografien für das Kraut, die Blätter und insbesondere die Wurzel der Brennnessel untermauert.

Präventionsinitiativen zur Früherkennung in Österreich

Neben der Weiterentwicklung therapeutischer Maßnahmen bleibt die Früherkennung ein wesentlicher Pfeiler der urologischen Versorgung. In Österreich ist für den 9. November 2026 die zweite Ausgabe der „Langen Nacht der Urologie“ angekündigt. Zwischen 17:00 und 21:00 Uhr wird Männern in allen neun Bundesländern ein niederschwelliger Zugang zu ersten Prostata-Checks ermöglicht.

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Die Initiative, die von der Krebshilfe, dem Berufsverband und der Gesellschaft für Urologie getragen wird, richtet sich an Männer ab 50 Jahren beziehungsweise ab 45 Jahren bei familiärer Vorbelastung. Das Angebot umfasst eine Anamnese sowie eine PSA-Blutabnahme ohne Voranmeldung.

Hintergrund der Aktion sind die hohen Fallzahlen: In Österreich werden jährlich über 8.000 Neuerkrankungen an Prostatakrebs verzeichnet, womit dies die häufigste Krebserkrankung bei Männern darstellt. Bei der ersten Durchführung dieser Initiative im Jahr 2025 nahmen über 500 Männer die Untersuchungsmöglichkeit wahr.

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